Die Anreise – von Harsewinkel nach Bonn

Am Donnerstag Nachmittag begab ich mich auf den Weg nach Bonn, um dort zum ersten Mal am SEO Stammtisch Bonn teilzunehmen. Ausrichter dieser Verantaltung war Johannes Beus, auch bekannt als Lichtgestalt der Seo Szene. Vielleicht werdet ihr euch jetzt fragen, was um Himmelswillen hat ein Harsewinkler SEO in der ehemaligen Bundeshauptstadt zu suchen? Diese Frage beschäftigte mich ebenfalls während meiner 140 minütigen Zugfahrt nach Bonn. Am Bahnhof stand dann schon die Antwort – Uwe Weider, ein langgedienter SEO aus Bonn, hatte mich auf der DMEXCO überredet, ich möge doch meine Idee, durch die Republik zu reisen und SEOs und SEO Firmen zu besuchen und zu porträtieren, wahrmachen und am besten gleich mit Bonn anfangen.

Das Intermezzo – bei Johannes im Büro

Und so habe ich die Gelegenheit ergriffen, das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden und vor dem Stammtisch einen Abstecher zu den neuen Büroräumen von Seo Legende Johannes “Sistrix” Beus zu machen. Zusammen mit Uwe trabte ich also in Richtung Wenzelgasse 28, wo die Firma Sistrix vor ca. drei Wochen ihr neues Domizil aufgeschlagen hat. Die Adresse ist gut und zentral gelegen, und vom Bahnhof aus in 10-15 min Fußmarsch zu erreichen. Nach einer herzlichen Begrüßung geleitete uns Johannes durch die Räumlichkeiten und ich nahm die Gelegenheit wahr, ein paar Fotos zu schießen.

Nach ein wenig Smalltalk mussten wir uns auch schon auf den Weg zum Bierhaus Machold begeben, wo die ersten beiden Gäste vor der Türe auf uns warteten.

Der Seo Stammtisch

Bierhaus Machold

Es war 5 vor 7 Uhr und damit noch vor dem offiziellen Stammtisch Beginn, als wir die Gaststätte betraten und feststellen mussten, dass wir nicht die Ersten waren. Der erste Tisch war schon komplett mit Seos besetzt, das habe ich so nicht mal bei der Abakus PubKonferenz erlebt 😉

Es strömten immer mehr Gäste hinein und schon nach kurzer Zeit war der Raum mit Seos gut gefüllt.

Die Themen des Abends waren vielfältig und handelten von Manipulationen bei der besten Seo Wahl, Zeiträubern wie Twitter, Facebook und Familie, alte Bertelsmann und Lycos Zeiten, Jobbewerber und ihre Bewerbungen und die deutsche Rechtschreibung.

Es wurde fließig diskutiert. Sei’s im Stehen, sei’s im Sitzen.

Zwei Themen möchte ich noch erwähnen – Googles aktuellen Angriff auf die lokalen Ergebnisse und eine Diskussion über Hunde und Pferde und Videos. Ausgelöst wurde die Diskussion durch ein neues Projekt von Thilo Krämer mit Namen Tier.tv. Übrigens seht ihr Thilo auf dem folgenden Foto links neben Hanns Kronenberg sitzen.

Eigentlich kann bei dem Projekt nichts mehr anbrennen, auf der einen Seite hat Thilo einen TRG Consultant neben sich sitzen und wie man auf dem nächsten Bild sehen kann, auch noch eine SEO Linguistin hinter sich stehen. Bei solch einer Rückendeckung ist der Erfolg vorprogrammiert 🙂

Der Name lässt es schon vermuten, auf dieser Plattform werden Tier-Videos präsentiert und da soll in Zukunft noch einiges passieren. Vor einigen Wochen wäre ich an solch einem Thema noch achtlos vorbei gegangen, doch seitdem bei uns zu Hause ein kleiner, süßer Labradoodle dudelt, hat sich die Welt auch für mich “tierisch” verändert 🙂

Die letzte Runde

Höhepunkt des Abends, in kleiner Runde und zu fortgeschrittener Stunde, waren Fabian “Cyb” Brüssels Ausführungen zu seiner neuen Experimental-Plattform, die ganz phantastische Dinge können soll und mit der er Google gehörig auf den Zahn fühlen wird.

Leider ist das Projekt so geheim, dass ich mich nicht traue öffentlich darüber zu schreiben. Wer Genaueres darüber wissen möchte, der muss schon auf den nächsten Bonner SEO-Stammtisch kommen 🙂

Wenn ich eines liebe, dann diese Wortspiele 🙂 Diesmal habe ich es geschafft, Robert Basic und Google in einer Titelstory unterzubringen. Mit dem Titel meine ich das Title-Tag, mit dem Vorreiter meine ich eine neue Titel Spielerei von Google. Darüber gestolpert bin ich, als ich in Google nach Robert Basic gesucht hatte, um zu kontrollieren, ob Basic Thinking seiner eigenen Homepage in den Google Serps immer noch den Rang abläuft. Zeit genug ist ja schon vergangen seit dem Blogverkauf.

Ich muss euch auch gleich noch erzählen, warum ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, nach Robert Basic zu suchen. Ich hatte kurz vorher überlegt, ich könne vielleicht einen kleinen Artikel über Mister Wongs neues Outfit schreiben und war dabei auf den Mister Wong reloaded Artikel auf Basic Thinking gestoßen. Ach, interessant dachte ich, hat der Robert dazu auch schon seinen Senf abgegeben. Und fing an zu lesen. Der Artikel hatte auch die passende basicsche Länge und den robertoresken Schreibstil, also realisierte ich anfänglich gar nicht, dass ich den Worten von Marek Hoffmann und nicht denen von Robert Basic folgte. Wie peinlich 😉

Nun kann ich mir aber auch vorstellen, dass ich nicht der einzige bin, dem es schon mal so ergangen ist. Sei es, weil man in geistiger Umnachtung auf Basic Thinking aufgeschlagen ist und die Basicsche Prägung im Gehirn immer noch nicht ganz verflogen ist, oder aber, weil man nach Robert gegooglet hat und an erster Stelle sein altes Weblog vorfand. Und dann insgeheim Robert mit dieser Seite assoziiert. Denn das tut selbst Meister Google.

Ein Blick auf Googles Serps zeigt Erstaunliches. An erster Stelle, noch vor dem eigentlichen und originären Titel der Seite, steht der Name Robert. Robert macht dort gewissermaßen den Vorreiter. Oder wenn man so will, das Aushängeschild. Das Kuriose daran, der Name Robert ist nirgends auf der Basic Thinking Homepage zu finden. Erst recht nicht im Title Tag. Der Name existiert nur in Links die auf die Seite verweisen, wie es so schön heisst im Google Cache. Wir hätten hier also eine klassische Google Bombe.

Ist doch amüsant, Google will mal wieder schlauer sein als die Seitenbetreiber. Und jagt den armen Suchenden damit ins Boxhorn. Eine Teilschuld möchte ich an dieser Stelle aber auch Meister Robert selber geben, der Seitentitel seiner neuen Homepage “written in basic” ist m. E. ziemlich suboptimal. Da gehört der Vorname mit rein in den Titel. Vielleicht können wir ja Robert mit passenden und kreativen Titel-Vorschlägen davon überzeugen, dass er seinen alten Titel überarbeitet. Damit er der echte, einzige und eigentliche Vorreiter im Google Index für seinen Vornamen Robert wird. Also, her mit den Vorschlägen.

Jeder SEO kennt Googles Universal-Search Darstellung für Diskussionen in Foren. Google kennt den immer gleichen Seitenaufbau der großen Foren-Systeme und listet deren Seiten entsprechend. Bei Eigenentwicklungen oder stark angepassten Systemen stellt sich die Frage wie man die Daten auch für Suchmaschinen verständlich präsentiert. Ziel ist es, dass auch bei Eigenentwicklungen und stark angepassten Systemen die Daten für die “Enhanced Results” herangezogen werden können.

Ein Microformat speziell für Diskussionen ist bisher nicht in Sicht und dennoch sind schon alle Mittel für eine klare Auszeichnung vorhanden:

Einen Liste von Einträgen zeichnet man einfach mittels hfeed aus. Die einzelnen Einträge zeichnet man mittels hentry innerhalb von hfeed aus. Jeder Eintrag bekommt darüber hinaus zwingend einen Titel, Inhalt, einen Author sowie ein Datum. Diese Informationen reichen zumindest bei Yahoo! für “Enhanced Results” schon aus.

<div class=”hfeed”>
 <div class=”hentry”>
  <h1 class=”entry-title”>Title for my Enhanced Search Result</h1>
   <div class=”entry-content”>
     We are testing new markup to get our sites listed as Enhanced Search Results.
   </div>
  Author: <span class=”vcard author fn”>John Doe</span>
  Last updated: <abbr class=”updated” title=”2010-10-19T16:53:58+02:00″>October 19, 2010</abbr>
 </div>
</div>

Eine weitere Anreicherung der Daten kann durch den verstärkten Einsatz von Microformaten erfolgen. Yahoo! empfiehlt z.B. zusätzlich ein Veröffentlichungsdatum und Tags anzugeben. Eine Präsentation des Authors kann z.B. durch eine Auszeichnung mittels hCard Microformat verbessert werden.

Für Blogs sollte dies vollkommen ausreichen. Für Foren ist die Sache etwas komplexer. Der große Unterschied besteht darin, dass Einträge bei Foren meist über mehrere Seiten hinweg dargestellt werden. Die Zugehörigkeit der Einträge auf den anderen Seiten muss für die Suchmaschinen also ersichtlich werden. Ein guter Weg um dies zu erreichen ist es die Pagination unter Verwendung von rel=”next” (nächste Seite), rel=”prev” (vorherige Seite), rel=”start” (erste Seite) auszuzeichnen und diese innerhalb von hfeed zu platzieren. Das fertige Endergebnis sieht dann wie folgt aus:

<div class=”hfeed”>
 <div class=”hentry”>
  <h1 class=”entry-title”>Title for my Enhanced Search Result</h1>
   <div class=”entry-content”>
    We are testing new markup to get our sites listed as Enhanced Search Results.
   </div>
   Author: <span class=”vcard author fn”>John Doe</span>
   Last updated: <abbr class=”updated” title=”2010-10-19T16:53:58+02:00″>October 19, 2010</abbr>
 </div>
 <div>
    Page: <a rel=”start” href=”/?page=1″>1</a> <a rel=”prev” href=”/?page=1″>2</a>
             <a rel=”active” href=”/?page=1″>3</a> <a rel=”next” href=”/?page=1″>4</a>
 </div>
</div>

Weiterführende Links:

Der Autor dieses Gastartikels ist Tobias Schwarz (AmbiWeb).

Großes Kino. Seo-United hat mal wieder ein goldenes Händchen bei der Auswahl seiner Themen. Geradezu fabelhaft. Ein Seo-Märchen. Ich frage mich, wie Gretus und Co. es immer wieder schaffen, mich so in Verzückung zu bringen:

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer sind die besten SEOs im deutschen Land?

Und dabei geht es erst um die Vorauswahl. Für die im November stattfindenden SEO-Wahlen sollen die potentesten Kandidaten gefunden werden. Stellt sich jetzt nur die Frage, kann man das so einfach mit einer Umfrage heraus bekommen? Ganz abgesehen von der Frage, ob man den besten deutschen Seo überhaupt finden kann bzw welche Kriterien einen besten Seo überhaupt auszeichnen. Alleine die Beschäftigung mit dieser Frage ist wertvoller als jede Umfrage. Ich habe hier Stefan Fischerländers alten Blogartikel deshalb verlinkt, weil er die Komplexität der Frage sehr schön in Wort fasst. Ich kann seine Aussagen nur unterschreiben.

Bester Seo - Fridaynite Zurück zur Umfrage. Das ist natürlich der nächste Schwachpunkt der Geschichte. Der beste Seo ist u. U. derjenige, der das beste Script zum Manipulieren der Votes im Einsatz hat bzw. am schnellsten Cookies löchen und IPs wechseln kann. Oder der es geschafft hat, seine Forenmitglieder zum Abstimmen zu verleiten. Oder seine Facebook Fans zum Mitmachen auffordert. Twitter nicht zu vergessen. Oder ist es vielleicht derjenige, der seine Blogleser am besten zum Voten animiert? Was ich damit ausdrücken will, das Resultat einer Suche nach Deutschands besten Seos hat ein hohen Unterhaltungs-, aber einen niedrigen Informationswert. Und falls es jemanden interessiert, einer der das alles nicht nötig hat und den ich für den besten Seo Deutschlands halte, obwohl er auf Teneriffa sitzt, ist Fridaynite.

Update 17:01 Uhr: Jetzt wird’s lustig, Alexandra Lindner ist gerade im Voting an Johannes Beus und Mario Fischer vorbei gezogen. Das Wettrennen ist eröffnet 🙂

Man kann über Google sagen was man will, für eine Überraschung ist das Unternehmen immer gut. Zwar rennen mir tagtäglich Googles Robots über den Weg, bislang aber nur im Internet. Dort durchstreifen sie das World Wide Web, navigieren von Seite zu Seite und von Domain zu Domain und sammeln brav Daten für den Bau eines riesigen Suchmaschinenindex. Das machen sie von alleine, die Steuerung übernimmt eine Software. Doch jetzt kann man lesen, dass Roboter schon seit einem Jahr über Kaliforniens Straßen steuern und ein menschlicher Beifahrer nur noch den Geleitschutz mimt. Das klingt schwer nach Science Fiction, manch einer hielt die Geschichte für ein Gerücht oder einen PR-Gag von Google, doch nachdem es sogar offiziell auf Googles Blog einen Artikel über Googles Fahrkünste gibt und Medien und Blogger auf Googles Robocar aufgesprungen sind, scheint klar, Google hat mal wieder ein neues Forschungsgebiet gefunden und sich gleich an die Spitze gesetzt. Respekt.

Schon die Härte wie Google mit seinem Robocar Vollgas gibt. Holen einfach die Creme de la Creme der Automobil Robotiker von der Straße weg und sorgen für eine irre Beschleunigung in der AutoRobotik. Mit Christopher Urmson von der Carnegie Mellon University, der mit dem Tartan Racing Team die Urban Challenge 2007 gewann und dem Zweitplatzierten Sebastian Thrun, der mit dem Stanford Racing Team die DARPA Grand Challenge 2005 gewinnen konnte, hat sich Google die absoluten Robocar Experten ins Team geholt. Sebastian Thrun ist Professor für künstliche Intelligenz an der Stanford University und Autor von Googles oben erwähnten Blogartikel. Ursprünglich stammt Thrun aus Deutschland.

Die mit Laser, Radar, GPS, Videokamera und Bewegungssensoren ausgestatteten Google Fahrzeuge haben mittlerweile schon rund 225.000 km Fahrtstrecke hinter sich gebracht, automatisch gesteuert von einem schlauen Robot und begleitet von einem Menschen, der in Notfällen ins System eingreifen konnte. Dabei sollen teilweise auch recht anspruchsvolle Strecken abgefahren worden sein. Das ist eine reife Leistung. Wohlmöglich werden in nicht allzu ferner Zukunft computergestützte Fahrzeuge ihren Weg alleine durch unsere Straßen finden. Oder uns so gut assistieren, dass wir nur noch sagen wo es langgehen soll und wir kaum noch einen Handschlag selber machen müssen. Das mag die Anzahl der Verkehrsunfälle und Toten drastisch reduzieren helfen, das kann den Kraftstoffverbrauch senken und macht irgendwann die Taxifahrer arbeitslos. Und eröffnet Google in ferner Zukunft vielleicht sogar die Möglichkeit den Verkehr in Echtzeit zu überwachen und zu regeln, den Googlern eine Art Echtzeit Street-View anzubieten und dem Militär nicht nur bei der Logistik sondern auch im Kampfeinsatz unter die Arme zu greifen. Da können wir in Zukunft noch einiges erleben. Ob wir wollen oder nicht 😉

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem wir hier im Februar 2008 das SEO.de Ratespiel gestartet hatten mit der Frage: “Wann wird SEO.de in Googles TopTen fuer “seo” gelistet sein?”, sind gut 2,5 Jahre vergangen. Am 8. September war es endlich so weit, die magische Grenze wurde genommen. Vorausgegangen war ein munteres auf und ab in den Google SERPs, das ich natürlich extra mitgeschnitten habe – den Sistrix Seo Tools sei Dank.

Ein durchaus bewegendes Bild, das uns Google da geboten hat. Seo.de war für den Begriff SEO bis auf Position 200 abgesackt, hat sich berappelt, ist wieder abgetaucht und hat sich dann langsam wieder gefangen, ist noch eine Runde Achterbahn in den Serps gefahren und hat sich im Mai dieses Jahres, wo andere mit dem Mayday Update zu kämpfen hatten, wieder gefangen und ist seitdem kontinuierlich nach oben gewandert. Vor genau einem Monat war’s dann so weit – und der ersehnte 10. Platz erreicht.

Zeit zu Feiern 🙂 Und den Gewinner des Top 10 Ratespiels bekannt zu geben. Der beste Tipp lag knapp 3 Monate neben dem Zieltermin, ich habe die Person per Mail zu erreichen versucht, aber keine Antwort erhalten. Was mich ob der angegebenen Emailadresse nicht wirklich verwundert hat, wer glaubt mit pornografischen Keywörtern bestückte Emailadressen benutzen zu müssen, der nutzt diese Adresse wohl eher als Wegwerfadresse. Deshalb habe ich beschlossen, einen anderen Sieger zu küren. Sebastian Cario hat als erster den Top 10 Platz von Seo.de entdeckt und einen entsprechenden Kommentar gepostet.

Respekt, zweieinhalb Jahre nach dem Wettbewerbsstart das so zeitnah mitbekommen zu haben, ist schon eine reife Leistung. Da es zudem keinen offiziellen Einsendeschluss und keine ausschließenden Regeln gab, habe ich beschlossen diesen nachträglichen Tipp zum Gewinner zu machen. Noch ein paar Worte zum Gewinner. Sebastian hat ein eigenes Weblog mit dem Fokus auf Social Media Optimization, träumt insgeheim davon als LastActionSeo aufzuwachen, hat gestern zusammen mit Astrid Staats nach einem Kundentermin im Taxi gesessen, mit mir telefoniert und wahrscheinlich seinen Flieger nach Hamburg verpasst, und ist seit Juli 2010 Junior-Consultant bei der TRG in Hamburg. Und weil Sebastian dank eigener Gadgets keinen der beiden angebotenen Preise gebrauchen konnte, hat Julius ihm einen Amazon Gutschein über 333 Euro zukommen lassen. Herzlichen Glückwunsch.

Frank Doerr hat die Frage nach der politischen Verantwortung von SEOs aufgestellt und damit eine sehr interessante Diskussion losgetreten. Der Zeitpunkt könnte nicht passender gewählt sein, direkt nach den Stuttgart 21 Krawallen und vor dem Tag der deutschen Einheit. Was da zur Zeit in Stuttgart abgeht ist ganz großes Kino. Die große Mehrheit ist gegen das Projekt. Von deutscher Einheit und Einigkeit kann keine Rede sein. In Stuttgart haben sich das Volk und die Politik entzweit. Die Exekutive spricht mit Tränengas und Wasserwerfern zum gemeinen Volk. Wie gemein.

In seinem Artikel wirft Frank die Frage auf, ob Seos nicht ihre Macht über die Suchmaschinen missbrauchen sollten, um Einfluss auf die beteiligten Parteien und die Meinungsbildung im Internet zu nehmen. Frei nach dem Motto: “Mit Google-Bomben gegen Tränengas & Wasserwerfer”. Ein verlockender Gedanke. Und eine brillante Steilvorlage für weitere Diskussionen. Ich muss zugeben, ich habe desöfteren selber darüber nachgedacht, ob man als SEO nicht vielleicht doch etwas mehr politisches Engagement zeigen sollte. Dank Google, Facebook, Twitter & Co. hören einem u. U. Hunderte, Tausende oder gar Zehntausende von Menschen zu. Und wenn man Glück hat und den Nerv der Menschen trifft, machen die eigenen Worte vielleicht die große Runde.

Doch gerade die von Franks Artikel losgetretenen Kommentare sind das Spannendste an der ganzen Geschichte und zeigen, dass man vorsichtig sein muss bei der Interpretation von Texten, Bildern & Videos und dass man nur all zu leicht Partei für eine Seite ergreift, ohne über die Gesamtsituation ausreichend informiert zu sein. Frei nach dem Motto: “Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast”, sollten wir vorsichtig sein, bevor wir mit Google-Bomben um uns werfen oder die Online-Reputation von missliebigen Politikern ansägen. Auf den (Rein-)Fall “Stuttgart 21” bezogen heißt das, wir sollten nicht Pro oder Kontra Stuttgart 21 stimmen, ohne über alle Fakten aufgeklärt zu sein. Genau das sollten wir von den Politikern fordern. Aufklärung.

Was kostet das wen und wieviel? Wer verdient daran was und wieviel? Was haben die Stadt, das Land, der Staat, die Politiker, das Volk und die Umwelt an Nutzen und Schaden davon? Ich rufe deshalb nicht “Stoppt Stuttgart 21!” oder “Pro Stuttgart 21”, ich fordere Fakten auf den Tisch für Stuttgart 21. Nur so kann ich mir eine faire Meinung bilden, nur so könnt ihr mitdiskutieren. Demokratie braucht den Diskurs. Offen und ehrlich. Dann dürft ihr auch Politik machen und mitgestalten. Sogar als SEOs. Oder vielleicht sogar weil ihr Seos seid. Helft mit bei der Aufklärung politischer Fragen. Indem ihr der Wahrheit helft besser gefunden zu werden, nicht der Hatz.

Die Idee mit dem Foto stammt nicht von mir, sondern geht auf eine Aktion der Menschenrechtsorganisation Libereco zurück, über deren Photo-Petiton ich vor Kurzem gestolpert bin. Ich nehme nicht an, dass Libereco diese Form von visueller Meinungsäußerung erfunden hat, es ist aber auf jeden Fall eine gute Möglichkeit politisch sein Gesicht zu zeigen. Für alle hier mitlesenden motivierten und politisch engagierten Mitbürger hier noch ein wenig S21 Hilfsmaterial zum mitmachen. Zeigt Flagge!