Im Vorfeld der Marketing Underground Convention war ich mir nicht sicher, was ich von Marcos neuer Veranstaltung halten sollte. Erstens sollte die Marketing Underground über zwei Tage ablaufen, zweitens war nicht klar zu erkennen, was an diesen Tagen genau passieren sollte. Doch gleich nach Marcos Rückzieher auf nur einen Tag und noch vor seinem dreistündigen Podcast zum Bau der Marketing Underground habe ich mir ein Ticket gekauft. Und zwar das Premium Ticket. Nicht wegen der reservierten Sitzplätze, sondern aus Unterstützer-Sicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht entschieden, ob ich tatsächlich den Weg nach Berlin auf mich nehmen wollte – aber den Veranstalter unterstützten, das wollte ich :)

Nachdem ich mir den ziemlich langen und sehr offenherzigen Podcast von Marco angehört hatte, war dann auch die Entscheidung für die Fahrt nach Berlin gefallen. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einen möglichen neuen Stern am Marketing Himmel aufgehen zu sehen. Und so machte ich mich am 3.12.2019 auf den Weg zur Arena in Berlin. Und traf schon früh auf erste Bekannte. Während Martin Missfeldt, Thomas Wagner und Rene Schröter noch vor dem Eingangstor standen, stürmte Sören Eisenschmidt auf mich los, dass ich Angst haben musste, er wolle mich rammen.

Ok, in Wirklichkeit wollte Sören nur meiner Kamera ausweichen. Er was schon immer ein fotoscheuer SEO, der lieber im Untergrund arbeitet. Kein Wunder, dass er sich von der Underground Marketing Convention angesprochen fühlt. Hier ist die Arbeit im Untergrund Programm ;-)

Dann ging es ab in die Halle. Gut gefallen haben mir die verschiedenen Ecken mit Sitzgelegenheiten bis hin zum Liegestuhl. Praktisch zum Ausspannen und gut fürs Netzwerken.

Selbstverständlich habe ich mich auch in einen Liegestuhl gesetzt und fern vom Trubel der Halle rumgechillt.

Kurz vorher war ich übrigens noch über drei typische verdächtige Networker gestolpert. Die ich natürlich gleich ablichten musste: Pascal Fantou, Jan Kutschera und Ivo Kultermann beim Smalltalk in der Network & Chill Area.

Daneben fanden auf zwei Bühnen die Vorträge statt. Simon Mader hatte Interessantes zu Facebook Ads zu erzählen. Und fast alle 600 Sitzplätze vor ihm waren belegt.

Schön auch, wie interessiert viele der Gäste mitgeschrieben haben.

Gerade für jene mit kostenlosem Ticket war die Veranstaltung unbezahlbar. Denn die Mischung machts. Es gab interessante Inteviews mit Gästen wie Julius van de Laar.

Das Publikum lauschte gebannt seinen Worten. Und Marcos Fragen. Hier konnte man von einem der ganz Großen lernen. Neben dem Wissen war hier natürlich auch ein hoher Unterhaltungswert gegeben.

Natürlich gab es auch klassische Vorträge, wie den von Calvin Hollywood. Der zeigte, wie man gute Handy Videos dreht. Das machte er kurz und knackig. Und unter Verzicht auf seine typischen SUHR-Einlagen. Ein Lob dafür an Calvin – und eines an Marco. Denn ich wette, genau darüber dürften sich die beiden Marketing Strategen im Vorfeld ausführlich unterhalten haben ;-)

Der gute Calvin hat sich später auch noch Zeit für seine Fans und fragenden Gäste genommen. Ein schöne Idee, die öfter Schule machen sollte.

So richtig prall gefüllt war die Halle dann gegen 14 Uhr. Hier ein filmischer Blick auf den Vortrag der Berliner Verkehrsbetriebe. Dem dürften locker über 1000 Zuschauer beigewohnt haben.

Neben der Stage 1 mit ihren 600 Sitzplätzen gab es auf der Stage 2 (mit gut 200 Plätzen) auch Interessantes und Wissenswertes zu hören und zu sehen. Stellvertretend hier ein Foto von Christoph Hemmann, der 3 Tipps zum richtigen Umgang mit dem Online Marketing Budget verriet.

Kurz vorher lief der Wizard of Botz auf Stage 2 zu Hochform auf. Leider habe ich dessen Beitrag verpasst, laut Hören-Sagen muss das aber eine ziemliche Offenbarung gewesen sein. Neben den beiden Stages gab es auch noch zwei Workshops. Die zeitlich alternierend etwas mehr in Hintergrund abliefen. Einmal Aaron Draplin, der mit den Workshop-Teilnehmern Logos erarbeitete.

Und dem die Beteiligten aufmerksam folgten.

Wo bekommt man schon mal die Chance, einem der ganz großen Grafik- und Logo-Designer Fragen zu stellen und bei der Arbeit auf die Finger zuschauen. Direkt nebenan und thematisch dazu passend hat Andreas Frohloff seinen Kalligrafie Workshop abgehalten.

Hier mussten die Teilnehmer selber zum Stift greifen – was sie mit Konzentration und Begeisterung getan haben :)

Ein Diskussionspunkt im Vorfeld der Marketing Underground war das Thema Frauen Anteil. Bei den Speakern waren die Frauen unterrepräsentiert, doch ich glaube, dass Marco das gerne deutlich ausgewogener hätte haben wollen. Bei den Moderatoren sah das schon viel gleichverteilter aus und im Publikum war dann eher eine Normalverteilung angesagt.

Mit Astrid Kramer hat Marco eine Ideal-Besetzung für Moderation und Vortragswesen gefunden. Erst hat Astrid auf Stage 1 moderiert und sich richtig reingekniet.

Dann ist sie noch selber als Speakerin aufgetreten und hat uns über User-Blindheit aufgeklärt. Frauen und Behinderte werden voll unterschätzt, so ihr Resümee. Ein Perspektiv-Wechsel tut Not. Übrigens war auch Stage 2 beim Moderatoren-Gendern mit Eva Werner und Wolfgang Jung komplett paritätisch aufgestellt :)

Die Besucher kamen aus aller Welt. Im Folgenden Österreich (Jörg Wukonig) und Holland (Birthe Stuijts) im Bild vereint. Ok, bei Birthe habe ich leicht geschummelt, die hat ihren Firmensitz mittlerweile nach NRW verlegt ;-) Und Jörg, ein Tipp von einem SEO Urgestein – mobile geht deine Seite gar nicht ;-)

Auch Bernhard Hinsken ist wieder eine Erwähnung wert. Nicht nur, dass er gerne den Hahn im Korb spielt, er tut auch einiges für seine Marken Bildung. Cooles T-Shirt, schräge Brille. So fällt man auf und avanciert zum Motiv von SEO-Fotografen.

Oder man macht’s wie Luisa Ruppert und spricht den SEO-Fotografen einfach an. Der sich sehr darüber gefreut hat. Denn Freundschaften via Facebook Button sind das eine, Gespräche im Real Life das Andere ;-)

Doch auch bei Männern gab es Gruppen-Bildung. Thomas Wagner und Sören Eisenschmidt waren auch zur Kaffee-Zeit noch vor Ort und hatten sich mit Martin Brosy ausgetauscht. Hoffen wir, dass es nur Gespräche waren. Nicht dass die Jungs auch noch Links getauscht haben ;-)

Es gab auch noch eine Begegnung der dritten Art. Torsten Maue beehrte die Marketing Underground mit seiner Anwesenheit. Eine echte Auszeichnung für die Veranstaltung. In den letzten Jahren hatte Torsten so ziemlich alle Events gemieden, auf denen die typischen verdächtigen SEOs anzutreffen waren.

Mit Torsten verbinde ich übrigens echte SEO-Geschichte. Vor 15 Jahren feierten wir zusammen im Jack the Rippers in Hannover die erste Abakus Party ab. Und Jahre später entfreundeten wir uns über Xing, weil ich wahrscheinlich zu laut über die Morsten Taue Stories gelacht habe. Der andere im Bilde, Martin Mißfeldt, hält mir hingegen seit Jahren die Treue :)

Übrigens gab es auf Stage 2 noch eine bemerkenswerte Vorstellung. Fabio Bacigalupo, seines Zeichens Podcaster der ersten Stunde, obwohl er nur hostet und nicht selber podcastet, präsentierte sich nach langer Zeit mal wieder in der Öffentlichkeit. Das war schon etwas Besonderes, immerhin war Fabio der erste, der in Deutschland Podcasting hoffähig gemacht hat. Und der mit dem Podcamp in Januar 2007 sogar eine eigene Veranstaltung zum Thema Podcast aufgezogen hat. Fast 13 Jahre ist das her, eine krass lange Zeit. Zwischenzeitlich war das Thema Podcast fast schon abgeschrieben. Doch Totgesagte leben länger. Wie Fabio anhand seiner Podcast Abruf Zahlen schön belegen konnte.

Zudem tritt er in 2020 aufs Gaspedal, mit Podscribe und dem Podcastmarktplatz möchte er zwei neue Services rund ums Podcasting anbieten.

Da Fabio sehr zügig durch seinen Vortrag geeilt war, gab es am Ende noch reichlich Zeit, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

Martin hat übrigens nach der optimalen Länge eines Podcasts gefragt. In der irrigen Hoffnung, jemand möge ihm sein gefühltes 20 Minuten Optimum bestätigen. Pustekuchen. Es dauert so lange wie es dauert. Ihr könnt euch von jetzt an auf längere termfrequenz Podcasts mit Carsten und Martin einrichten ;-)

Zum Ende des Tages gab es dann noch zwei Highlights auf der großen Bühne. Aaron Draplin und OObah Butler erzählten aus dem Nähkästchen. Doch leider vor nur noch halb gefüllten Rängen. Denn während um 14 Uhr beim Vortrag der BVG alle Sitzplätze belegt waren und sich weite Scharen von Besuchern um die Bühne drängten, hatten sich um 19 Uhr herum schon viele Gäste auf den Heimweg gemacht. Einerseits verständlich, 9-10 Stunden auf so einem Event sind schon ein Brett. Andererseits schade, denn das Beste kam zum Schluss.

Aaron Draplin war eigens aus den USA angereist, hatte stundenlang Logos in Workshops designt, einen eigenen Stand auf der Ausstellung betrieben und jetzt zum Abschluss noch einen Vortrag über sein Leben gehalten. Der Typ ist echt kernig. Und sehr erfolgreich. Bis hin zu Logos für Barack Obama und die NASA. Und er ist sehr sozial und bodenständig. Der Auftritt war in englisch, humorvoll, voller Bilder und nah am Leben. Danke Aaron, echt mal was anderes :)

Den letzten Vortrag hielt Oobah Butler, der nicht nur Tripadvisor mit seinem fiktiven Restaurant gegamed hat, sondern der mit Georgio Peviani eine weitere erfundene Figur zum Leben erweckt und auf die Pariser Modewelt losgelassen hat. Großes Kino. Echt krass, wie stumpf und wie lange sich Leute verarschen lassen.

Zum Abschluss gab es dann noch eine kleine Überraschung für den Veranstalter. Marco wurde eine Geburtsurkunde für sein Baby Marketing Underground überreicht, unterschrieben von allen beteiligten GeburtshelferInnen und PatInnen.

Auch von mir alles Gute zum Geburtstag :)

Meines Erachtens hat Marco mit der Marketing Underground einen guten Wurf hingelegt. Angenehme Atmosphäre, Platz zum Networken & Chillen, Essen und Getränke vor Ort und ein abwechslungsreiches Konferenz Programm. Lediglich bei den Ständen hatte ich das Gefühl, dass man hier (von Seiten der Aussteller) mehr machen/bieten müsste. Wobei natürlich keiner vorher wusste, was so abgeht. Jetzt sind wir schlauer, beim nächsten Mal wird zugelegt ;-)

Ansonsten könnte man sicher noch etwas mehr Infos über die großen Leinwände unters Volk bringen. Was z. B. die aufkommenden Vorträge und Personen angeht. Die eingeblendete Uhrzeit war aber schon mal ein guter Anfang. Und auch das Faltblättchen mit Hallenplan, Ausstellern und dem Konferenz Programm gefiel mir sehr gut. Die Vorträge passend nach Stage und Zeit gelistet, da reichte ein Blick und alles war klar. Sehr praktisch und besser als jede Smartphone App ;-)

Sonst gibt es eigentlich nichts zu meckern. Bis auf die etwas ausgedünnten Ränge zum Ende der Veranstaltung. Bin gespannt, was Marco sich dafür im nächsten Jahr ausdenken wird. Denn die nächste Marketing Underground kommt bestimmt.

Am 7.11.2019 öffnet der SEO-DAY als Teil der Onlinemarketing-Woche Köln ( OMWeek.cologne ) die Pforten des Rheinenergiestadions und wird wieder zum Mekka für all jene, die an SEO, Marketing und Networking interessiert sind. Über 45 Speaker werden die gut 900 Gäste an ihrem Wissen und ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

Wir durften SEO-DAY Speaker Johannes Bornewasser einige spannende Fragen zum Thema SEO stellen. Johannes macht seit über 8 Jahren SEO und hat sich vom SEO zum COO entwickelt.

Was erwartet die Teilnehmer in Deinem SEO-DAY Vortrag?
In meinem Vortrag werde ich zeigen, wie ich nebenbei eine kleine Marke in einer Nische aufgebaut habe. Inzwischen erziele ich dadurch mit minimalem Aufwand eine gute Reichweite. Spoiler: Zum Leben ist es aktuell zu wenig und zum Sterben zu viel. Und doch kann das Setup skalieren, wie ich euch an einem realen Beispiel zeigen werde.

Wer sollte Deinen SEO-DAY Vortrag besuchen?
Wenn du schnell und hektisch reich werden möchtest, solltest du dich für andere Vorträge entscheiden. Im besten Fall sogar für eine ganz andere Konferenz. Wenn du aber Geduld hast und ohne Druck nebenher etwas langfristiges aufbauen möchtest, dann freue ich mich auf deinen Besuch und den Austausch.

Wie bist Du zum SEO gekommen?
Es war einmal vor langer, langer Zeit. Da sind seltsame Dinge passiert. Und dann, eines Tages, war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ob ich aber inzwischen überhaupt noch ein richtiger SEO bin, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht.

Was gefällt Dir besonders am SEO-DAY?
Ich mag die Netzwerk-Möglichkeiten und den offenen Austausch. Allerdings ist die Location für einen Düsseldorfer grenzwertig ;-)

Was muss beim SEO-DAY verbessert / verändert werden?
Zwischenzeitlich gefiel mir das (mindestens gefühlt) schnelle Wachstum mit seinen typischen Seiteneffekten nicht. Inzwischen bin ich aber wieder ganz zufrieden.

Ist SEO Deiner Meinung nach wichtiger geworden? Oder hat es im Markt an Relevanz gegenüber den anderen Performance-Marketing Channel verloren?
Ich freue mich immer noch über jeden einzelnen “SEO ist tot”-Beitrag. So lange etwas regelmäßig totgesagt wird, ist es schließlich noch relevant genug, dass darüber geredet wird.

Was sind die häufigsten Fehler, die Du bei anderen Firmen / SEO’s beobachtet hast und wie kann man sie im Vorfeld umgehen?
Um ehrlich zu sein, macht mich eine Sache ganz besonders wahnsinnig: Neben Friseuren und Gastronomen neigen SEO(‘)s wirklich verdammt oft zum Deppenapostroph ¯\_(ツ)_/¯

Welche Firmen haben Deiner Meinung nach besonders gute Dinge im SEO gemacht, von denen man lernen kann?
Früher galten wir – zumindest in unserer Branche – als Vorbild. Inzwischen gibt es so viele großartige Kolleginnen und Kollegen, dass es mir schwer fällt, einzelne herausztustellen.

Jede Firma möchte hohe Gewinne ausweisen. SEO ist einer der wichtigsten Hebel um das Ebit zu erhöhen. Wie aufgeklärt ist Deiner Erfahrung nach das Top-Management hinsichtlich der Relevanz von SEO auf das Business?
In der Medien-Szene kennt das Management die Vorzüge von SEO sehr genau. Das hat uns skurrilerweise trotzdem nicht davon abgehalten, das Leistungsschutzrecht durchzudrücken.

Wie beurteilst Du das Knowhow in Deutschland im Bereich SEO? Ist es immer noch “Neuland”? Oder macht in 2019 der Großteil der Unternehmen ein solides SEO?
Ich denke, dass die deutsche SEO-Szene beispielsweise der amerikanischen voraus ist. Zumindest im Bereich der (News-)Medien

Wie beurteilst Du das Knowhow in anderen Ländern außerhalb von Deutschland im Bereich SEO? Können wir Wissenstechnisch mithalten? Oder sind andere Länder deutlich weiter als wir?
Im internationalen Vergleich sehe ich die deutsche SEO-Szene gut aufgestellt.

In den letzten Jahren sind sehr viele Onlinemarketing und SEO-Agenturen entstanden. Wie zufrieden bist Du mit der Qualität der Dienstleister in Deinem Umfeld? Werden Deiner Meinung nach häufig Schlechtleistungen verkauft? Oder kann man in 2019 auf Gut-Glück so ziemlich jeden Dienstleister beauftragen und sich über tolle Rankings freuen?

Ich höre oft, dass Kunden unglücklich waren und nun nicht wissen, welcher Agentur sie noch vertrauen können. Sicher liegt das auch manchmal am Kunden. Trotzdem denke ich, dass sich zwischen den zahlreichen großartigen Agenturen auch einige “schwarze Schafe” verstecken.

Der SEO-DAY findet diese Jahr zum 9ten Mal statt. Gibt es Deiner Meinung nach genügend Nachwuchs im SEO-Bereich? Oder sind alle SEO’s in Deinem Umfeld immer ausgebucht und von den Headhuntern belagert?
Quantitativ mache ich mir wenig Sorgen um die SEO-Szene. Ich habe allerdings grade zum zweiten Mal versucht, einen guten Head of SEO zu finden. Es ist mir beide Male gelungen. Aber es hat verdammt lang gedauert. Zumindest im seniorigen Bereich sehe ich entsprechend in der Breite ein Qualitätsproblem.

Was macht für Dich guten Content aus?
“Guter Content muss dem Leser etwas bringen.” Die Phrase – so oder abgewandelt – ist so abgedroschen, dass ich jedes Mal ein neues graues Haar bekomme, wenn ich sie höre. Für mich liefert wirklich guter Content nicht einfach nur eine neue Information. Er wurde von einer Person geschrieben, die sich wirklich mit dem Thema auskennt und Leidenschaft dafür transportieren kann. Auch von den selbst- oder fremdernannten hochwertigen Textern wird aus meiner Sicht noch immer zu viel transkribierter Wikipedia-Bullshit geliefert.

Wie kann man Deiner Meinung in 2019 sauberes Linkbuilding betreiben?
Wenn du wirklich guten Content hast, brauchst du dich um Links nicht zu kümmern. Und wer das für eine Phrase hält, darf gern meinen Vortrag besuchen.

Zur Zeit macht die Geschichte vom Schlag gegen den illegalen Viagra & Diät-Pillen Handel die Runde. Die Arzneischmuggler sollen mit gefälschten Potenzmitteln der Marken Viagra, Cialis und Levitra Millionen verdient haben. An der Speerspitze der Berichterstattung finden wir die Website Pillenabo.org, wo derzeit keine Pillen, sondern Informationen zum Thema umgeschlagen werden. Interessanter Aspekt an der Geschichte, sie hat Bezug zur Seo & Affiliate-Welt. Wie Randolf nebenan berichtet, befinden sich auch einige Viagra-Affiliates auf dem Weg in den Knast.

viagra

Viagra gilt gemeinhin als Synonym für Spam. Wer noch nie eine Viagra- oder Cialis-Mail im Postfach gehabt hat, der hat entweder gelogen oder kein Postfach ;-) Und nicht nur Mails werden von den Pillen-Junkies verseucht, auch das Internet hat schwer unter den Viagra-Jüngern zu leiden. Da wird fleißig optimiert, dass sich die Seiten verbiegen. Ganz vorne dran Seos und Affiliate-Experten, die mit mehr oder weniger sauberen Tricks versuchen, willige Käufer auf ihre Seiten zu locken, um so bis zu 30% an Provisionen für sich einzustreichen. Dass man damit gut Geld verdienen kann, belegen jetzt die vom Amtsgericht Potsdam vorgelegten Zahlen.

Das Üble an der Geschichte, hier wurden am Zoll vorbei geschmuggelte Waren, die teilweise gefälscht, wirkungslos oder gesundheitsgefährdend waren, von mehr oder weniger mitwissenden Affiliates in großem Stil unters Volk gebracht und am Finanzamt vorbei geschleust. Kein Wunder also, dass die Staatsanwaltschaft tätig werden musste. Pharmakonzernen wie Pfizer sei Dank. Welche Ausmaße die seologischen Aktivitäten im Internet hatten, kann man sehr schön an solchen Bildern erkennen.

Der Screenshot zeigt eine gehackte Seite, die Opfer eines perfiden linkversteckenden Pillendrehers wurde. Besuchte man die Seite normal, so sah alles aus wie es sein sollte, kam man aber durch eine Google-Suche auf die Seite, so wurde man zu einer passenden Pillen-Landingpage weitergeleitet. Neben dieser ungefragten Keywort-Optimierung gab es auch noch ein paar untergeschobene Viagra-Links, die dem Zwecke der Optimierung anderer Seiten dienen sollten. Es sind aber noch viele andere Varianten im Umlauf. Wer nicht aufpasst, der hat schnell mal ein paar Tausend versteckte Viagra- und Cialis Links im Pelz Blog und läuft Gefahr, bei den Suchmaschinen geliebte Keywords wenn nicht sogar die ganze Website zu verlieren. Also aufgepasst.

Quellenangabe: Viagra Bild via Wikipedia

Die Welt ist ungerecht. Zumindest aus Sicht der Zeitungen und Zeitschriften-Verleger. Die Suchmaschine Google verlegt ihren Content und verdient auch noch Geld damit. Das ist nicht fair. Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, rennt man gemeinsam zum Kartellamt und legt Beschwerde ein. Leider ist das auch so ziemlich das einzige, worin sich Zeitungen und Verlage einig sind. In Zeiten finanzieller Not greift man gerne nach einem Strohhalm, und wenn man es nicht alleine schafft, dann muss halt das Kartellamt gegen Google antreten.

Insgesamt sind es sogar drei Parteien die beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht haben. Einmal die Verleger, dann die frischgebackene Microsoft-Tochter Ciao und zu guter Letzt auch noch der Kartendienst-Anbieter Euro-Cities. Was Ciao für ein Problem hat, habe ich selbst nach fünfmaligem Lesen der Nachrichten nicht verstanden. Bei Euro-Cities kann ich es verstehen, wer wird schon gerne vom Markt verdrängt, weil plötzlich einer wie Google daherkommt und die wertvollen Karten auf einmal für lau unters Volk schmeisst. Erinnert mich ein wenig an die Sache mit Urchin bzw Google Analytics, als Google eine ehemals 199 Dollar teure softe Ware auf einmal für Null Komma Nix Märker ins Web stellte und damit der Statistik- und Analyse-Branche schwere Verluste zugefügt haben dürfte. So richtig gesund für den Wettbewerb ist das sicher nicht.

Googles Macht ist an dieser Stelle schon erschreckend. Zumindest hier bei uns in Deutschland, wo Google quasi 90% des Suchmaschinen-Traffics für sich vereinnahmt. Wo Google Postfächer kostenlos und in GigaBytentischen Portionen verschenkt, wo Analytics für lau die halbe Welt protokolliert und kontrolliert. Wo Google schon heute kostenlose Handy-Betriebssysteme vertreibt, morgen vielleicht schon “Wlan für Alle” anbietet und übermorgen die Handies & Webzugangsgeräte gleich auch noch dazu verschenkt. Vor ein paar Jahren hätte ich zu mir noch gesagt, “du spinnst, es hat doch keiner was zu verschenken”. Heute denke ich da anders drüber.

Nach so viel Abschweifung wird jetzt aber ein Rücksturz zur eigentlichen Thematik notwendig. Bei aller Vorsicht was die Marktmacht und Innovationsfreude von Big Brother Google angeht, die Forderungen der Verlage halte ich schlichtweg für einen Witz. Aus welchen Beweggründen auch immer das Internet von den Verlagen verschlafen wurde, wer jahrelang zu blöde war die Entwicklung im Web zu antizipieren, sollte jetzt nicht auch noch beleidigt tun, weil der große Bruder einem den Lolli nicht bezahlen will, den er einem tags zuvor geschenkt hat ;-)

Trari Trara, lese gerade bei Perun WordPress Nummer 2.9.1 ist da. Die Hoffnung ist groß, dass diese Version halbwegs webtauglich ist. Seit langem habe ich es mir abgewöhnt, immer gleich das Neueste vom Neuen ins Web stellen zu müssen. Bei WordPress ist es angeraten, erst mal eine gewisse Zeit ins Land streichen zu lassen, damit wenigstens die gröbsten Kinderkrankheiten erkannt und ausgemerzt werden können.

All zu lange musste man in der Vergangenheit sowieso nie warten, die ersten Bugs sind oft schneller da als man braucht das Wort WordPress zu buchstabieren. Gerade sicherheitsrelevante Lücken sind keine Seltenheit. Stellt sich mir jetzt nur die Frage, ob Version 2.9.1 nicht auch noch zu frisch ist und ich besser einen weiteren Update-Zyklus abwarten soll. Oder zwei? Oder drei?

Passend zur Silvesterparty beglückt uns Mama Google mit einem PageRank Update. Die Googelaner haben schon ein gutes Gespür dafür, was das Volk braucht und wie man Seos bei Laune hält. Schon im letzten Jahr wurden passend zu Silvester die neuen grünen Balken aufgelegt. So auch diesmal. Da sage noch einer mal was von “PageRank wird abgeschafft” und so. Auf den Fun will doch niemand verzichten im Hause Google :)

PageRank 10 Charts

Das Silvester-Update hat nach Aussage von Martin Mißfeldt, mit einem Sprung von PageRank 0 auf 5 für das Minivip Speedpainting with Scarlett JOHANSSON, einen neuen PR-Shootingstar hervor gebracht. Ich frage mich jetzt nur die ganze Zeit, ob ich oder Scarlett Johannson den Ausschlag für den großen Erfolg zu verantworten habe(n). Geändert hat sich aber nicht wirklich viel. Zumindest nicht bei den PageRank 10 Seiten. Da gibt es zwar leichte Verschiebungen, aber keine Überraschungen.

Update 31.12.09: Na, da muss ich meine Meinung bzgl der Veränderungen aber doch ein wenig revidieren. Nachdem ich jetzt ein wenig Zeit für Recherche aufgewendet habe, scheint es mir im Durchschnitt mit den PageRank-Werten leicht nach oben gegangen zu sein. Auch bei den PR10 Seiten sind ein paar neue und vor allem überraschende Newcomer dazu gekommen. Werde ich bei Gelegenheit einen Extra-Beitrag zu bringen.

Und Gott sei Dank. Seo.de hat seinen PR 4 zurück bekommen. Hört ja gut auf das alte Jahr :)

Sie haben es tatsächlich getan. Das deutsche Yahoo! Verzeichnis ist total tot. Krass. Traurig. Dumm. Ich weiss nicht, welche Worte es am treffensten beschreiben. Krass, weil man einfach auf Knopfdruck ein ordentliches Stückchen Content aus dem Web katapultiert hat. Traurig, weil mit dem Yahoo Katalog einer der geschichtsträchtigen Webkataloge schlechthin das Zeitliche segnet. Dumm, zumindest aus den Augen eines Seos, weil in so einem Verzeichnis erschreckende Werte und Möglichkeiten vergraben liegen.

Heute war es das deutsche Verzeichnis, morgen werden weitere folgen. Das Ende eines Internet-Dinosauriers kündigt sich an. Ist denn schon wieder Eiszeit? Und was heisst das auf längere Sicht für Yahoo? Gesundschrumpfen? Aufgeben? In die Geschichte eingehen? Oder nichts?

Mario hat ein interessantes Google News Fundstück ausgegraben, das sehr schön zeigt wie hoch die Qualitätsansprüche beim Suchmaschinen-Giganten aus Mountain View derzeit liegen.

Der Gewinn von 6,3 Millionen ging an einen Frau. Trotz dem Herrlichen Glückwunsch an die Gewinnerin.

Schöner hätte ich das auch nicht ausdrücken können. Derart eloquente Sequenzen verbaler Interferenzen suchen Ihresgleichen. Überhaupt ist das ganze Elaborat ein Quell kreativer Satzgestaltung. Und als wenn das nicht genug wäre, auch inhaltlich verblüfft das Werk. Von einem Artikel über die Ziehung der Lottozahlen hätte ich eigentlich erwartet, dass dort auch die Zahlen gelistet würden. Doch vielleicht liege ich ja falsch und erwarte einfach zu viel von einem Artikel, der es bis in die Google News geschafft hat.

Wir dürfen gespannt sein. Mit Seo.at erscheint ein neuer Star am Seo-Himmel. Versprochen werden uns tägliche Updates zu SEO, Google & Co. – vorgetragen von Simon Stich, einem jungen Mann (24 Jahre) aus Münster, der zuvor schon für andere Blogs, wie z.B. das Medien-, Web 2.0 und Gaming-Blog 1000ff.de, Beiträge ins Web gestellt hat. Betreiber des Seo.at Blogs ist die Sistrix GmbH. Der Chef himself, Johannes Beus, wird wahrscheinlich nur gelegentlich zur Feder greifen und bloggerisch tätig werden. Das dürfte aber niemanden wundern, immerhin hat er mit seinem eigenen Sistrix Seo-Blog schon genug zu tun. Auf die Frage, was das denn werden solle mit dem Seo.at-Blog, meinte Johannes: “Ein Seo News Blog. Das, was in Deutschland irgendwie fehlt. Also ne Mischung zwischen Searchengineland, Seoroundtable und Google-Watchblog.” Klingt gut. Ich drücke die Daumen.

Die Seo-Meldung des Tages. Die Firma von Johannes Beus, die Sistrix GmbH, wurde gestern von der Seoline Gmbh abgemahnt. Grund soll ein alter Blogpost sein, in dem in einigen Kommentaren despektierlich über die Firma Seoline hergezogen wurde. Dass Abmahnungen aber nicht immer die sinnvollste Lösung eines Problems sind, schon gar nicht im Web, hat Randolf Jorberg in seinem Artikel Seoline GmbH übt sich im Abmahnungs-Linkbait – kleines 1×1 sehr schön dargelegt. Eine solche Aktion geht fast immer auch nach hinten los. Und wenn man das in einem Umfeld wissen sollte, dann im Seo und Marketing Umfeld.

Und so kommt es wie es kommen musste, die Seo-Szene reagiert wie immer empfindlich auf so einen Abmahn-Fall und solidarisiert sich mit dem Abmahn-Opfer. Welche Kreise die Sache noch ziehen wird ist noch nicht klar, aber eines scheint schon jetzt sicher, mit dieser Abmahnung hat sich Seoline seinen Ruf noch ein Stückchen mehr ramponiert.