Der Seonaut hat am Sonntag in seinem Radio4Seo Podcast eine halbe Stunde lang über den perfekten Link philosophiert. Als Grundlage diente ihm dabei der Beitrag Die Sache mit den Links von Uwe Tippmann. Uwe erklärt in seinem Beitrag, was einen perfekten Link ausmacht:

  1. qualitativ hochwertiger und vertrauenswürdiger Host
  2. Positionierung im Content-Bereich
  3. dauerhafte Platzierung, wandert nicht gleich in ein Archiv
  4. Umfeld/Inhalt sind thematisch passend
  5. keine Muster

Kurz und knapp, so sollten Links aussehen, wenn sie auch in Zukunft Wirkung zeigen sollen. Und weil auch Google diese Kriterien kennt, wird es in Zukunft vom Suchmaschinenriesen weitere Bestrebungen geben, den perfekten Link vom pseudoperfekten Link zu unterscheiden. Dabei liegt der entscheidende Unterschied diesmal in einer ganz anderen Dimension als bislang gewohnt. Die vierte Dimension kommt hier ins Spiel.

Die Suchmaschinen müssen im Prinzip nur zwei Snapshots einer Seite schießen, die Inhalte vergleichen und sich Gedanken zur Differenz machen. Wenn die Differenz nur ein Link oder ein Stück Inhalt + Link sein sollte, dann liegt der Verdacht einer entsprechenden linken Manipulation nahe. Weitere Überlegungen zu diesem Thema könnt ihr, wie anfangs erwähnt, bei Uwe nachlesen oder beim Seonauten nachhören.

Letztendlich ist der perfekte Link nicht angreifbar. Wie leicht oder wie schwer er künstlich zu erzeugen sein wird und wie gut Google & Co bei der Link-Forensic sein werden, davon hängt auch die Zukunft des Links als Ranking-Kriterium ab. Ich sehe das ähnlich wie Uwe, über kurz oder lang wird der gemeine “Link” an Gewicht verlieren und werden andere Kriterien bei Relevanz und Ranking hinzugezogen werden müssen.

Zur Zeit geht es Schlag auf Schlag bei Google. Immer großzügiger werden uns statistische Daten zugänglich gemacht, für die man vor Jahren noch bereitwillig Geld bezahlt hätte. Heute gibt es das alles umsonst. Gerade einmal 4 Wochen nachdem Google in seinem Adword Keyword Tool erstmals konkrete Zahlen fürs Suchvolumen verriet und gut 6 Wochen nach Einführung der Website Trends, bietet uns der Suchmaschinen-Gigant aus Mountain View mit Google Insights noch tiefere Einblicke in die Welt der Suchbegriffe. Wenn man jetzt noch den Google AdPlanner bedenkt, der ebenfalls neuartige Einblicke in Suchen und Besucher-Trends erlaubt, dann ist in den letzten Wochen ein unglaubliches Arsenal an Statistik Tools zusammen gekommen. Seos und Marketing Experten wird’s freuen.

Google Insights for Search ist eine Weiterentwicklung von Google Trends, die typischen Filter-Möglichkeiten für Land, Regionen, Städte und Zeiträume sind geblieben, neu hinzu gekommen ist eine Liste von Kategorien, die helfen kann Branchen-Einblicke zu gewinnen. Daneben visualisiert Google die geografische Veteilung der Suchinteressen durch Färbung einer Landkarte und listet am Seitenende Top Searches und Rising Searches auf. Letzteres erinnert ein wenig an Googles Hot Trends, nur dass sich bei Google Insights die Tendenzen auf Veränderungen gegenüber dem Vormonat oder Vorjahr beziehen. Lediglich die Informationen zur Sprache sind unter den Tisch gefallen.

Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied – der Schwellwert, ab dem überhaupt Kurven gezeichnet werden, ist mindestens eine Zehnerpotenz niedriger als bei Google Trends. Das können wir sehr schön an den Google Trends zum “Pagerank Update” erkennen, die Kurve kommt im Vergleich zu den Pagerank Update Insights nur bruchstückhaft herüber. Alles in allem also ein nettes Werkzeug für den Keyword-Interessierten, das für so manche Überraschung gut sein dürfte. Ist euch in der obigen Grafik eigentlich etwas aufgefallen? Der kleine blaue Fleck in Europa? Demnach ist das Interesse am “PageRank Update” in Deutschland 4-5 mal so stark wie in den USA oder Großbritannien. Wenn das nicht mal eine tolle Erkenntnis ist >:)

Noch zwei Hinweise. Bei den Landkartenfärbungen bitte darauf achten, ob Werte mit 0 dabei sind, die heben sich optisch nicht deutlich genug hervor und bedeuten kein mangelndes Suchinteresse, sondern zu wenige Daten und sind damit als außerhalb der Wertung anzusehen. Desweiteren sind die Angaben zum Suchvolumen relative Werte (normalisiert) und beziehen sich nicht auf die exakte Suchphrase, sondern auf die Obermenge aller Suchen, welche die Phrase enthalten.

Weitere Informationen und Meinungen zum Thema:

Die Sonnensegel-Affäre könnte in die SEO Geschichte eingehen. Genervt von Dutzenden von Blog-Kommentaren der Herren Bernd Sonnensegel, Mark Isen und Tom Rollos hat Sixtrix einen Sonnensegel Artikel geschrieben, der es in sich hat. Mit einer SEO Analyse der Aktion macht Johannes deutlich, wie gut Kommentarspam auch heute noch wirkt. Große Unterhaltung >:)

Am Beispiel der beworbenen Sonnenschutz-Domain kann der Leser für die Suchbegriffe Sonnenschutz, Plissee und Markise bequem die Google SERPS-Entwicklung der letzten Wochen mitverfolgen. Nach schwachem Start haben sich alle drei Keywörter prächtig nach oben entwickelt und residieren momentan auf vorderen Google Plätzen. Zwar ist das kein eindeutiger Beweis für die Effektivität von Kommentarspam, auch andere Links dürften ihren Anteil zum Erfolg beigetragen haben, aber insgesamt erscheint die Wirkung solcher Kommentarlinks recht plausibel.

Frischer Wind ist auch in die Kommentare gefahren. Hier werden weitere Perlen der Optimierung ausgraben, klagen Opfer ihr Leid und fallen ab und zu auch mal ein paar Einwände. Und wenn man sich jetzt fragt, aus welcher Richtung der Wind ins Sonnensegel bläst, dann dürfte die Antwort “aus dem Osten” lauten. So zumindest sieht es Thomas Knüwer vom Handelsblatt. Und hat damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Statt Rückenwind gibt’s Gegenwind. Schaun mer mal wie’s weiter geht.

Nach den Bildern von Googles experimenteller Suche mit Voting , gibts jetzt auch noch ein Video davon auf Techcrunch zu bewundern.

Der User kann genauso wie bei Digg und andere Social-News Seiten für die jeweiligen Suchergebnisse bewerten, blockieren oder einen Kommentar abgeben.

Ich weiß im Moment nicht, was ich davon halten soll, für den normalen User ist es auf jeden Fall eine Bereicherung.  Für die Suchmaschinen Optimierung wird es jedoch wohl in ein weiteren Schlachtfeld ausarten. Bis jetzt ist mir kein Social Voting System bekannt, welches man nicht manipulieren könnte. Dementsprechend ist anzunehmen, dass sich sogleich auch alle auf Googles System stürzen werden um  Ihre eigenen Seiten für die jeweiligen Keywords zu beeinflussen.

Bleibt offen, ob das Feedback aus den SERPS tatsächlich auch Einfluss auf globales oder nur das individuelle Ranking eines Accounts haben wird. Das solche Bewertungen z.B. in die Berechnung des TrustRanks Sinn machen würden, steht außer Frage – ob Google die gesammelten Daten jedoch in diesem frühen Stadium schon für das Ranking benutzen wird ist eher unwahrscheinlich. Aber auch wenn positive Bewertungen das Ranking nicht verbessern sollten, werden ausreichend negative Bewertungen mit Sicherheit ein paar rote Lampen bei Google blinken lassen und das Spam Team zu einer manuellen Prüfung veranlassen.  Eine neue Möglichkeit also der Konkurrenz  evtl. zu schaden, oder Google zumindest seine Bedenken auszudrücken.

Diese Suche wird wird nun schon seit knapp einem Jahr bei Google getestet und wird hoffentlich bald auch in Googles Experimental Lab zu finden sein.

Ich bin wirklich gespannt wie sich das Ganze entwickeln wird.  Mich interessiert auf jeden Fall auch eure Meinung zu dem Thema.

Eine erfreuliche Nachricht durchstreift die SEO-Sphäre, seit gestern gibt es auch in deutschen Landen das Google Adwords Keyword Tool mit konkreten Suchvolumina. Die Freude über die Zahlen ist groß, hilft es doch den Wegfall des kostenlosen Recherche Tools von Overture leichter zu verkraften.

Auch ich bin ganz angetan von dieser neuen Möglichkeit Keywords zu durchstöbern, doch so ganz traue ich dem Braten nicht. Handelt es sich hier um harte Zahlen oder nur um weiche Fakten? Der WhiteSide-SEO hat da so seine Zweifel. Ich sehe das ähnlich, frei nach dem Motto: “Traue keiner Keyword-Statistik, die du nicht selber mit einem Botnet oder Rank-Checker verfälscht hast”.

Google Keyword Statistik

Der obige Screenshot listet einige Keywörter aus dem Kontaktanzeigen Umfeld auf, ein Blick auf die grünen Trendbalken auf der rechten Seite der jeweiligen Keywörter offenbart einen eher unwahrscheinlichen und auf jeden Fall unerwarteten Trendverlauf. Da stimmt doch hinten und vorne etwas nicht. Kombinationen wie “Kontaktanzeigen Flirt”, “Kontaktanzeigen sie sucht ihn” oder “sie sucht ihn Abenteuer” listen Suchvolumina in Millionenhöhe, zeigen krasse Einbrüche im Trendverlauf und passen von Verlauf und Umfang so gar nicht zu den erwarteten Werten.

Nimmt man Google Trends zu Hilfe, so zeigt der Vergleich sie sucht ihn – kontaktanzeigen flirt, dass nur eine Variante erklecklichen Traffic produziert, die andere aber im Gegensatz zu den Keyword-Tool Versprechungen nicht mal irgendwo auftaucht. Damit widerlegt sich Google selber. Aber es kommt noch besser, ein Abstecher zur Keywort-Datenbank von Stefan Fischerländer bringt die folgenden Keywörter ans Tageslicht. Achtung, die absoluten Zahlen sind nicht mit denen von Google vergleichbar, hier interessiert uns nur die Relation:

  1. kontaktanzeigen 93948
  2. flirt 44644
  3. kontaktanzeige 35650
  4. flirt chat 15385
  5. sie sucht ihn 10790
  6. kontaktanzeigenmarkt 5810
  7. kostenlose kontaktanzeigen 4444
  8. private kontaktanzeigen 2091
  9. kontaktanzeigen kostenlos 1479
  10. kontaktanzeigen sie sucht ihn 186
  11. kontaktanzeigen flirt 35

Auf Platz 10 und 11 sehen wir unsere heißen Keywort-Kandidaten wieder, ziemlich weit abgeschlagen vom übrigen Feld, wie mir scheinen will. Und was soll ich sagen, ich traue in diesem Fall den Zahlen von Stefan Fischerländer mehr als denen von Google AdWords. Und das stimmt bedenklich. Über die Ursachen solcher Verfälschungen darf jetzt gerne spekuliert werden.

Und am Rande erwähnt. Google ist auch etwas prüde, bei Keywords wie Poppen ziert sich die Suchmaschine ganz gewaltig. Ach ja, fehlt noch “die Moral von der Geschicht – traue keinen Zahlen nicht”. Im Falle von Keyword-Recherchen immer schön mehrere Quellen zu Rate ziehen und auf Plausibilität vergleichen.

Google hat gestern offiziell sein neues Produkt Google AdPlanner vorgestellt. Offensichtlich scheint Google Trends für Websites nur der Probelauf für den AdPlanner gewesen zu sein. Der Google AdPlanner soll Werbetreibende und Webmaster dabei helfen, Seiten mit dem gewünschten demographischen Daten zu identifizieren. Danny Sullivan von Searchengineland durfte den AdPlanner schonmal genauer unter die Lupe nehmen.

Googles neuer AdPlanner

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • zeigt demographische Daten für Domains auch außerhalb des Google Content Networks ( AdSense, AdWords, etc.)
  • Übersicht über besuchte Domains und gesuchten Keywords
  • Medienplaner können mit dem Research Tool Seiten mit dem gewünschen Traffic suchen
  • man kann die Ergebnisse nach Seiten mit AdSense filtern
  • demographische Daten liegen nur für die USA vor

Größter Kritikpunkt im Moment ist die fehlende Integration mit AdWords. Hat man geeignete Seiten mit AdSense identifiziert, muss man diese erst exportieren und separat bei AdWords oder einer anderen Werbeplatform einpflegen.

Wie auch bei der Einführung der Webtrends, bleibt immer noch die Frage offen, wie sich die von Google gelieferten Daten genau zusammensetzen. Laut Google, wird eine Kombination der Daten aus der Google Suche, anonymen Analytics-Daten und externen Panel Daten verwendet. Google gibt keine direkte Antwort auf die Frage, ob Google Toolbar Traffic in die Panel Daten mit einfliessen , um “evtl. Manipulation zu vermeiden”.
Es bleibt abzuwarten, ob der AdPlanner den Datenmarkt genauso aufmischen kann, wie AdWords den Werbemarkt.
Das Produkt wird vorerst kostenlos sein und sollte eine grosse Hilfe fuer AdWords Kunden darstellen.

Wer sich fuer den Google AdPlanner anmelden will kann das hier tun.

Google hat in der letzten Woche seine Trends in den Google Labs um den Punkt Websites erweitert.
Damit rückt Google neben Alexa, Compete, Comscore, Quantcast und Co nun auch in den Markt der unabhängigen Reichweitenmessung vor.
Nach ersten Tests scheint mir der Dienst bisher noch ein wenig unausgereift. Ein Blick auf unser Portfolio zeigt, dass
sowohl die Unique Visits (nur eingeloggt sichtbar) deutlich unter unsere Daten liegen, aber auch auch der generelle Trend häufig in die falsche Richtung geht. Wie bei Alexa auch schon darf man vorallem die Daten von kleineren Websites nichts zu ernst nehmen und sollte bei der Konkurrenz-Analyse besser bei einer thematischen Ausrichtung bleiben und nicht etwa Newsportale mit Communities vergleichen.

Ansonsten noch sehr interessant –  und zumindest für mich neu – ist die Einsicht in alternative Suchabfragen und ebenfalls besuchte Webseiten. So könnte man z.B. sehr schön herausfinden, ob und welche Kooperationen sich lohnen könnten.

Nachdem die meisten der oben genannten Anbieter für deutsche Reichweitenmessung eher unbrauchbar sind, ist die neue Funktionalität für hiesige Webmaster auf jeden Fall eine Bereicherung – und so wie man Google kennt, auch noch lange nicht fertig entwickelt.

Das dies ein langer und schwieriger Weg ist, weiß Fred Wilson als Boardmember von Comscore aus eigener Erfahrung. Mit seinem *hust* etwas representativeren *hust* Portfolio hat er international ähnliche Erfahrungen wie wir gemacht. Auch bei ihm gingen die Daten im Vergleich zu den Platzhirschen häufig in die falsche Richtung. Wobei man verteidigend auch sagen muss, dass gerade die Genauigkeit von Compete und Quantcast im US amerikanischen Raum aufgrund der lokalen ISP Daten international auch ihre große Schwäche darstellt. So sind diese Dienste für eropäische Erhebungen nahezu nutzlos.

Für mich war eine Mischung der verschiedenen Dienste immer ein interessanter Ansatz, Quantcast und Compete liefern für nordamerikanische Haushalte erstaunlich genaue Daten, Alexa und Google haben die weltweite Masse um diese in Relativität zu setzen. So kann man z.B. die 58 bzw. 65 Millionen (Compete/ Quantcast) US User von youtube mit der geografischen Verteilung von Alexa multiplizieren. Laut Alexa kommen 25,8% der User von Youtube aus den USA, 4,6% aus Deutschland. Bei groben 60 Millionen eindeutigen Besuchern im Mai aus den USA , hat Youtube weltweit also geschätzte 232,5 Millionen Uniques und ca. 10,7 Millionen davon in Deutschland.

Von Google selbst bekommt man übrigens keine Angaben zu Youtube oder anderen Projekten des Unternehmens, so sind neben Youtube oder Blogger.com auch Daten zu Google selbst nicht abrufbar. Gemäß Google Operating System handelt es sich um eine interne Richtlinie:

“We have policy of not providing interim financial guidance, and have decided not to release Google numbers in accordance with that policy.”

Ob dies nun der ausschlaggebende Grund ist, oder die eigenen Daten schlicht und einfach die ganze Reichweitenmessung verzerren würden bleibt vorerst ein Geheimnis. Bisher ist anzunehmen, dass bei der Erhebung vorallem die Google Toolbars zum Einsatz kommen, und der Dienst somit Alexa am ähnlichsten ist.

Unterm Strich gilt jedoch weiterhin: “Traue keine Statistik, die du nicht selber gefälscht hast” oder wie Tom Melcher richtig hervorhebt, sind gerade die primitiveren Dienste wie Alexa leicht fakebar und somit mit Vorsicht zu genießen:

As it turns out, there are many firms you can hire to increase your rankings.  Their algorithms are quite sophisticated – you can say things like “I’m currently number 35,000 globally and 6,000 in China.  Within China I want to get to the top 1,000, and within the top 10,000 globally, but do it over 3 months so it doesn’t look fake.”

In China wird so gerne auch mal die due dilligence oder das Mediakit etwas auf- oder besser gesagt interpoliert.

Wie gut, dass wir im schönen Deutschland sind ;-)

Joost de Valk hat auf seiner neuen Domain yoast.com einen neue Anleitung für die Suchmaschinen-optimierung von WordPress Blogs veröffentlicht.

Neben den generellen Tipps für die Optimierung des WordPress Template und der Kommentare, gibt es noch ein paar interessante Tipps wie man den Aufbau der Seitenstruktur für eine höhere Platzierung optimieren kann.

Besonders Punkt 4.2 hat mir gefallen:

Hat man einen Blogpost der besonders gut für ein bestimmtes Keyword rankt, kann man das Ranking noch ein wenig verstärken, indem man aus dem Post eine WordPress Seite mit aktualisiertem/verbesserten Inhalt macht. Eine Möglichkeit wäre die Post-URL via 301 einfach auf die neue Seite umzuleiten, wodurch aber aber die Kommentare verloren gingen. Viel besser ist es die URL umzubenennen, die alte URL auf die neue WordPress Seite zu leiten und allen Leuten die Trackbacks oder Kommentare hinterlassen haben eine Email mit den Abänderungen zu schreiben.
Das hat den Vorteil, dass man:

  • mehr Kontrolle über die Keyword Density hat ( die Kommentare würden diese ändern).
  • mehr/neue Links die das Ranking verbessern bekommt
  • den Inhalt jederzeit aktualisieren oder verändern kann

Kanns kaum erwarten, das mal selber auszuprobieren :-)

Vom 04.06.2008-06.06.2008 war ich in Shanghai, um an der Baidu World 2008 teilzunehmen. Dort konnte ich einige interessante Sachen über den chinesischen Markt erfahren, wovon ich nun hier berichten möchte. Auf der Konferenz hatte ich die Möglichkeit, mit einigen Advertisern, Baidu Mitarbeitern und Speakern zu reden, allerdings kam ich unglücklicherweise ein paar Stunden zu spät, so dass ich einige interessante Leute leider verpasst habe. Nichtsdestotrotz konnte ich mir einen groben Überblick über den chinesischen SEM Markt verschaffen:

Baidu = Trafficlieferant & SEM Agentur

Die SEM Welt in China sieht im Vergleich mit dem europäischen und dem amerikanischen Markt komplett anders aus. Während die meisten Advertiser in den Staaten oder Europa meistens über Agenturen SEM betreiben, machen die chinesischen Firmen SEM direkt. Baidu scheint dabei den Markt verstanden zu haben und bieten deren Kunden individuelle Kampagnenplanungen an, was sicherlich zu Zielkonflikten führen kann, im Shanghai Office von Baidu arbeiten bereits über 1000 Mitarbeiter in der Marketingabteilung…

SEM in China = USA vor 5 Jahren?
Verglichen mit Google und Yahoo entscheidet das System von Baidu das Anzeigenranking nur anhand der Gebote. Eine Art Quality Score gibt es nicht. Das User Interface ist recht primitiv und es ist sehr mühsam, bereits dreistellige Anzahl an Keywords upzuloaden, da man einzelne Keywords nur vereinzelt manuell hochladen kann. Auch Keyword-Match-Optionen, was man von anderen Suchmaschinen kennt, gibt es bei Baidu nicht. Seit kurzem gibt es allerdings Geo Targeting, immerhin etwas, was man von den drei globalen Top Players kennt.

Eine Stunde lang redete ich mit einigen Baidu Mitarbeitern über SEM und die Leute verstand nicht einmal davon, was Conversion Tracking ist. Mir wurde gesagt, dass ich keine Sorge über die Qualität der Klicks machen solle (worin besteht die Aufgabe eines SEMlers dann??)… Die meisten Werbende bei Baidu sind Old Economy Unternehmen, die Aufträge übers Telefon annehmen, wodurch ein genaueres Tracking sowieso nur mit einem hohen Aufwand zu bewältigen ist, deshalb wohl das fehlende Interesse an Conversion Tracking. Vielleicht liegt der Erfolg von Baidu in China gerade in der Einfachheit ihrer Produkte…

Affiliate Marketing = ein Fremdwort in China
Was mich noch mehr verwundert hat, war, dass die meisten SEMler dort nicht richtig wussten, was Performance und Affiliate Marketing überhaupt ist (Baidu hat seine Top300 Advertisers eingeladen!!!). Kein Wunder, wenn man die Partnerprogramme von chinesischen Netzwerken ansieht, findet man eben nur Unternehmen, die international tätig sind. Chinesische Firmen findet man stattdessen recht selten, denen fehlt wohl das Know-How, um ein Partnerprogramm richtig zu betreuen.

Resümee
Ich fands ziemlich schade, dass nur die Marketingleute von Baidu anwesend waren, mit einigen Technikern hätte ich gerne gesprochen… Die Speaker waren aber gut gewählt (Leute von ComScore, Nielson & Netratings, Omniture und iCrossing waren dabei), wodurch man außer mit chinesischen Online Marketern auch mit internationalen Leuten austauschen konnte. Alles in allem fand ich die Konferenz ganz gelungen…

Zur Abwechslung mal wieder etwas aus der Kategorie Keyword Marketing. Da bei der Anwendung von Keyword Insertion häufig Fehler gemacht werden, wodurch entweder schlechte Anzeigen entstehen oder Anzeigen gar nicht erst geschaltet werden, habe ich mich entschieden, einen kurzen Beitrag darüber zu schreiben.

 
Was ist Keyword Insertion?

Bei der Keyword Insertion (in Google-deutsch: Keyword-Platzhalter) handelt es sich um eine Funktion, die das Schreiben einer relevanten Textanzeige für mehrere Keywords erleichtern soll. In Abhängigkeit davon, welches Keyword die Anzeigenschaltung auslöst, wird die Anzeige mit individuellem Inhalt ausgeliefert.

Enthält also eine Anzeigengruppe die Keywords „Geld anlegen“ und „Geldanlage“, so werden diese Begriffe an definierbaren Stellen auch in der Anzeige verwendet – je nachdem, ob der Suchbegriff des Users das Keyword „Geld anlegen“ oder „Geldanlage“ auslöst.

Es ist entscheidend zu wissen, dass bei Verwendung der Keyword Insertion nicht der Suchbegriff im Anzeigentext erscheint, sondern das eingebuchte Keyword. Das macht diese Funktion auch für weitgehend passende und Wortgruppen-Keywords steuerbar.

Keyword Insertion funktioniert mit einem Platzhalter-Tag: {Keyword:Geld anlegen}
An der Stelle des Platzhalter-Tags wird das jeweilige Keyword abgebildet, es sei denn es ist zu lang. In diesem Fall wird anstelle des Keywords der Platzhalter (hier: „Geld anlegen“) ausgeliefert.

 
Richtige Verwendung in Titel und Text

Die Verwendung von Keyword Insertion im Titel einer Anzeige ist relativ einfach – zumindest dann, wenn die Keywords einer Anzeigengruppe zueinander passen, d.h., wenn sie ähnliche Bedeutungen haben und ähnlich lang sind. Dann genügt es in der Regel, vor oder hinter dem Platzhalter ein weiteres Wort zu schreiben, das zu allen Keywords passt. Bei langen Keywords (bis 25 Zeichen) ist es ausreichend, ausschließlich den Platzhalter zu verwenden.

Problematisch wird es dann, wenn sich kurze und lange Keywords in einer Gruppe befinden, z.B. „Seife“ und „handgemachte Rasierseife“:

Titel1: {KeyWord:Seife} kaufen – der Titel wird zu lang für „handgemachte Rasierseife“.
Titel2: {KeyWord:Seife} – der Titel beträgt nur fünf Zeichen für das Keyword „Seife“ und lädt nicht zum Klicken ein.

Im Zweifel sollten solche Keywords voneinander getrennt in verschiedene Anzeigengruppen geschoben werden.
Keyword Insertion im Text unterzubringen, ist nicht weniger schwer. Um das sinnvoll zu bewerkstelligen, sollten die Keywords in einer Anzeigengruppe alle ähnlich lang sein und eine ähnliche Bedeutung haben. Auch sollten sie nach Möglichkeit grammatikalisch zueinander passen. „Schwarzer Hut“ und „Hut schwarz“ meinen zwar das Gleiche und sind auch ähnlich lang – sind aber in einem grammatikalisch korrekten Satz nicht austauschbar. Führt Keyword Insertion zu grammatikalisch unsinnigen Anzeigentexten, werden die Keywords in den Anzeigentexten nicht ausgeliefert, sondern nur der Platzhalter (sofern dieser grammatikalisch sinnvoll ist).

 
Anzeige-URL

Grundsätzlich kann hinter der Domain ein spezifisches Ziel suggeriert werden, das es so gar nicht gibt. Daher kann eine Anzeige-URL folgendermaßen aussehen: www.domain.de/keyword
Befinden sich mehrere Keywords in einer Anzeigengruppe, kann auch in der Display URL auf die Keyword Insertion zurückgegriffen werden: www.domain.de/{Keyword:keyword}
Erfahrungsgemäß hilft das Einfügen des Keywords in die Anzeige-URL der Klickrate auf die Sprünge (wenn auch nicht immer). Es ist jedenfalls die wohl einfachste Möglichkeit, das Keyword in der Anzeige zu platzieren, ohne sich über grammatikalisch sinnvolle Sätze Gedanken machen zu müssen.
Aber Achtung: Keywords, die Umlaute enthalten, sind problematisch. Üblicherweise akzeptiert Google keine Umlaute in URLs. Wird ein Platzhalter verwendet, blendet Google dennoch Wörter mit Umlauten ein, was dazu führt, dass aus „Löffel“ ein „L%F6ffel“ wird, was unprofessionell wirkt.

 
Ziel-URL

Möchte man für jedes Keyword eine individuelle Ziel-URL benutzen, sich aber nicht die Arbeit machen, jede einzelne URL manuell zu erstellen, kann eine richtig eingesetzte Keyword Insertion die Lösung sein. Diese Vorgehensweise kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn auf die Seiten-interne Suche verlinkt werden soll. So wird die Google-Suchanfrage des Users unmittelbar auf die Ziel-Webseite übertragen. Eine solche Ziel-URL könnte folgendermaßen aussehen: www.domain.de/?query={keyword:keyword}
Aber Achtung: Auch hier kann es zu Problemen mit Umlauten und Keywords, die aus mehreren Wörtern bestehen, kommen.

 
Großschreibung von Keywords

Über den Platzhalter-Tag kann gesteuert werden, ob ein Keyword im Anzeigentext groß oder klein geschrieben wird. Für das Keyword „Geld anlegen“ ergeben sich zum Beispiel die folgenden Möglichkeiten:

{keyword: } – „geld anlegen“ (alle Wörter werden klein geschrieben)
{Keyword: } – „Geld anlegen“ (das erste Wort wird groß geschrieben)
{KeyWord: } – „Geld Anlegen“ (alle Wörter werden groß geschrieben)
{KEYWord: } – „GELD Anlegen“ (das erste Wort wird komplett groß geschrieben)
{KEYWORD: } – „GELD ANLEGEN“ (alle Wörter werden komplett groß geschrieben)

Aber: Adwords-Anzeigen dürfen laut Google-Richtlinien keine übermäßige Großschreibung enthalten. Insofern sollten die letzten beiden Varianten nur bei Marken, technischen Begriffen und Akronymen (z.B. PC, LKW, PHP) zu verwendet werden.

 
Keyword Insertion kann – richtig eingesetzt – eine sehr nützliche Funktion sein. Sie ist ein guter Kompromiss zwischen zu allgemeinen Anzeigentexten und zu viel Aufwand beim Herunterbrechen der Keywords in etliche Anzeigengruppen.