Seo Jones und der Geist des Pandas

August 13, 2011 by  
Filed under Unterhaltung

Ein uraltes asiatisches Märchen erzählt von einem riesigen, Unheil und Chaos verbreitenden Pandabären. Überall, wo er auftaucht, stampft er die großen Con-Tent-Farmen in Grund und Boden. Die kleinen Bauern und Krämer hingegen lässt er in Ruhe. Hat sich der Staub nach einem der Angriffe gelegt, steht in blutroten Schriftzeichen das Wort Qua-Li-Taet auf dem Boden. Die Menschen halten es für einen Mythos, wie den Monddrachen oder das Einhorn. Nur wenige wissen es besser….

Seo Jones blickte aus dem Fenster seines Büros. Sechs Wochen war er nach seinem letzten Abenteuer auf hoher See umhergeirrt. Während der Odyssee hatte er Friday aus dem Wasser gefischt. Ein cleveres Kerlchen, das von Black-Hat-Piraten auf einem klapprigen Floß ausgesetzt worden war. Den richtigen Namen des jungen Mannes hatte der Linkologe trotz seiner Sprachkenntnisse nie verstanden. So taufte er ihn nach dem Wochentag Freitag, fand dann aber, das Friday irgendwie besser klang.

Die beiden saßen nun am Schreibtisch. Seo öffnete erst die überquellende Pressebox, anschließend seine langsam kollabierenden Web-News. Beides strotze nur so vor Nichtigkeiten. Er blätterte gelangweilt durch die miesen Online-Artikel. Dabei fiel ihm immer wieder der Begriff Panda auf. Innerhalb weniger Tage soll ein Problembär eine ganze Industrie auf den Kopf gestellt haben. Der Professor wollte mehr wissen und rief über den schwächelnden Tec-Channel Nachrichtenvideos der vergangenen Wochen auf. „Ein Irrsinn, das Vieh tauchte hier auf und jetzt sind wir wieder ganz unten“, schrie ein Mann in das Mikro der Reporterin. Andere sprachen von einem großen Bären mit schwarzem Kopf und komischen Zeichen an den Wänden. „Das erinnert mich an ein Märchen, das mir weise Männer in einem Bergdorf erzählt haben“, sagte Seo Jones zu Friday.

Die beiden machten sich auf in die Bibliothek. In der Abteilung für asiatische Geschichte und Mythologie wurden sie fündig. Seo Jones las Friday das Märchen vom Pandabären vor. „Flix noch mal, das klingt nach dem Bären aus den Nachrichten“, meinte Friday. „Das heißt verflixt“, verbesserte ihn Seo Jones, stimmte aber zu. Nachdem die beiden zwei Stunden im Archiv der Universität gesucht hatten, schnappte sich der Linkologe sein Handy und wählte eine Nummer. „Cosmiq, was weißt über das Märchen vom Panda.“ Die Frage war an einen alten Chinesen gerichtet, der hin und wieder mit nicht ganz astreinen Links handelt. Am anderen Ende der Leitung herrschte eisiges Schweigen. „Komm schon, oder muss ich Dir erst Deinen Schrott um die Ohren hauen“, sagte Jones. „O.k., aber ich darf Dir wirklich nicht mehr verraten: das große Go“, flüsterte der Informant und legte auf.

„Das große Go, das große Go“, wiederholte Seo Jones und machte sich auf die Suche. Die Ausbeute war mager. Nur ein Hinweis auf zehn Ritter, die einen Geist bewachen. Zu erkennen seien sie an einer Tätowierung auf dem Handrücken, die wie ein G aussehen soll. Schade nur, dass die Information 900 Jahre alt ist. „Wir müssen nach Amerika und uns dort ein Bild machen“, sagte der Linkologe und schnappte sich Friday. „Müsst Ihr nicht.“ Das war Anna Lytics. „Guckt Euch die Nachrichten an.“ Die Männer liefen zum nächsten PC-Monitor. „Indeed, jetzt ist der Bär auch hier.“ Friday schauderte bei dem Gedanken. Seo Jones hingegen packte die Abenteuerlust.

Der Professor steckte ein paar seiner Links in die ausgebeulte Schultertasche, setzte sich seinen Hut auf und fuhr mit Friday in jene Stadt, aus der die Meldung vom Problembären kam. Schon auf der Autobahn bemerkten sie das Chaos. Die Menschen flüchteten. Die Straßen waren völlig verstopft. In die Stadt wollte niemand – bis auf die beiden Männer. Sie parkten im leicht heruntergekommen Eurip-Haus. Von dort aus machten sie sich auf den Weg in die Ladenzeile in der Onlinestreet, das Paradies für Billigheimer. „123 People vor einem Geschäft“, wunderte sich Friday. Sie fragten einen der Männer, was der Menschenauflauf soll, und hörten nur Cat-Suite101. „Dieser Anzug schützt Dich vor dem Bären. Der hat Angst vor Katzen, sagt man.“ Seo Jones und Friday sahen sich an. Ihre Antwort fiel eher knapp aus: „Ciao ciao.“ „Hast Du da hinten den weinerlichen Geizkragen gesehen und den komischen Yopi. Die haben doch alle einen an der Waffel“, lachte Friday. „Erstens heißt das Yuppie und zweitens verändern sich Menschen in Extremsituationen.“ Der Experte für Linkologie wollte schon weitergehen, da sah er sie. Drei Gestalten, die vor dem Parkhaus standen.

Schon von Weitem erkannte Seo Jones die g-förmigen Tätowierungen. „Guten Tag, Herr Jones. Wir müssen mit Ihnen sprechen, alleine.“ Das klang eher nach einer Forderung. Friday verstand. „Ich bin dann mal in der Frittenbude da drüben. Vielleicht haben die einen kalten Hotfrog.“ Seo sah ihm hinterher, dann platzte es aus ihm heraus: „Warum habt ihr den Bären freigelassen?“ Die Ritter blieben gelassen und erzählten: „Wir folgen ausschließlich der Prophezeiung. Seit Anbeginn der Zeit sind wir die Hüter des Geistes der Ordnung. Einst haben wir ihn im goldenen Gefäß eingeschlossen und seither bewacht. Als der Ruf des grünen Vogels den Mond verdunkelte, öffnete sich der Käfig und der Geist des Pandas entfloh. Jetzt müssen wir ihn wieder in das Gefäß locken. Doch unser Helpster schwächelt. Deshalb brauchen wir Sie, einen Mann, der die Macht der Links kennt.“ Seo Jones lauschte gebannt der Prophezeiung und machte sich mit den Rittern auf den Weg.

Auf einem Acker außerhalb der Stadt sollte sich die Weissagung erfüllen. Die Ritter des Go stellten das Gefäß in ein kreisrundes Erdloch. Aufgabe des Professors war es, mit den mächtigsten Links seiner Sammlung ein altes Page-Rank-Muster zu gestalten. Als der Mond die unheimliche Szenerie beleuchtete, begann die Luft zu vibrieren. Die Ritter standen ganz still, während Seo und Friday alle Himmelsrichtungen absuchten. Ein kühler Luftzug ließ sie erschauern. Dort stand er, der Geist des Pandas. „Was war, wird nicht mehr sein. Was ist, wird zu Staub.“ Mit diesen Sätzen löste sich die Gestalt auf und verschwand im Gefäß. Das letzte Wort, das Seo Jones vernahm: „Qua-Li-Taet.“

Comments

8 Responses to “Seo Jones und der Geist des Pandas”
  1. Uwe sagt:

    Wird Seo Jones es schaffen, die Büchse der Panda Ora geschlossen zu halten?
    Weiß jemand, was Seo Jones gerade macht? Konnte er schon die geheimen Worte „Qua-Li-Taet“ enträtseln? Was hat es damit auf sich und wird man einigen Go-fürchtigen Farmern helfen können? Kann Anna Lytics schon das Ausmaß in Deutschland erkennen? Weiß man schon wohin die Black-Hat-Piraten segeln?
    Fragen über Fragen…

  2. sven sagt:

    sauberer beitrag, lg 🙂

  3. ganz großes Tennis!

    „Pandabär, Pandabär – Komm doch her, komm doch her“ (siehe Pandabär von Frittenbude) 😉

  4. Nico sagt:

    ….super!!! 😉

    Grüße
    Nico

  5. PandaTrainee sagt:

    Sehr schön ─ das würde ich jetzt gerne verfilmt sehen! 🙂

  6. :)) sagt:

    …milestone brüller

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  1. […] so, ihr wollt noch wissen, wer da so spät noch bei Seo Jones geklingelt hatte? Es war der Geist des Panda. Tweet 16. August 2011     Bilder, Optimierung, […]

  2. „Simsalaseo“ – Content, Vernetzung, Zauberei…

    Welche Voraussetzungen muß eine Webseite, ein Blog, erfüllen um bei Google vorne zu stehen? Wie bringt man ein Bild in der Bildersuche in die Spitzenposition? Wie gewinnt man bei Simsalaseo? Der SEO-Contest „Simsalaseo“, initiiert durch Martin Mißfeldt…



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