Autsch, wie ich diese Meldungen hasse. Google Plus ist noch nicht richtig draußen, da kommen schon die ersten statistikunterlegten Unkenrufe. Ist Google Plus nur ein Strohfeuer? Der Traffic von Google Plus scheint zu sinken. Auslöser der negativen Berichterstattung ist eine Untersuchung von Hitwise die belegen soll, dass Googles Zugriffszahlen für den neuen Service mittlerweile minus anstatt plus sind. (Übrigens, das Cover-Foto vom Feuerdrachen gibt es hier in noch höher Auflösung und stelle ich hiermit für die allgemeine Nutzung euch allen zur Verfügung.)

Hitwise selber finde ich ganz spannend als Datenlieferant, die haben in der Vergangenheit auch einige interessante Trends und Entwicklungen analysiert und ausgemacht. Doch wie immer wenn es um Statistiken geht, man muss sie auch interpretieren können. Ganz zu Schweigen von den Manipulationsmöglichkeiten die man im Rahmen statistischer Auswertungen hat. Maßstab, Skalierung und/oder gewählter Ausschnitt machen hier den Unterschied. Und manchmal sind die Daten die man “nicht” erhebt bzw anzeigt von entscheidender Bedeutung. In Fall der Google Plus Untersuchung mag da zwar wenig geschoben worden zu sein, ich stelle mir aber dennoch die Frage, wie diese Kurven damals bei Twitter und Facebook ausgesehen haben mögen.

Bei Google Plus kommt erschwerend hinzu, dass der Dienst nur über Einladungen zugänglich gemacht wird und die Kapazitäten gedrosselt werden. Wen wundern insofern die leicht zurückgegangenen Besucherzahlen? Als der erste Schwung User auf den Dienst losgelassen wurde, waren die natürlich erst mal schwer aktiv. Der Reiz des Neuen, die Lernkurve im Umgang mit dem Dienst und die ersten Testballons haben natürlich für anfängliche Hyperaktivität gesorgt. Wenn ich einen dicken Stein ins Wasser werfe, dann schmeisst der halt am Anfang eine große Welle, danach ebbt die Sache langsam ab 😉 Es greift die Gewöhnung.

Ich bin aber fest davon überzeugt, dass Google Plus kein Strohfeuer ist. Twitter dürfte es so langsam heiß werden, da brennt das Feuer immer heller. Denn Google Plus greift von seinen Funktionalitäten erst einmal Twitter an, Facebook kommt erst eine Stufe später. Wenn Google dann aber auch noch Firmen & Fan-Pages integriert, wirds langsam auch für Facebook wärmer. Es ist auch durchaus Platz für zwei, Google als auch Facebook könnten gut und gerne nebeneinander existieren, aber beim dritten Platz in der Mitte, da wo heute noch Twitter zwitschert, da wirds immer enger.

Update: Aus aktuellem Anlass noch ein Nachtrag. Der fehlende Edit Button bei Twitter und Facebook nervt. Hier sehe ich einen entscheidenden Vorteil von Google gegenüber seinen beiden Konkurrenten. Twitter und Facebook kommen mir vor wie eine Patchwork-Sammlung. Hier mal was drangebaut, da mal was gefrickelt. Twitter hat zudem viel zu wenig an Entwicklungen nachgereicht. Google kann einige Dinge wahrscheinlich viel leichter umsetzen als die beiden Konkurrenten, weil die Architektur und Struktur von Hard- und Software fortschrittlicher angelegt zu seien scheint. Vorsprung durch Innovation sozusagen 🙂

Gestern habe ich angefangen, eine Facebook Page für Seo.de anzulegen. Im Zeitalter der Sozialen Vernetzung kommt man nicht umhin, sowohl privat als auch mit wichtigen Projekten auf Plattformen wie Facebook und Twitter aktiv zu werden. Immer mehr verlagert sich die Kommunikation in diese Richtung. Wobei ich betonen möchte, dass für mich auch Weblogs ein Teil dieses Web 2.0+ Szenarios sind. Es macht aber Sinn, den Besucherströmen zu folgen.

Noch ist die Facebook Page nicht fertig, wobei ich sowieso das Gefühl habe, dass Facebook Seiten nie richtig fertig werden können, weil sich permanent etwas bewegt und verändert 😉 Ich habe aber schon mal angefangen ein paar Bilder in die Fotogalerie zu stellen, es soll als erstes eine Sammlung von Seo-Köpfen geben. Die Idee trage ich zwar schon lange mit mir rum, doch während man in einem klassischen CMS oder einem WordPress Blog meist einiges an Arbeit in eine funktionierende Fotogalerie stecken muss, hat Facebook die Funktion schon von Haus aus eingebaut. 1:0 für Facebook was das anbelangt.

Ich habe rechts im Menü auch noch eine Facebook Box eingebaut. Damit könnt ihr erstens verfolgen, was auf dem Facebook Channel passiert und zweitens den Like-Button benutzen, um eure Zuneigung für Seo.de zu bekunden. Ich hoffe ich kann euch alle überzeugen, dass ihr das auch tun werdet. Meine Dankbarkeit sei euch gewiss. Und irgendwie überlege ich mir gerade, wie und was ich unter allen Fans an Incentives verteilen könnte. Lasst euch überraschen.

Die meisten Online-Marketeers können den Begriff “Web 2.0” wahrscheinlich schon nicht mehr hören; ich behaupte jedoch, dass eigentlich nur Twitter diese Bezeichnung wirklich verdient hat!

Um dieses Statement zu untermalen, möchte ich kurz in Erinnerung rufen, wie Internet und Online-Marketing vor Google und SEO tickte:

Wer Besucher auf seine Webseite bekommen wollte, konnte durch die Wahl eines guten Domainnamens (Vgl. Sex.com Story) beachtlichen Type-In-Traffic bekommen. Des Weiteren waren neben Offline-Marketing, Einträge in Web-Verzeichnissen, Newsgroups und sonstige Links von externen Seiten die wichtigsten Besucherquellen. Werbeplätze gab es kaum und Suchmaschinen kämpften indes noch mit Problemen bei der Indizierung, der sinnvollen Sortierung der Ergebnisse, sowie inflationären Auswüchsen von Spam. Den (Modem-)Nutzern dienten sie nur leidlich gut zum Auffinden der überschaubaren Anzahl von sinnvollen Web-Inhalten.

Und was hat das nun mit Twitter zu tun?

Der Microblogging-Dienst ist die am schnellsten wachsende Applikation im Internet und das Szenario ist dem frühen “Web 1.0” gar nicht so unähnlich:

Es gibt zwar Suchmaschinen für Twitter, aber auch die fristen noch eher ein Nischendasein. Reichweite für die eigenen Meldungen bekommt man beispielsweise, indem man Nutzer „von außen“ zuführt (~Offline-Marketing), über Re-Tweets (~Links) oder Twitter-Gruppen (~Newsgroups); selbst die früher oft genutzten Top-Listen und Verzeichnisse existieren im Twitterreich.

Twitter Accounts = Domains?

Immer bekannter wird inzwischen auch die Tatsache, dass es bei Twitter im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen wegen der einfachen URLs durchaus beachtlichen Type-In-Traffic gibt – erkennbar u.a. daran, dass selbst ungenutzte Profile fleißig Follower sammeln (z.B. IKEA).

Das „Domain-Grabbing“ hat daher auch das Zwitscherland längst erreicht und der Handel mit guten Profilnamen kann – obwohl Twitter lt. AGB Besitzer aller Accounts ist – sehr lukrativ sein. (Siehe auch.)

TWO – TWitter Optimization

Spannend ist auch zu beobachten, wie die SEO-Szene ihre Taktiken auf Twitter adaptiert, um an mehr Follower (~einen höheren PageRank!?) und Reichweite zu kommen:

Während Spammer mittels Followertausch o.ä. wohl eher größtenteils unnütze Kontakte generieren, schafft es der Marcus beispielsweise durch informative und amüsante Tweets über die Content-is-King bzw. Linkbaiting-Masche. Thomas platziert regelmäßig Gewinnspiele und SEO-United pflanzt Bäume, um an Links Follower zu kommen. Kreativität ist also auch beim „TWO“ gefragt.

Und wie geht es jetzt weiter im „echten Web 2.0“?

Auch wenn ich der Überzeugung bin, signifikante Parallelen zwischen der Geschichte des frühen Internets und der Entwicklung bei Twitter zu erkennen, und ich mich daher zum Titel dieses Beitrages habe verleiten lassen, so sind die Rahmenbedingungen jedoch völlig andere. Dazu werde ich mich ein anderes Mal äußern – wer das nicht verpassen will, darf mir folgen 🙂

Das Internet ist bekanntermaßen eine der wichtigsten Informationsquellen für Kaufentscheidungen und die Meinungsbildung über Dienstleister, Bewerber, Kooperationspartner etc. Und gerade für Unternehmen können daher einzelne, im Internet veröffentlichte, Negativ-Meinungen zum existenziellen Problem werden – vor allem dann, wenn die Kritiker für die Suche nach dem Anbieter oder dessen Produkte prominent platziert sind.

Da Google keine jedoch Einträge löscht, sofern diese nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, und die klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit keinen adäquaten Schutz gegen ein gutes Suchmaschinen-Ranking von Neidern, Konkurrenten oder Wichtigtuern bietet, versuchen viele Unternehmen ihr Recht einzuklagen. (Wer wissen will, wie wenig sinnvoll das ist, möge mal “Seoline” googeln.)

Die Frage lautet daher: „Was kann man tun, wenn sich der Publisher beharrlich weigert, seine Meinung zu revidieren und ich das Problem nicht durch rechtliche Schritte verschlimmern möchte?“
Eine Antwort ist: Reputation Management SEO!

Rand Fishkin beschrieb dazu kürzlich in einem Blogpost die Methode des “Outrankings” zugunsten der eigenen Reputation, d.h. man verdrängt den ungeliebten Eintrag in den SERPs durch:

  1. Erstellung optimierter Inhalte zu dem entsprechenden Begriff + klassisches SEO.
  2. Das gezielte Publishing auf sehr starken und somit potenziell gut rankenden Plattformen.
  3. Die Verbesserung des Rankings bereits existierender Positiv-Meinungen durch Linkbuilding.

Auch wenn Randfish diese Methodik als sehr aufwändig und teuer bezeichnet, und Dan Larkin einst vom “SEO-Olymp” sprach, möchte ich anhand ein paar kleiner Beispiele zeigen, wie Reputation Management per SEO weder zutiefst manipulativ, noch unglaublich teuer sein muss:

  • SEAT listet auf der Übersicht für das Modell “Leon” aktuelle Pressestimmen. Würde man das etwas geschickter machen, wären die Testsiege sicher Top platziert für Suchkombinationen mit “Test” oder “Vergleich”.
  • Das “Seeding” von positiven Darstellungen der eigenen Produkte muss gar nicht selbst durchgeführt werden. Bittet oder belohnt man “Fans” seiner Marke für Berichte auf Meinungsplattformen – insbesondere dort, wo schon Negativ-Berichte vorhanden sind – füllen sich die SERPs mit wohlwollenden und gleichzeitig sehr glaubhaften Einträgen.
  • Befinden sich die Negativ-Meinungen in Foren, kann man durch weitere Einträge absichtlich Keyword Cannibalization hervorrufen und durch Backlinks deren Reihenfolge steuern.
  • Man kann auch Social Bookmarking oder Social News nutzen. Erstellt man hier einen optimiert getexteten Eintrag und nutzt die eigene Seite oder den eigenen Newsletter zur Unterstützung, kann man dank Aktualitätsbonus meist relativ schnell etwas bewegen.
  • Firmen, die ohnehin Gewinnspiele, Umfragen oder Pressearbeit machen, können durch eine geschickte Titulierung ihrer Veröffentlichungen die SERPs für bestimmte Suchkombinationen dominieren.
  • uvm.

Dass man negative Meinungen durch Reputation Management SEO nicht vollständig unsichtbar für alle Begriffe machen kann, sollte klar sein. Außerdem sollte nicht erst gehandelt werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und die Gefahr besteht, dass einzelne Meinungen durch Dritte aufgegriffen, bestärkt und verbreitet werden. Daher empfiehlt sich in der Praxis, die proaktive Beeinflussung des Meinungsbildes in Suchmaschinen als festen Bestandteil einer Online-Kommunikationsstrategie zu integrieren.

Seitdem Google die Vorherrschaft des Internets übernommen hat, wünschen sich nicht wenige Marktteilnehmer etwas mehr Konkurrenz auf dem Markt der Suchmaschinen. Zu groß jedoch ist der technologische Vorsprung, zu ausgereift der Algorithmus von Google. Wo tausende Entwickler, Quality Rater und Millionen von Nutzern tagtäglich den Index verbessern haben es selbst Giganten wie Microsoft nicht einfach bemerkenswerte Reichweiten zu erlangen. Mittlerweile ist man sich wohl darüber einig, dass ein Emporkömmling Google nicht in der eigenen Disziplin schlagen kann, sondern etwas grundlegend Neues vorweisen müsste. Und dennoch, trotz vieler Versuche gibt es bis heute leider noch immer keine nennenswerte Konkurrenz, zu gleich sind die Angebote der Großen, zu klein die der Kreativen.

Mögest du in interessanten Zeiten leben

Eine chinesische Verwünschung lautet: “Mögest du in interessanten Zeiten leben”. Denn interessante Zeiten birgen in der Regel viel Potential für grundlegende Veränderungen der Wirtschafts- und Machtverhätlnissen. Und in der Tat, wenn man zu verstehen sucht, was es bedarf Google aufzumischen, muss man sich vergegenwärtigen, wie sehr die Welt einem ständigen Wandel unterliegt. Der Telefon löst die Telegramme ab, der Computer den Fernseher und Web 2.0 die statischen Riesen der ersten Internetgeneration. Wenn immer es zu drastischen Veränderungen kommt, werden die Karten neu gemischt und Machtverhältnisse neu verteilt. Genau aus diesem Grund haben viele Unternehmen in schnelllebigen Sektoren Probleme dauerhaft erfolgreich zu sein. Einmal groß geworden sind viele von ihnen zu unflexibel um rechtzeitig auf die Änderungen der Zeit reagieren zu können. Derartige Trägheit bedeutet wiederum Chancen für Startups welche die Probleme der Zeit lösen können. Bisher hat Google einen großartigen Job gemacht, ihre Fühler in die richtigen Richtungen auszustrecken und sich mit Produkten wie analytics, maps, gmail, youtube, feedburner und anderen strategisch ständig auf neue Gegebenheiten eingestellt oder sich zumindest bemüht die Optionen weitestgehend offen zu halten. Lässt man den Blick mit diesem ständigen Wandel im Hinterkopf aber mal in Richtung 1999 zurückschweifen, stellt man fest, dass Google in der damaligen Internetlandschaft mit seinem PageRank zwar ein Problem der Zeit gelöst hat, seitdem aber weitestgehend mit der strategischen Erweiterung seiner Marktstellung beschäftigt war. Mit Erfolg muss man sagen, denn selbst ähnlich gute oder gar etwas bessere Suchdienste würden Google wahrscheinlich nicht mehr den Rang ablaufen können. “Googlen” ist zu tief in den Köpfen der Menschheit verankert. Die stärkste Marke der Welt ist für zuverlässig funktionierende Einfachheit bekannt, der Mensch als Gewohnheitstier macht da keine unnötigen Experimente mit anderen Anbietern.

Was hat sich verändert?

In den Jahren seit 1999 ist natürlich unheimlich viel passiert, Google hat durch die Gewichtung von Links einem unstrukturierten Internet eine Rangordnung eingehaucht und das Internet hat sich von einem etwas einseitigen Konsummedium zu einer in sich kommunizierenden Cloud gewandelt. Daten werden immer spezifischer und ihre Formate immer konzentrierter, wo früher eine Fachzeitschrift gekauft wurde, werden heute nur einzelne Blogbeitrage gelesen. Menschen schließen sich in sozialen Netwerken oder Interessengruppen zusammen und tauschen im Instant Messanger, auf Facebook und natürlich Twitter ihre Erkenntnisse, Fundstücke, Errungenschaften und sonstigen geistigen Ergüsse aus. Was speziell bei geistigen Ergüssen oder fliegenden Schafen etwas aberwitzig klingen mag sind in der Regel auf mich zugeschnittene und somit hochrelevante Informationen. Ähnlich wie bei meinem Google Reader erreichen mich nur Information von Leuten die ich als relevant eingestuft habe. Es hat also eine grundlegende Richtungsänderung stattgefunden – wo früher Informationen gesucht werden mussten, kommen heutzutage die Informationen auf mich zu.

Sag mir mit wem du gehst, und ich sage dir was du suchst

Was Google schon vor Jahren richtig erkannt hat, ist das auch Ihre Informationsbeschaffung immer umfangreicher werden muss, wo früher der Link von Webseite A zu Webseite B als Qualitätskrierium ausgereicht hat, mussten bald weitere Hintergrundinformationen mit einfließen. Als auch dies nicht mehr ausreichte, wurden der in die Jahre gekommene PageRank von einem Trustrank abgelöst und mittels der gigantischen Reichweite von Google Nutzungsdaten gesammelt. Und dennoch, trotz allem Sammeln, Speichern und Verwerten bleibt Google doch immer nur der stille Beobachter, maximal fähig mathematische Schlüsse aus mehr oder weniger anonymen Benutzerdaten zu ziehen. Die Versuche unter Einbeziehung von Digg und anderen Social Media Diensten eine virale Komponente mit in den Algorithmus einfließen zu lassen kann man zwar erfolgreich nennen, aber auch sie kratzen eigentlich nur an der Oberfläche dieses neuen Internets. Um wirklich tiefgreifend verstehen zu können wie soziale Gruppen oder Interessengemeinschaften mit einander interagieren, braucht man nicht statistische sondern echte, personenbezogene Daten…

Wie Facebook Twitter Konkurrenz machen wird

Als ich das neue Layout von Facebook letzte Woche in der Vorschau zum ersten Mal sah, ist mir nicht direkt aufgefallen was diese Design Änderung eigentlich für Auswirkungen haben könnte. Erst als ich später über den Spiegel Artikel Facebook baut sich zur Webschwatzbude um gestolpert bin und mir das Techcrunch Interview mit Ex Googlerin Sheryl Sandberg sowie die gescheiterte $500 Mio Übernahme von Twitter ins Gedächtnis rief, setzten sich die Stücke bei mir langsam zusammen. Was Facebook da eigentlich baut ist nicht nur ein Live Stream, sondern könnte vielmehr zu einem gigantischen Internet Aggregator werden. Denn dank der neuen Pages kann ich nicht nur mich mit Millionen von Fans, Supportern oder Kunden verknüpfen, sondern diese auch mittels meiner Statusmeldungen und anderen Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten – sämtliche Änderungen kommen direkt in die Livefeed meiner Entourage. Im Gegensatz zu Twitter ist Facebook dabei kein aufstrebendes Startup sondern vermutlich bereits an die 200 Millionen User schwer und auf dem besten Wege die meistbesuchteste Website der Welt zu werden. David gegen Goliath also und darüber hinaus auch ungleich mehr Möglichkeiten sich auf Facebook zu präsentieren. Bei gays.com z.B. haben wir neben unserem Twitter Account sehr viel Energie in den Aufbau der Facebook Page gesteckt, über welche wir jetzt unsere Blogbeiträgen verbreiten, Events planen, oder Newsletter an unsere 18.000 Fans schicken können. Twitter kann da nicht mithalten.

Wenn man sich zu Gemüte führt wie Dell nach eigenen Angaben $1 Mio. Umsatz durch Twitter generiert hat und Obama seinen Wahlsieg unter anderem der ausgezeichneten Kommunikation mit fast 6 Millionen Facebook Supportern und annähernd 400.000 Twitter Folgern zu verdanken hat, wird klar was für ein gigantisches Potential in der Verknüpfung von Nutzermassen mit Unternehmen liegt. Mit bereits einem Fünftel der Internet Bevölkerung und noch immer 2stelligen Wachsumsraten in den bevölkerungsstarken asiatischen Ländern wird Facebook bald das zentrale Bindeglied zwischen Produkten, Firmen, Persönlichkeiten und den Menschen dieser Welt darstellen. Als Betreiber der Datingseite Poppen.de habe ich mich immer gefragt, warum Facebook nicht einfach einen Premiumaccount anbietet, um so sicherlich 1% der Nutzer zu regelmäßigen Zahlern zu machen. Nun habe ich verstanden, dass sie ihr Geld wahrscheinlich ganz wo anders machen werden…

Facebook Connect als sozialer Aggregator

Doch mehr noch, mittels Facebook Connect und den Social Applications können nun auch noch meine Aktivitäten von anderen Seiten in meinen Livefeed gestreamt werden. Eine Art Beacon 2.0 also, nur dass Webseiten dieses Mal nicht freiwillig bei Facebook einbuchen werden um Werbung zu machen, sondern früher oder später nicht umhinkönnen auch mit Facebook verküpft zu sein wenn sie ein Stück vom Traffic Kuchen abbekommen wollen. Das Endresultat wird je nach Privatsphäre-Einstellungen also ein universeller Feed für die Internet-Aktivitäten meiner Freunde, Produkte und Businesspartner. Über die Möglichkeit meine Facebook Freunde in Gruppen einzuteilen, kann ich dann leicht zwischen dem gebündelten Livefeed von Familienmitgliedern, Freunden und Geschäftspartnern unterscheiden, ich würde könnte mir sogar vorstellen, dass mein geliebter Google Reader bald überflüssig werden könnte, da immer mehr Blogger ihre RSS Feeds mit ihren Facebook Accounts verbinden werden.

Die Informationen kommen auf mich zu

Wenn ich mir nun noch mal die neue Facebook Startseite anschaue, fällt mir darüber hinaus auf wie “Share” das zentrale Element der Homepage geworden ist. Facebook hat erkannt, dass die relevantesten Informationen heute nicht mehr gegoogelt werden müssen, sondern mir über die “Shares” meines digitalen sozialen Netwerkes ganz natürlich zugetragen werden. Ich stelle mir vor, wie zum Beispiel ein Forscher in Zukunft neben der Unterteilung in Familie und Freunde (links im Screenshot) auch noch Gruppierungen “Forscher”, “Gesundheitsministerien”, “Firmen” etc. in seinem Facebook Stream hätte. Mit einem Klick kann er dann schnell sehen, was es alles Neues in der Welt von BASF, Ulla Schmidt oder den Forscherkollegen gibt.

Vielleicht muss man Google gar nicht besser machen, vielleicht muss man einfach nur die Zeichen der Zeiterkennen und entsprechende Produkte liefern?

Facebook als Google Killer

Es ist natürlich gewagt eine solche reißerische Aussage zu machen, doch wenn überhaupt eine Firma Google Konkurrenz machen könnte, dann ist es Facebook. Vielleicht nicht wegen, aber auf jeden Fall zu einem großen Teil dank Microsofts großzügiger Bewertung von 15 Milliarden für Facebook, wurden so auch Türen geöffnet und dem heimlichen Ziehsohn ein bisschen Ruhe beim Entwickeln und vor anderen Angeboten durch Microsoftkonkurrenten gewährt.

Ob Microsoft irgendwann mal ihre Live.com Suche in Facebook integrieren wird bleibt reine Spekulation. Fakt ist auf jeden Fall, dass ein Haufen guter Google Mitarbeiter sich entschieden haben zu Facebook zu wechseln. Fest steht auch, dass Facebook vorallem Dank des intelligenten Adservers mittlerweile die Möglichkeit haben dürfte, seine User in thematische Gruppen einzuteilen, und auch deren Gewohnheiten tracken könnte.

Mit Wissen, was bestimme Usergruppen auf Facebook an Informationen und Links teilen und wie andere Usergruppen das zu schätzen wissen (I like this/ I dont like this), hätte man durchaus eine echte Alternative  zu Googles TrustRank entwickelt. Würde man dann noch das Klickverhalten dieser Usergruppen in den SERPS tracken und meine Suchergebnisse anhand dieser Daten und meinem direkten sozialen Umfeld optimieren müsste Google sich wahrscheinlich warm anziehen.

Wie auch immer es kommen wird, es wird spannend bleiben und ich freu mich drauf.

Bitte nicht zögern, Eure Kommentare sind willkommen und sogar gewünscht 😉

P.S. Dieser Beitrag ist auch in englischer Sprache unter julius-dreyer.com zu finden.

Viele Firmen tun sich schwer, aktuelle Webtrends gewinnbringend einzusetzen; nicht Wenige scheuen sich gar vor dem sog. Web 2.0. Dabei bietet die Kombination von herkömmlichen und neuen Online-Marketing Tools gerade der guten alten Firmenhomepage einige Optionen auf Social Traffic und neuen Schwung für SEO. Die folgenden 12 Praxisbeispiele sollen Mut zum Querdenken machen.

E-Mail Newsletter + Social News

Sofern Sie nicht selbst Betreiber eines größeren Nachrichtenportals sind, macht es überhaupt keinen Sinn, deren Icon Leiste zu kopieren. Die enthaltenen Social News Icons (Yigg, Webnews etc.) sollten bei Firmenhomepages nur dort platziert werden, wo kurzfristig starker Traffic zu generieren ist: den Landingpages ihres E-Mail Newsletters. Tragen Sie ihre Artikel selbst – notfalls mit mehreren Accounts – unmittelbar vor dem Versand des Newsletters auf den Social News Portalen ein. Das bietet ihnen volle Kontrolle über den Inhalt der veröffentlichten Meldungen und sorgt dafür, dass ihre Abonnenten nur noch per Klick abstimmen müssen. Im Newsletter sollte zudem auf den/ die Icons hingewiesen werden.

Seite weiter empfehlen + Social Bookmarking

„Ihr bekannter Max Mustermann empfiehlt ihnen mit dem Hinweis tolle Seite, folgenden URL zu besuchen […].“ Diese Meldung ließe sich folgendermaßen ergänzen: „Sollte Ihnen dieser Artikel ebenso gut gefallen, denken Sie daran, diesen Link auch ihrem sozialen Netzwerk bekannt zu machen. Die entsprechenden Social Bookmarking Icons finden Sie oben rechts auf jeder Seite.

Seitensuche + Tagcloud

Hat die Ergebnisseite ihrer Seitensuche den Suchbegriff im Url? Wenn ja, dann bringt ein Direktlink die lokalen SERPs auch in den Google Index. Sofern sie Suchbegriffe verwenden, die Ergebnisse liefern, haben Sie automatisch aktualisierten Content, der für SEO durchaus Vorzüge besitzt.

Das besondere für diese Betrachtung ist allerdings, dass der erzeugte Content jeweils mit einem Begriff etikettiert werden kann, also quasi getagged ist. Eine Wolke, die ihre Direktlinks optisch in Szene setzt, ist schnell gebaut. Wenn Sie möchten, nehmen Sie die Logfiles ihrer Seitensuche als Grundlage für die Begriffswahl; diese selbst zu bestimmen bietet allerdings mehr Flexibilität und Steuerungspotential. Titulieren lässt sich die Wolke als „1-Klick Suche“ oder auch „Top-Themen“.

Ratgeber / FAQ + Linkbait

Viele Firmenhomepages enthalten sehr nützliche Tipps und Problemlösungen zu Themen ihrer Branche. Diese werden auch gern und oft verlinkt, schließlich ist ihre Firma im Markt bekannt und vertrauenswürdig… oder etwa nicht? Ihr hochwertiger Content wird möglicherweise von manchen Webmastern/ Bloggern oder dem Wettbewerb eben nicht verlinkt, gerade weil ihr Firmenname drüber steht („subjektiv“, „zu kommerziell“, „suggestiv“ etc.). Darüber hinaus unterliegen Sie auf ihren eigenen Webseiten auch formalen und stilistischen Beschränkungen, die ihre Tipps im Vergleich eher unattraktiv erscheinen lassen. Durchforsten Sie ihre Webseite nach Ratgebern, FAQ. Kommentare oder Anleitungen, die für eine breite Öffentlichkeit interessant sein könnten und recyceln diese als Artikel, wie „Die zehn besten Profitipps für…“, „Was sie unbedingt über Xy wissen müssen“, „Diese Irrtümer können Sie bares Geld kosten“ etc. Diesen Content bieten Sie Blogs, Verbraucherportalen oder sonstige Branchenseiten an und sichern sich hochwertige Links durch Quellenverweise.

Webforum + Blog

Viele Foren haben bereits einen Bereich in dem nur bestimmte Nutzer neue Beträge erstellen und die Community kommentieren kann. Diese Bereiche tragen unsexy Namen wie „Ankündigungen“, „Forenregeln“ oder auch „Nur für Moderatoren“ – nicht besonders blogtauglich, oder?

Aber mal im ernst: Sich für teuer Geld einen Profi-Blogger zu engagieren, der das Firmenimage modernisiert, kommt nicht für jede Firma in Frage. Wenn Sie eigene Erfahrungen mit dem Bloggen machen möchten, finden sie wesentliche Funktionalitäten auch in ihrem Webforum wieder.

Die „unwesentlichen“ Funktionen folgen im nächsten Punkt…

Branchenkommentar + Blog

In einigen Branchen veröffentlichen Firmen regelmäßig Kommentare zur aktuellen Marktlage, Branchentrends etc. Statt ohne Blogsoftware zu bloggen, ist auch der umgekehrten Weg interessant.

Passen Sie das Template einer Blogsoftware optisch exakt an ihre Firmenhomepage an, schalten – wenn unerwünscht – die Kommentarfunktion aus und entfernen auch die übrigen Blogfunktionen, so bleiben einige nützliche Features dennoch erhalten: Trackbacks, RSS, Auto-Ping.

Die prompte Aufnahme in die Blog-Suchmaschinen, ein Eintrag in Blog-Verzeichnisse und die Möglichkeit, Trackback-Links in ausgewählten Branchenblogs zu hinterlassen, sollte die Reichweite ihrer Kommentare steigern…

…und was mit RSS so alles anzustellen ist, folgt in Teil II dieses Artikels.

Über den Autor

Gero Wenderholm ist seit 10 Jahren beruflich im Internet tätig. Zunächst als Programmierer und Webdesigner gestartet, beschäftigt er sich seit 5 Jahren auch eingehend mit Suchmaschinenoptimierung.
Dabei war er unter anderem Marketingleiter bei LCD Media und Online-Marketing Manager/ SEO-Consultant für Dr. Klein. Heute betreut der Diplom-Informatiker die B2C-Portale der Hypoport AG in Sachen SEO.