Große Freude allerorten. Ein PageRank-Aufschrei hallt durchs weite Land. Lange hat sich Google Zeit gelassen, immerhin 292 Tage hat es gedauert, bis mal wieder der grüne Balken in der Toolbar aufgefrischt wurde. Am 20. Januar 2011 wars dann mal wieder so weit.

Google PageRank Update

Nach anfänglicher Skepsis hat sich dann doch so langsam aber sicher die Meinung durchgesetzt, dass es sich um ein “richtiges” PageRank Update handelt. Doch ganz ungetrübt ist die Freude nicht, Seo-Diver Uwe hat festgestellt, dass mit dem Update etwas nicht stimmt.

… dann wird der ein oder andere von euch bemerken, dass nur URLs die vor dem 11 Juni 2010 existierten und entsprechend verlinkt wurden auch ein wenig grüne Farbe abbekommen haben.

Auch Johannes ist skeptisch und fragt sich, ob es sich überhaupt um ein “reguläres” PageRank Update handelt. Anscheinend hat Google uralte Daten ausgespielt. Insgesamt herrscht Übereinstimmung darüber, dass die derzeit angezeigten PageRank Werte über ein halbes Jahr alt sind. Interessant ist auf jeden Fall auch Uwes Vermutung, Google Caffeine könne die Ursache für die ins Stocken geratene PageRank Ausgabe sein.

Bei jedem größeren PageRank Update gab es auch immer Verschiebungen an der Spitze der Skala, d.h. bei den PR 10 Seiten. Neuzugänge sind hier AddThis, Joomla, Recovery.gov und Gov.cn, die PR Königsklasse verlassen mussten hingegen zwei w3.org Domains. Derlei Verschiebungen sprechen auf jeden Fall für ein reguläres Update.

Da bin ich denn doch etwas verwundert. Anscheinend hat Google ein kleines PageRank Update durchgeführt und keiner schreit auf. Insofern kann es sich bei meinen Beobachtungen nur um ein kleines PageRank Update handeln. Üblicherweise sind die Seos schnell bei der Hand mit ihren PageRank Update Rufen. Diesmal geht das ganze aber recht gesittet zu. Im Abakus Forum wurde zwar auch schon das Juni Update ausgerufen, so richtig überschwappen mag die Freude nicht. Viele Seos haben keine Veränderungen entdeckt. Selbst auf Twitter ist noch alles ruhig, von Update Euphorie keine Spur. Und in den Seo Blogs ruht still der See, niemand scheint dem PR Update Aufmerksamkeit schenken zu wollen.

Ich habe einige Seiten gesehen, die wieder mit PR ausgestattet wurden, nachdem sie zwischenzeitlich ihren PR verloren hatten, weil ein Webhoster die Grätsche gemacht hatte und die Seiten wochenlang offline waren. Auch haben eine Menge Expired Domains einen grünen Balken bekommen. Daneben gab es noch die eine oder andere Seite die im PR rauf oder runter ging, insgesamt waren das aber zu wenig Seiten als dass man hier von einem richtigen Update sprechen könnte. Ich denke, am besten beschreibt die Situation die unten gemachte Aussage des Forenusers “IchKannWas” aus dem Abakus Forum:

Das ist ein typisches Zwischenupdate wo neue Unterseiten von PR Grau auf PR 0 gesetzt werden, kein großes Update. Z.B. bekommen bei so einem Update Domains die eine Zeit lang OFF waren und den PR verloren hatten, auch Ihren PR wieder.

Das hier verwendete Bild vom PageRank Update Schrei stammt, wie unschwer zu erraten, von Martin Mißfeldt 😉

Passend zur Silvesterparty beglückt uns Mama Google mit einem PageRank Update. Die Googelaner haben schon ein gutes Gespür dafür, was das Volk braucht und wie man Seos bei Laune hält. Schon im letzten Jahr wurden passend zu Silvester die neuen grünen Balken aufgelegt. So auch diesmal. Da sage noch einer mal was von “PageRank wird abgeschafft” und so. Auf den Fun will doch niemand verzichten im Hause Google 🙂

PageRank 10 Charts

Das Silvester-Update hat nach Aussage von Martin Mißfeldt, mit einem Sprung von PageRank 0 auf 5 für das Minivip Speedpainting with Scarlett JOHANSSON, einen neuen PR-Shootingstar hervor gebracht. Ich frage mich jetzt nur die ganze Zeit, ob ich oder Scarlett Johannson den Ausschlag für den großen Erfolg zu verantworten habe(n). Geändert hat sich aber nicht wirklich viel. Zumindest nicht bei den PageRank 10 Seiten. Da gibt es zwar leichte Verschiebungen, aber keine Überraschungen.

Update 31.12.09: Na, da muss ich meine Meinung bzgl der Veränderungen aber doch ein wenig revidieren. Nachdem ich jetzt ein wenig Zeit für Recherche aufgewendet habe, scheint es mir im Durchschnitt mit den PageRank-Werten leicht nach oben gegangen zu sein. Auch bei den PR10 Seiten sind ein paar neue und vor allem überraschende Newcomer dazu gekommen. Werde ich bei Gelegenheit einen Extra-Beitrag zu bringen.

Und Gott sei Dank. Seo.de hat seinen PR 4 zurück bekommen. Hört ja gut auf das alte Jahr 🙂

Mittlerweile sollte es jeder mitbekommen haben, kurz vor Halloween hat Google sein viertes PageRank-Update in 2009 eingespielt. Am 30.10.09 war es so weit. Das langersehnte PR-Update ließ landauf, landab die grünen Toolbar-Balken wieder sprießen. Ganze 128 Tage durften wir darauf warten. Solch eine lange Wartepause hatte es 2 Jahre lang nicht mehr gegeben. Es wurden schon Stimmen laut, mit dem PageRank ginge es zu Ende. Doch weit gefehlt, Er lebt noch!

prupdate_200910 Und nicht nur das. Gemäß einer Auswertung von Sistrix zum PageRank Update 10/09 gab es vor allem in den höheren Rängen bei diesem Update deutlich mehr Gewinner als Verlierer. Die genaue Verteilung könnt ihr der Grafik entnehmen. In der Königsklasse, also bei den PR10-Seiten, hat sich seit dem letzten Update hingegen wenig verändert. Lediglich die chinesische Regierungsseite musste ein Pünktchen von ihrem grünen Balken streichen, dafür sprang mit sciencedirect.com ein absoluter Newcomer in die Bresche. So wenig Bewegung in den PR10 Charts ist eher selten.

Fliege

Es gibt Webseiten die sind gut. Und es gibt Seiten die sind besser. Und dann gibt es noch die Überflieger. Diese Seiten sind nicht nur die Besten, sie haben auch den Längsten – nämlich den längsten grünen Balken der Welt – den PageRank 10. Welcher Seo träumt nicht davon, solch eine Seite zu besitzen. Ursprünglich wurde der PageRank von Larry Page und Sergey Brin ersonnen, um einen Maßstab für die Wichtigkeit einer Seite zu erhalten. Und obwohl der Glanz von Googles PageRank im Laufe der Jahre ein wenig verblasst ist, manche ihn gar für tot erklärt haben, üben Seiten mit einem hohen PR immer noch eine ungeheuere Faszination auf den gemeinen Seo aus. Nur einen PR10 Link abstauben und man hätte ausgesorgt.

Zur Zeit gibt es im Wesentlichen ein gutes Dutzend (wir haben hier 13 gelistet) verschiedene PR10 Seiten im World Wide Web. Die Anzahl der PR10 Seiten ändert sich mit jedem PageRank-Update und auch die Kandidaten wechseln desöfteren. Ob Intel, Yahoo! oder Microsoft, sie alle hatten früher schon mal einen PR von 10. Doch Google kennt kein Erbarmen, auch nicht bei großen Namen. Drum sollten wir uns vor dem nächsten PR-Update lieber noch mal schnell die aktuellen Kandidaten anschauen.

google.com1. Platz www.google.com
Googles Homepage zählt zu den stärksten und wichtigsten Webseiten weltweit. Google ist die größte und erfolgreichste Suchmaschine im World Wide Web und damit ein würdiger Kandidat für solch eine Auszeichnung. Ein Blick in alte PR10 Listen offenbart, Google.com ist immer mit dabei und damit der PageRank Überflieger schlechthin. Verdient hat sich Google das vor allem Dank der Schnelligkeit und Schlichtheit seiner Suchoberfläche und der Qualität seiner Suchergebnisse.
adobe.com2. Platz get.adobe.com/reader
Adobe.com gehört schon seit Jahren zu den stärksten Domains in Sachen PR. Aber nicht die Adobe-Homepage schaffte es auf das Treppchen, sondern die Downloadseite des Adobe Readers. Ein Beweis für die große Popularität der Software. Diese Seite war früher hinter einer langen URL versteckt, seit neuestem wird sie aber auf get.adobe.com/reader weitergeleitet. Aber aufgepasst, deutsche Besucher landen u.U. auf einer ganz anderen Seite.
gov.cntd>

3. Platz www.gov.cn
Die Chinesen kommen, auch im Internet. Unter der Bezeichnung “People’s Republic of China Central People’s Government Portal” schaffte es die Website der chinesischen Regierung mit dem letzten PageRank Update als erste chinesische Seite in die PR10 Topliste. Das Bemerkenswerte dabei, die Seite ist die derzeit am dritthäufigsten verlinkte Website weltweit. Ich gebe zu, damit hatte ich nicht gerechnet.
w3.org4. Platz www.w3.org
Das W3C oder ausgeschrieben World Wide Web Consortium ist eine Institution zur Standardisierung der Techniken und Protokolle des World Wide Web. HTTP, SOAP, HTML, RSS oder PNG sind solche Standards, die uns im heutigen Weballtag tagtäglich begleiten. Gegründet wurde das W3C im Jahr 1994 von Tim Berners-Lee, den man auch als Erfinder des World Wide Web bezeichnen könnte.
usa.gov5. Platz www.usa.gov
Seit über einem Jahr weilt die offizielle Homepage der amerikanischen Regierung (U.S. government’s official web portal) in der PR10 Topliste. Sie löst damit die Homepage ihres Vorgängers Firstgov.gov ab, die in früheren Zeiten lange Zeit dem elitären Kreis der PR-Überflieger angehört hat. Erstaunlich ist auf jeden Fall, dass die Homepage der chinesischen Regierung an den Amis vorbeigezogen ist.
6. Platz www.hhs.gov
7. Platz www.universia.es
8. Platz www.copyright.gov
9. Platz www.europeana.eu
10. Platz www.universityofcalifornia.edu
11. Platz www.theeuropeanlibrary.org
12. Platz www.eua.be
13. Platz india.gov.in

Update 16.10.09 – 13.45: Norman wies mich auf das Fehlen der indischen Regierungsseite hin, ich habe diese soeben nachgetragen. Die Reihenfolge der Domains macht sich übrigens an der von Google ausgelieferten Backlinkanzahl fest. Dieser Wert schwankt desöfteren, zudem kann man darüber streiten inwiefern Googles verkrüppelte Linkanzeige der richtige Sortierfaktor ist.

Interessant sind auf jeden Fall die beiden europäischen Seiten sowie die spanische und belgische Website. So viele Kandidaten aus Europa gab es noch nie. Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie lange diese Liste Bestand haben wird. Denn langsam wird’s mal wieder Zeit für ein richtiges PageRank-Update 🙂

Sculpting hat zwar eher etwas mit Skulpturen als mit Skalpieren zu tun, aber seit kurzem skalpiert man eher den PageRank seiner Website als dass man ihn formt.

Matt Cutts hat vor ein paar Tagen auf der SMX ein paar Anmerkungen über das sogenannte PageRank Sculpting fallen lassen, die darauf hindeuten, dass PageRank Sculpting von Google in der Zwischenzeit regelrecht skalpiert wurde. Damals, bei Einführung des nofollow-Attributes, schien alles klar. Nofollow Links vererbten keinen PageRank, der so eingesparte PageRank verteilte sich also brav auf die übrig gebliebenen normalen Links. Dem soll jetzt nicht mehr so sein. Matts Aussage zufolge wird der PageRank jetzt nicht mehr auf die restlichen Links umverteilt, sondern verpufft größtenteils. Das hat interessante Konsequenzen. Und ich wundere mich, dass das noch keiner deutlich herausgestellt hat.

PageRank Sculpting schadet ihrer Website!

Provokant? Eigentlich nicht. Zumindest nicht, wenn man sich die originäre PageRank-Formel anschaut. Denn durch das Verpuffen des PageRanks wird jetzt tatsächlich PageRank verschenkt, der ansonsten den restlichen Seiten zu Gute gekommen wäre. Wer Spaß dran hat, der kann ja mal die alte PR-Formel in die Hand nehmen und ein wenig rumrechnen. Unter der Prämisse dass Matts Aussage zum PageRank Sculpting stimmt, behaupte ich, dass PageRank Sculpting nicht nur nichts mehr bringt, sondern einer Seite sogar schadet. Zumindest aus PageRank-Sicht.

Ich empfehle euch auf jeden Fall auch noch einen Blick auf Fridaynites Artikel Pagerank Sculpting richtig gemacht zu werfen. Der weithin als PageRank-Flüsterer bekannte Seo-Experte gibt dort einige gute Hinweise zum richtigen Skalpieren von Links. Und dazu bedarf es keines nofollow-Attributs 😉

Seitdem Google die Vorherrschaft des Internets übernommen hat, wünschen sich nicht wenige Marktteilnehmer etwas mehr Konkurrenz auf dem Markt der Suchmaschinen. Zu groß jedoch ist der technologische Vorsprung, zu ausgereift der Algorithmus von Google. Wo tausende Entwickler, Quality Rater und Millionen von Nutzern tagtäglich den Index verbessern haben es selbst Giganten wie Microsoft nicht einfach bemerkenswerte Reichweiten zu erlangen. Mittlerweile ist man sich wohl darüber einig, dass ein Emporkömmling Google nicht in der eigenen Disziplin schlagen kann, sondern etwas grundlegend Neues vorweisen müsste. Und dennoch, trotz vieler Versuche gibt es bis heute leider noch immer keine nennenswerte Konkurrenz, zu gleich sind die Angebote der Großen, zu klein die der Kreativen.

Mögest du in interessanten Zeiten leben

Eine chinesische Verwünschung lautet: “Mögest du in interessanten Zeiten leben”. Denn interessante Zeiten birgen in der Regel viel Potential für grundlegende Veränderungen der Wirtschafts- und Machtverhätlnissen. Und in der Tat, wenn man zu verstehen sucht, was es bedarf Google aufzumischen, muss man sich vergegenwärtigen, wie sehr die Welt einem ständigen Wandel unterliegt. Der Telefon löst die Telegramme ab, der Computer den Fernseher und Web 2.0 die statischen Riesen der ersten Internetgeneration. Wenn immer es zu drastischen Veränderungen kommt, werden die Karten neu gemischt und Machtverhältnisse neu verteilt. Genau aus diesem Grund haben viele Unternehmen in schnelllebigen Sektoren Probleme dauerhaft erfolgreich zu sein. Einmal groß geworden sind viele von ihnen zu unflexibel um rechtzeitig auf die Änderungen der Zeit reagieren zu können. Derartige Trägheit bedeutet wiederum Chancen für Startups welche die Probleme der Zeit lösen können. Bisher hat Google einen großartigen Job gemacht, ihre Fühler in die richtigen Richtungen auszustrecken und sich mit Produkten wie analytics, maps, gmail, youtube, feedburner und anderen strategisch ständig auf neue Gegebenheiten eingestellt oder sich zumindest bemüht die Optionen weitestgehend offen zu halten. Lässt man den Blick mit diesem ständigen Wandel im Hinterkopf aber mal in Richtung 1999 zurückschweifen, stellt man fest, dass Google in der damaligen Internetlandschaft mit seinem PageRank zwar ein Problem der Zeit gelöst hat, seitdem aber weitestgehend mit der strategischen Erweiterung seiner Marktstellung beschäftigt war. Mit Erfolg muss man sagen, denn selbst ähnlich gute oder gar etwas bessere Suchdienste würden Google wahrscheinlich nicht mehr den Rang ablaufen können. “Googlen” ist zu tief in den Köpfen der Menschheit verankert. Die stärkste Marke der Welt ist für zuverlässig funktionierende Einfachheit bekannt, der Mensch als Gewohnheitstier macht da keine unnötigen Experimente mit anderen Anbietern.

Was hat sich verändert?

In den Jahren seit 1999 ist natürlich unheimlich viel passiert, Google hat durch die Gewichtung von Links einem unstrukturierten Internet eine Rangordnung eingehaucht und das Internet hat sich von einem etwas einseitigen Konsummedium zu einer in sich kommunizierenden Cloud gewandelt. Daten werden immer spezifischer und ihre Formate immer konzentrierter, wo früher eine Fachzeitschrift gekauft wurde, werden heute nur einzelne Blogbeitrage gelesen. Menschen schließen sich in sozialen Netwerken oder Interessengruppen zusammen und tauschen im Instant Messanger, auf Facebook und natürlich Twitter ihre Erkenntnisse, Fundstücke, Errungenschaften und sonstigen geistigen Ergüsse aus. Was speziell bei geistigen Ergüssen oder fliegenden Schafen etwas aberwitzig klingen mag sind in der Regel auf mich zugeschnittene und somit hochrelevante Informationen. Ähnlich wie bei meinem Google Reader erreichen mich nur Information von Leuten die ich als relevant eingestuft habe. Es hat also eine grundlegende Richtungsänderung stattgefunden – wo früher Informationen gesucht werden mussten, kommen heutzutage die Informationen auf mich zu.

Sag mir mit wem du gehst, und ich sage dir was du suchst

Was Google schon vor Jahren richtig erkannt hat, ist das auch Ihre Informationsbeschaffung immer umfangreicher werden muss, wo früher der Link von Webseite A zu Webseite B als Qualitätskrierium ausgereicht hat, mussten bald weitere Hintergrundinformationen mit einfließen. Als auch dies nicht mehr ausreichte, wurden der in die Jahre gekommene PageRank von einem Trustrank abgelöst und mittels der gigantischen Reichweite von Google Nutzungsdaten gesammelt. Und dennoch, trotz allem Sammeln, Speichern und Verwerten bleibt Google doch immer nur der stille Beobachter, maximal fähig mathematische Schlüsse aus mehr oder weniger anonymen Benutzerdaten zu ziehen. Die Versuche unter Einbeziehung von Digg und anderen Social Media Diensten eine virale Komponente mit in den Algorithmus einfließen zu lassen kann man zwar erfolgreich nennen, aber auch sie kratzen eigentlich nur an der Oberfläche dieses neuen Internets. Um wirklich tiefgreifend verstehen zu können wie soziale Gruppen oder Interessengemeinschaften mit einander interagieren, braucht man nicht statistische sondern echte, personenbezogene Daten…

Wie Facebook Twitter Konkurrenz machen wird

Als ich das neue Layout von Facebook letzte Woche in der Vorschau zum ersten Mal sah, ist mir nicht direkt aufgefallen was diese Design Änderung eigentlich für Auswirkungen haben könnte. Erst als ich später über den Spiegel Artikel Facebook baut sich zur Webschwatzbude um gestolpert bin und mir das Techcrunch Interview mit Ex Googlerin Sheryl Sandberg sowie die gescheiterte $500 Mio Übernahme von Twitter ins Gedächtnis rief, setzten sich die Stücke bei mir langsam zusammen. Was Facebook da eigentlich baut ist nicht nur ein Live Stream, sondern könnte vielmehr zu einem gigantischen Internet Aggregator werden. Denn dank der neuen Pages kann ich nicht nur mich mit Millionen von Fans, Supportern oder Kunden verknüpfen, sondern diese auch mittels meiner Statusmeldungen und anderen Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten – sämtliche Änderungen kommen direkt in die Livefeed meiner Entourage. Im Gegensatz zu Twitter ist Facebook dabei kein aufstrebendes Startup sondern vermutlich bereits an die 200 Millionen User schwer und auf dem besten Wege die meistbesuchteste Website der Welt zu werden. David gegen Goliath also und darüber hinaus auch ungleich mehr Möglichkeiten sich auf Facebook zu präsentieren. Bei gays.com z.B. haben wir neben unserem Twitter Account sehr viel Energie in den Aufbau der Facebook Page gesteckt, über welche wir jetzt unsere Blogbeiträgen verbreiten, Events planen, oder Newsletter an unsere 18.000 Fans schicken können. Twitter kann da nicht mithalten.

Wenn man sich zu Gemüte führt wie Dell nach eigenen Angaben $1 Mio. Umsatz durch Twitter generiert hat und Obama seinen Wahlsieg unter anderem der ausgezeichneten Kommunikation mit fast 6 Millionen Facebook Supportern und annähernd 400.000 Twitter Folgern zu verdanken hat, wird klar was für ein gigantisches Potential in der Verknüpfung von Nutzermassen mit Unternehmen liegt. Mit bereits einem Fünftel der Internet Bevölkerung und noch immer 2stelligen Wachsumsraten in den bevölkerungsstarken asiatischen Ländern wird Facebook bald das zentrale Bindeglied zwischen Produkten, Firmen, Persönlichkeiten und den Menschen dieser Welt darstellen. Als Betreiber der Datingseite Poppen.de habe ich mich immer gefragt, warum Facebook nicht einfach einen Premiumaccount anbietet, um so sicherlich 1% der Nutzer zu regelmäßigen Zahlern zu machen. Nun habe ich verstanden, dass sie ihr Geld wahrscheinlich ganz wo anders machen werden…

Facebook Connect als sozialer Aggregator

Doch mehr noch, mittels Facebook Connect und den Social Applications können nun auch noch meine Aktivitäten von anderen Seiten in meinen Livefeed gestreamt werden. Eine Art Beacon 2.0 also, nur dass Webseiten dieses Mal nicht freiwillig bei Facebook einbuchen werden um Werbung zu machen, sondern früher oder später nicht umhinkönnen auch mit Facebook verküpft zu sein wenn sie ein Stück vom Traffic Kuchen abbekommen wollen. Das Endresultat wird je nach Privatsphäre-Einstellungen also ein universeller Feed für die Internet-Aktivitäten meiner Freunde, Produkte und Businesspartner. Über die Möglichkeit meine Facebook Freunde in Gruppen einzuteilen, kann ich dann leicht zwischen dem gebündelten Livefeed von Familienmitgliedern, Freunden und Geschäftspartnern unterscheiden, ich würde könnte mir sogar vorstellen, dass mein geliebter Google Reader bald überflüssig werden könnte, da immer mehr Blogger ihre RSS Feeds mit ihren Facebook Accounts verbinden werden.

Die Informationen kommen auf mich zu

Wenn ich mir nun noch mal die neue Facebook Startseite anschaue, fällt mir darüber hinaus auf wie “Share” das zentrale Element der Homepage geworden ist. Facebook hat erkannt, dass die relevantesten Informationen heute nicht mehr gegoogelt werden müssen, sondern mir über die “Shares” meines digitalen sozialen Netwerkes ganz natürlich zugetragen werden. Ich stelle mir vor, wie zum Beispiel ein Forscher in Zukunft neben der Unterteilung in Familie und Freunde (links im Screenshot) auch noch Gruppierungen “Forscher”, “Gesundheitsministerien”, “Firmen” etc. in seinem Facebook Stream hätte. Mit einem Klick kann er dann schnell sehen, was es alles Neues in der Welt von BASF, Ulla Schmidt oder den Forscherkollegen gibt.

Vielleicht muss man Google gar nicht besser machen, vielleicht muss man einfach nur die Zeichen der Zeiterkennen und entsprechende Produkte liefern?

Facebook als Google Killer

Es ist natürlich gewagt eine solche reißerische Aussage zu machen, doch wenn überhaupt eine Firma Google Konkurrenz machen könnte, dann ist es Facebook. Vielleicht nicht wegen, aber auf jeden Fall zu einem großen Teil dank Microsofts großzügiger Bewertung von 15 Milliarden für Facebook, wurden so auch Türen geöffnet und dem heimlichen Ziehsohn ein bisschen Ruhe beim Entwickeln und vor anderen Angeboten durch Microsoftkonkurrenten gewährt.

Ob Microsoft irgendwann mal ihre Live.com Suche in Facebook integrieren wird bleibt reine Spekulation. Fakt ist auf jeden Fall, dass ein Haufen guter Google Mitarbeiter sich entschieden haben zu Facebook zu wechseln. Fest steht auch, dass Facebook vorallem Dank des intelligenten Adservers mittlerweile die Möglichkeit haben dürfte, seine User in thematische Gruppen einzuteilen, und auch deren Gewohnheiten tracken könnte.

Mit Wissen, was bestimme Usergruppen auf Facebook an Informationen und Links teilen und wie andere Usergruppen das zu schätzen wissen (I like this/ I dont like this), hätte man durchaus eine echte Alternative  zu Googles TrustRank entwickelt. Würde man dann noch das Klickverhalten dieser Usergruppen in den SERPS tracken und meine Suchergebnisse anhand dieser Daten und meinem direkten sozialen Umfeld optimieren müsste Google sich wahrscheinlich warm anziehen.

Wie auch immer es kommen wird, es wird spannend bleiben und ich freu mich drauf.

Bitte nicht zögern, Eure Kommentare sind willkommen und sogar gewünscht 😉

P.S. Dieser Beitrag ist auch in englischer Sprache unter julius-dreyer.com zu finden.

Man kann predigen was man will, der PageRank-Glaube ist nicht auszurotten. Das manifestiert sich u.a. im Spitzenplatz für die Suche nach der Wortkombination PageRank Update, hier wird die Masterfrage aller PageRank Jünger gestellt: Wann ist das nächste PR-Update? Dieser Foren-Thread wurde am 25. Juni 2007 vom User silverzone gestartet und am 27. September 2007 vom Foren-Eigentümer Alan Webb eigenhändig geschlossen. Unglaubliche 180 Seiten waren in gut 3 Monaten zusammen gekommen. Alles zusammen 2689 Antworten und mittlerweile 209216 Aufrufe. Der eine oder andere Fehlalarm war sicher auch dabei.

Fehlalarme waren früher verpönt und eher selten. Heutzutage scheinen Fehlalarme etwas häufiger vorzukommen (und weniger beachtet), warum zeigt die Sistrix-Grafik der letzten PageRank-Veränderungen. Google ist mittlerweile dazu übergegangen, alle paar Tage den PR upzudaten, mancher Zeitgenosse läßt sich davon ins Bockshorn jagen und ein neues Update verkünden. Unschwer ist das “echte” Update vom 31.12.2008 im Diagramm zu erkennen. Immerhin hat sich der PR von ca. 25% der überwachten Domains verändert.

PR Updates

Auf jeden Fall ist der PR-Rummel heutzutage ruhiger geworden. Das aktuelle PageRank-Update brachte es im Abakus Forum bis jetzt auf 260 Antworten hier und 47 Antworten dort, alles in allem also deutlich kleinere Zahlen als 1,5 Jahre zuvor. Von Heilung oder Abkehr von der PageRank Sucht kann aber keine Rede sein, Tausende von PR-Update-Artikeln sprechen da ihre eigene Sprache. Zwar gibt es immer häufiger auch kritische Untertöne zum Google Pagerank Update, aber letzten Endes interessieren sich doch wieder alle dafür, was aus den grünen Balken über ihren Domains geworden ist.

Ich kann das verstehen, ein hoher PR erleichtert den Linktausch und läßt die Euros in den Kassen der Linkvermieter sprudeln. Was will man mehr als gemeiner SEO. Gute Rankings noch wie vor Jahren sind allerdings nicht mehr so leicht mit PR zu locken, aber als Lockmittel tut’s der PageRank allemal. Die Frage nach dem nächsten Update wird also in schöner Regelmäßigkeit die SEO Blogs und Foren beglücken. Zur Überbrückung der Wartezeit kann man z.B. die folgende PageRank Update Seite anstarren und sich an den alten PR-Update Terminen ergötzen. Oder aber man bemüht Google Insights und lässt sich das Suchvolumen für die Phrase “pagerank update” aufmalen.

PageRank Update Historie

Was fällt auf? In 2008 gab es weniger schwere Zuckungen als die Jahre zuvor, nur jetzt zum Jahreswechsel hat die Nadel heftig ausgeschlagen. Und die Deutschen und Österreicher scheinen die verrücktesten PageRank-Jäger zu sein, das zumindest verraten die Zahlen beim regionalen Interesse. Mal schauen, ob das in einem Jahr immer noch so aussieht. So lange ist der PR wohl noch in. Ganz besonders in Indien, wo india.gov.in jetzt in die Riege der PageRank-Könige aufgestiegen ist. Schaut ihn euch an den grünen Balken. Ich weiss, ihr müsst das tun. Ihr seid süchtig >:)