Im Vorfeld der Marketing Underground Convention war ich mir nicht sicher, was ich von Marcos neuer Veranstaltung halten sollte. Erstens sollte die Marketing Underground über zwei Tage ablaufen, zweitens war nicht klar zu erkennen, was an diesen Tagen genau passieren sollte. Doch gleich nach Marcos Rückzieher auf nur einen Tag und noch vor seinem dreistündigen Podcast zum Bau der Marketing Underground habe ich mir ein Ticket gekauft. Und zwar das Premium Ticket. Nicht wegen der reservierten Sitzplätze, sondern aus Unterstützer-Sicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht entschieden, ob ich tatsächlich den Weg nach Berlin auf mich nehmen wollte – aber den Veranstalter unterstützten, das wollte ich :)

Nachdem ich mir den ziemlich langen und sehr offenherzigen Podcast von Marco angehört hatte, war dann auch die Entscheidung für die Fahrt nach Berlin gefallen. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einen möglichen neuen Stern am Marketing Himmel aufgehen zu sehen. Und so machte ich mich am 3.12.2019 auf den Weg zur Arena in Berlin. Und traf schon früh auf erste Bekannte. Während Martin Missfeldt, Thomas Wagner und Rene Schröter noch vor dem Eingangstor standen, stürmte Sören Eisenschmidt auf mich los, dass ich Angst haben musste, er wolle mich rammen.

Ok, in Wirklichkeit wollte Sören nur meiner Kamera ausweichen. Er was schon immer ein fotoscheuer SEO, der lieber im Untergrund arbeitet. Kein Wunder, dass er sich von der Underground Marketing Convention angesprochen fühlt. Hier ist die Arbeit im Untergrund Programm ;-)

Dann ging es ab in die Halle. Gut gefallen haben mir die verschiedenen Ecken mit Sitzgelegenheiten bis hin zum Liegestuhl. Praktisch zum Ausspannen und gut fürs Netzwerken.

Selbstverständlich habe ich mich auch in einen Liegestuhl gesetzt und fern vom Trubel der Halle rumgechillt.

Kurz vorher war ich übrigens noch über drei typische verdächtige Networker gestolpert. Die ich natürlich gleich ablichten musste: Pascal Fantou, Jan Kutschera und Ivo Kultermann beim Smalltalk in der Network & Chill Area.

Daneben fanden auf zwei Bühnen die Vorträge statt. Simon Mader hatte Interessantes zu Facebook Ads zu erzählen. Und fast alle 600 Sitzplätze vor ihm waren belegt.

Schön auch, wie interessiert viele der Gäste mitgeschrieben haben.

Gerade für jene mit kostenlosem Ticket war die Veranstaltung unbezahlbar. Denn die Mischung machts. Es gab interessante Inteviews mit Gästen wie Julius van de Laar.

Das Publikum lauschte gebannt seinen Worten. Und Marcos Fragen. Hier konnte man von einem der ganz Großen lernen. Neben dem Wissen war hier natürlich auch ein hoher Unterhaltungswert gegeben.

Natürlich gab es auch klassische Vorträge, wie den von Calvin Hollywood. Der zeigte, wie man gute Handy Videos dreht. Das machte er kurz und knackig. Und unter Verzicht auf seine typischen SUHR-Einlagen. Ein Lob dafür an Calvin – und eines an Marco. Denn ich wette, genau darüber dürften sich die beiden Marketing Strategen im Vorfeld ausführlich unterhalten haben ;-)

Der gute Calvin hat sich später auch noch Zeit für seine Fans und fragenden Gäste genommen. Ein schöne Idee, die öfter Schule machen sollte.

So richtig prall gefüllt war die Halle dann gegen 14 Uhr. Hier ein filmischer Blick auf den Vortrag der Berliner Verkehrsbetriebe. Dem dürften locker über 1000 Zuschauer beigewohnt haben.

Neben der Stage 1 mit ihren 600 Sitzplätzen gab es auf der Stage 2 (mit gut 200 Plätzen) auch Interessantes und Wissenswertes zu hören und zu sehen. Stellvertretend hier ein Foto von Christoph Hemmann, der 3 Tipps zum richtigen Umgang mit dem Online Marketing Budget verriet.

Kurz vorher lief der Wizard of Botz auf Stage 2 zu Hochform auf. Leider habe ich dessen Beitrag verpasst, laut Hören-Sagen muss das aber eine ziemliche Offenbarung gewesen sein. Neben den beiden Stages gab es auch noch zwei Workshops. Die zeitlich alternierend etwas mehr in Hintergrund abliefen. Einmal Aaron Draplin, der mit den Workshop-Teilnehmern Logos erarbeitete.

Und dem die Beteiligten aufmerksam folgten.

Wo bekommt man schon mal die Chance, einem der ganz großen Grafik- und Logo-Designer Fragen zu stellen und bei der Arbeit auf die Finger zuschauen. Direkt nebenan und thematisch dazu passend hat Andreas Frohloff seinen Kalligrafie Workshop abgehalten.

Hier mussten die Teilnehmer selber zum Stift greifen – was sie mit Konzentration und Begeisterung getan haben :)

Ein Diskussionspunkt im Vorfeld der Marketing Underground war das Thema Frauen Anteil. Bei den Speakern waren die Frauen unterrepräsentiert, doch ich glaube, dass Marco das gerne deutlich ausgewogener hätte haben wollen. Bei den Moderatoren sah das schon viel gleichverteilter aus und im Publikum war dann eher eine Normalverteilung angesagt.

Mit Astrid Kramer hat Marco eine Ideal-Besetzung für Moderation und Vortragswesen gefunden. Erst hat Astrid auf Stage 1 moderiert und sich richtig reingekniet.

Dann ist sie noch selber als Speakerin aufgetreten und hat uns über User-Blindheit aufgeklärt. Frauen und Behinderte werden voll unterschätzt, so ihr Resümee. Ein Perspektiv-Wechsel tut Not. Übrigens war auch Stage 2 beim Moderatoren-Gendern mit Eva Werner und Wolfgang Jung komplett paritätisch aufgestellt :)

Und hier auch noch der Beweis, dass Stage 1 voll paritätisch vertreten war. Auf dem Bild sind die vier Moderatoren von Stage 1 abgelichtet. Neben Marco und Astrid haben auch noch Bianco Gabbey und Florian Stelzner für einen flotten und reibungslosen Ablauf der Show gesorgt :)

Die Besucher kamen aus aller Welt. Im Folgenden Österreich (Jörg Wukonig) und Holland (Birthe Stuijts) im Bild vereint. Ok, bei Birthe habe ich leicht geschummelt, die hat ihren Firmensitz mittlerweile nach NRW verlegt ;-) Und Jörg, ein Tipp von einem SEO Urgestein – mobile geht deine Seite gar nicht ;-)

Auch Bernhard Hinsken ist wieder eine Erwähnung wert. Nicht nur, dass er gerne den Hahn im Korb spielt, er tut auch einiges für seine Marken Bildung. Cooles T-Shirt, schräge Brille. So fällt man auf und avanciert zum Motiv von SEO-Fotografen.

Oder man macht’s wie Luisa Ruppert und spricht den SEO-Fotografen einfach an. Der sich sehr darüber gefreut hat. Denn Freundschaften via Facebook Button sind das eine, Gespräche im Real Life das Andere ;-)

Doch auch bei Männern gab es Gruppen-Bildung. Thomas Wagner und Sören Eisenschmidt waren auch zur Kaffee-Zeit noch vor Ort und hatten sich mit Martin Brosy ausgetauscht. Hoffen wir, dass es nur Gespräche waren. Nicht dass die Jungs auch noch Links getauscht haben ;-)

Es gab auch noch eine Begegnung der dritten Art. Torsten Maue beehrte die Marketing Underground mit seiner Anwesenheit. Eine echte Auszeichnung für die Veranstaltung. In den letzten Jahren hatte Torsten so ziemlich alle Events gemieden, auf denen die typischen verdächtigen SEOs anzutreffen waren.

Mit Torsten verbinde ich übrigens echte SEO-Geschichte. Vor 15 Jahren feierten wir zusammen im Jack the Rippers in Hannover die erste Abakus Party ab. Und Jahre später entfreundeten wir uns über Xing, weil ich wahrscheinlich zu laut über die Morsten Taue Stories gelacht habe. Der andere im Bilde, Martin Mißfeldt, hält mir hingegen seit Jahren die Treue :)

Übrigens gab es auf Stage 2 noch eine bemerkenswerte Vorstellung. Fabio Bacigalupo, seines Zeichens Podcaster der ersten Stunde, obwohl er nur hostet und nicht selber podcastet, präsentierte sich nach langer Zeit mal wieder in der Öffentlichkeit. Das war schon etwas Besonderes, immerhin war Fabio der erste, der in Deutschland Podcasting hoffähig gemacht hat. Und der mit dem Podcamp in Januar 2007 sogar eine eigene Veranstaltung zum Thema Podcast aufgezogen hat. Fast 13 Jahre ist das her, eine krass lange Zeit. Zwischenzeitlich war das Thema Podcast fast schon abgeschrieben. Doch Totgesagte leben länger. Wie Fabio anhand seiner Podcast Abruf Zahlen schön belegen konnte.

Zudem tritt er in 2020 aufs Gaspedal, mit Podscribe und dem Podcastmarktplatz möchte er zwei neue Services rund ums Podcasting anbieten.

Da Fabio sehr zügig durch seinen Vortrag geeilt war, gab es am Ende noch reichlich Zeit, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

Martin hat übrigens nach der optimalen Länge eines Podcasts gefragt. In der irrigen Hoffnung, jemand möge ihm sein gefühltes 20 Minuten Optimum bestätigen. Pustekuchen. Es dauert so lange wie es dauert. Ihr könnt euch von jetzt an auf längere termfrequenz Podcasts mit Carsten und Martin einrichten ;-)

Zum Ende des Tages gab es dann noch zwei Highlights auf der großen Bühne. Aaron Draplin und OObah Butler erzählten aus dem Nähkästchen. Doch leider vor nur noch halb gefüllten Rängen. Denn während um 14 Uhr beim Vortrag der BVG alle Sitzplätze belegt waren und sich weite Scharen von Besuchern um die Bühne drängten, hatten sich um 19 Uhr herum schon viele Gäste auf den Heimweg gemacht. Einerseits verständlich, 9-10 Stunden auf so einem Event sind schon ein Brett. Andererseits schade, denn das Beste kam zum Schluss.

Aaron Draplin war eigens aus den USA angereist, hatte stundenlang Logos in Workshops designt, einen eigenen Stand auf der Ausstellung betrieben und jetzt zum Abschluss noch einen Vortrag über sein Leben gehalten. Der Typ ist echt kernig. Und sehr erfolgreich. Bis hin zu Logos für Barack Obama und die NASA. Und er ist sehr sozial und bodenständig. Der Auftritt war in englisch, humorvoll, voller Bilder und nah am Leben. Danke Aaron, echt mal was anderes :)

Den letzten Vortrag hielt Oobah Butler, der nicht nur Tripadvisor mit seinem fiktiven Restaurant gegamed hat, sondern der mit Georgio Peviani eine weitere erfundene Figur zum Leben erweckt und auf die Pariser Modewelt losgelassen hat. Großes Kino. Echt krass, wie stumpf und wie lange sich Leute verarschen lassen.

Zum Abschluss gab es dann noch eine kleine Überraschung für den Veranstalter. Marco wurde eine Geburtsurkunde für sein Baby Marketing Underground überreicht, unterschrieben von allen beteiligten GeburtshelferInnen und PatInnen.

Auch von mir alles Gute zum Geburtstag :)

Meines Erachtens hat Marco mit der Marketing Underground einen guten Wurf hingelegt. Angenehme Atmosphäre, Platz zum Networken & Chillen, Essen und Getränke vor Ort und ein abwechslungsreiches Konferenz Programm. Lediglich bei den Ständen hatte ich das Gefühl, dass man hier (von Seiten der Aussteller) mehr machen/bieten müsste. Wobei natürlich keiner vorher wusste, was so abgeht. Jetzt sind wir schlauer, beim nächsten Mal wird zugelegt ;-)

Ansonsten könnte man sicher noch etwas mehr Infos über die großen Leinwände unters Volk bringen. Was z. B. die aufkommenden Vorträge und Personen angeht. Die eingeblendete Uhrzeit war aber schon mal ein guter Anfang. Und auch das Faltblättchen mit Hallenplan, Ausstellern und dem Konferenz Programm gefiel mir sehr gut. Die Vorträge passend nach Stage und Zeit gelistet, da reichte ein Blick und alles war klar. Sehr praktisch und besser als jede Smartphone App ;-)

Sonst gibt es eigentlich nichts zu meckern. Bis auf die etwas ausgedünnten Ränge zum Ende der Veranstaltung. Bin gespannt, was Marco sich dafür im nächsten Jahr ausdenken wird. Denn die nächste Marketing Underground kommt bestimmt.

1 Kommentar
  1. Dieter
    Dieter sagte:

    Sieht wirklich sehr interessant aus, ich war leider nicht da aber ich hoffe dass wir dieses Jahr noch Gelegenheiten für solche Conventions bekommen, trotz der aktuellen Situation.

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