Reputation Management SEO

März 11, 2009 by  
Filed under Allgemein, Google, SEO, Social Media

Das Internet ist bekanntermaßen eine der wichtigsten Informationsquellen für Kaufentscheidungen und die Meinungsbildung über Dienstleister, Bewerber, Kooperationspartner etc. Und gerade für Unternehmen können daher einzelne, im Internet veröffentlichte, Negativ-Meinungen zum existenziellen Problem werden – vor allem dann, wenn die Kritiker für die Suche nach dem Anbieter oder dessen Produkte prominent platziert sind.

Da Google keine jedoch Einträge löscht, sofern diese nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, und die klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit keinen adäquaten Schutz gegen ein gutes Suchmaschinen-Ranking von Neidern, Konkurrenten oder Wichtigtuern bietet, versuchen viele Unternehmen ihr Recht einzuklagen. (Wer wissen will, wie wenig sinnvoll das ist, möge mal „Seoline“ googeln.)

Die Frage lautet daher: „Was kann man tun, wenn sich der Publisher beharrlich weigert, seine Meinung zu revidieren und ich das Problem nicht durch rechtliche Schritte verschlimmern möchte?“
Eine Antwort ist: Reputation Management SEO!

Rand Fishkin beschrieb dazu kürzlich in einem Blogpost die Methode des „Outrankings“ zugunsten der eigenen Reputation, d.h. man verdrängt den ungeliebten Eintrag in den SERPs durch:

  1. Erstellung optimierter Inhalte zu dem entsprechenden Begriff + klassisches SEO.
  2. Das gezielte Publishing auf sehr starken und somit potenziell gut rankenden Plattformen.
  3. Die Verbesserung des Rankings bereits existierender Positiv-Meinungen durch Linkbuilding.

Auch wenn Randfish diese Methodik als sehr aufwändig und teuer bezeichnet, und Dan Larkin einst vom „SEO-Olymp“ sprach, möchte ich anhand ein paar kleiner Beispiele zeigen, wie Reputation Management per SEO weder zutiefst manipulativ, noch unglaublich teuer sein muss:

  • SEAT listet auf der Übersicht für das Modell „Leon“ aktuelle Pressestimmen. Würde man das etwas geschickter machen, wären die Testsiege sicher Top platziert für Suchkombinationen mit „Test“ oder „Vergleich“.
  • Das „Seeding“ von positiven Darstellungen der eigenen Produkte muss gar nicht selbst durchgeführt werden. Bittet oder belohnt man „Fans“ seiner Marke für Berichte auf Meinungsplattformen – insbesondere dort, wo schon Negativ-Berichte vorhanden sind – füllen sich die SERPs mit wohlwollenden und gleichzeitig sehr glaubhaften Einträgen.
  • Befinden sich die Negativ-Meinungen in Foren, kann man durch weitere Einträge absichtlich Keyword Cannibalization hervorrufen und durch Backlinks deren Reihenfolge steuern.
  • Man kann auch Social Bookmarking oder Social News nutzen. Erstellt man hier einen optimiert getexteten Eintrag und nutzt die eigene Seite oder den eigenen Newsletter zur Unterstützung, kann man dank Aktualitätsbonus meist relativ schnell etwas bewegen.
  • Firmen, die ohnehin Gewinnspiele, Umfragen oder Pressearbeit machen, können durch eine geschickte Titulierung ihrer Veröffentlichungen die SERPs für bestimmte Suchkombinationen dominieren.
  • uvm.

Dass man negative Meinungen durch Reputation Management SEO nicht vollständig unsichtbar für alle Begriffe machen kann, sollte klar sein. Außerdem sollte nicht erst gehandelt werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und die Gefahr besteht, dass einzelne Meinungen durch Dritte aufgegriffen, bestärkt und verbreitet werden. Daher empfiehlt sich in der Praxis, die proaktive Beeinflussung des Meinungsbildes in Suchmaschinen als festen Bestandteil einer Online-Kommunikationsstrategie zu integrieren.

Über 

Gero Wenderholm ist seit über 10 Jahren beruflich im Internet tätig. Als Web-Entwickler gestartet, hat der Diplom-Informatiker sich in den letzten Jahren aufs Online-Marketing und insbesondere das Thema Suchmaschinenoptimierung spezialisiert. Dabei war er unter anderem Marketingleiter bei LCD Media und InHouse Online-Marketing Manager/ SEO-Consultant für Dr. Klein und die Hypoport AG. Später wechselte Gero Wenderholm als Senior Consultant für SEO und Performance-Marketing auf Agenturseite zu Interone Worldwide (BBDO) und schließlich zu TRG.

Comments

9 Responses to “Reputation Management SEO”
  1. hatte zuerst schon angst .. bei der überschrift .. allerdings .. schöner artikel ..

    gibt es denn schon positive beispiele ?

  2. Gero sagt:

    Hallo Christoph,

    Ich habe schon ein paar mal für geschädigte Firmen Reputation Management SEO gemacht und empfehle regelmäßig, auch präventiv tätig zu sein. Ein homogen positives Meinungsbild ist in wettbewerbsintensichen Branchen sehr wertvoll. Die Marken werde ich verständlicherweise hier nicht Preis geben.

    Meist lässt sich der Reputation Ansatz ganz gut in eine Online-Strategieplanung integrieren, die schon SEO und Social Media berücksichtigt. Kundenmeinungen, Testberichte oder Pressespiegel auf den eigenen Seiten zu verwenden oder für deren Erzeugung auf externen Plattformen zu sorgen, ist ja nichts Neues. Auch SEO Gesichtspunkte bei der Pressearbeit zu berücksichtigen, sollte zum Standard-Repertoire eines Optimierers gehören. Oder nimm das Beispiel Universal Search Optimierung – auch ein eleganter Weg, um die SERPs zur Marke mit eigenen Inhalten zu dominieren.

    Vg
    Gero

    p.s. Das Ganze funktioniert natürlich auch im negativen Sinne, was bei Oligopolen durchaus praktisch sein kann 😉

  3. ich dachte auch nicht an kunden .. sondern eher an öffentliche aktionen ..

    z.b. als bmw damals massiv doorwayspages angelegt hatte ..

    ach keine ahnung .. 😉

    aber so langsam bekomm ich eine vorstellung was damit gemeint ist ..

    das was man früher überhaupt nicht mochte .. z.b. das ein ciao oder gutefrage mit seinem namen rankt .. wird hier genutzt ..
    offensichtlich aber clever .. mach mir gleich mal ein paar notizen .. das kann man bestimmt gut an den „mann“/kunden bringen

  4. Lass es mich mal so ausdrücken: Es ist ziemlich plaktiv, einem Kunden vor Augen zu führen, was zu Suchbegriffs-Kombinationen rund um seine stolze Marke zu finden ist.

  5. Seit wann ist denn SEO durch Social Bookmarking nicht manipulativ??

    Viele Suchmaschinenoptimierer verwechseln fälschlicherweise Social-Bookmarking-Dienste mit Online-Branchenverzeichnissen & Co., in denen Selbsteintragungen ja erwünscht sind.

    http://labuschin.com/journal/kritik/social-bookmarking-suchmaschinenoptimierung

  6. Es geht hier natürlich nicht um die massenhafte Selbsteintragung zur Steigerung der eignen Linkpopularität, sondern darum, gezielt positive Fremdmeinungen über SB pushen zu lassen. So wie in dem SEAT Beispiel, nur eben extern.

  7. Laura sagt:

    Viele SEO Agenturen, die Online Reputation Management anbieten, machen leider nichts anderes als Manipulieren durch SB Stärkung o.ä.
    Diese Aufgabe gehört viel mehr einem SEO, der sich mit Internetmarketing und PR wirklich auskennt. Man kann Konzepte mit dem Kunden zusammenstellen, damit dieser sich auch natürlich einen guten Ruf wieder aufbaut. Es dauert lange, aber es klappt, wenn der Willen da ist.

  8. öh .. ganz falsch .. ich glaube ihr habt das etwas falsch verstanden .. (oder ich .. ! 😉 )

    aber es geht bei der reputation nicht darum die eigene Seite zu Stärken .. sondern den starken Seiten zu helfen .. mit dem „Keyword/Namen“ an den Top Positionen zu stehen.

    Sprich man verlinkt auf die Socialbookmark Dienste, Testberichte, etc .. und nicht andersrum!

    thats it baby

  9. Der eigene gute Ruf wird bestärkt, in dem man gute Unternehmensberichte, Kundenmeinungen etc. nach oben pusht und im Gegenzug verteilt man böse Meinungen über den Mitbewerber und pusht die auch noch nach oben.
    Der Mitbewerber beauftragt dann ebenfalls einen SEO und macht dasselbe. Der stärkere setzt sich durch…

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