Google Plus oder das Strohfeuer der Gewöhnung

August 1, 2011 by  
Filed under Google, Social Media

Autsch, wie ich diese Meldungen hasse. Google Plus ist noch nicht richtig draußen, da kommen schon die ersten statistikunterlegten Unkenrufe. Ist Google Plus nur ein Strohfeuer? Der Traffic von Google Plus scheint zu sinken. Auslöser der negativen Berichterstattung ist eine Untersuchung von Hitwise die belegen soll, dass Googles Zugriffszahlen für den neuen Service mittlerweile minus anstatt plus sind. (Übrigens, das Cover-Foto vom Feuerdrachen gibt es hier in noch höher Auflösung und stelle ich hiermit für die allgemeine Nutzung euch allen zur Verfügung.)

Hitwise selber finde ich ganz spannend als Datenlieferant, die haben in der Vergangenheit auch einige interessante Trends und Entwicklungen analysiert und ausgemacht. Doch wie immer wenn es um Statistiken geht, man muss sie auch interpretieren können. Ganz zu Schweigen von den Manipulationsmöglichkeiten die man im Rahmen statistischer Auswertungen hat. Maßstab, Skalierung und/oder gewählter Ausschnitt machen hier den Unterschied. Und manchmal sind die Daten die man „nicht“ erhebt bzw anzeigt von entscheidender Bedeutung. In Fall der Google Plus Untersuchung mag da zwar wenig geschoben worden zu sein, ich stelle mir aber dennoch die Frage, wie diese Kurven damals bei Twitter und Facebook ausgesehen haben mögen.

Bei Google Plus kommt erschwerend hinzu, dass der Dienst nur über Einladungen zugänglich gemacht wird und die Kapazitäten gedrosselt werden. Wen wundern insofern die leicht zurückgegangenen Besucherzahlen? Als der erste Schwung User auf den Dienst losgelassen wurde, waren die natürlich erst mal schwer aktiv. Der Reiz des Neuen, die Lernkurve im Umgang mit dem Dienst und die ersten Testballons haben natürlich für anfängliche Hyperaktivität gesorgt. Wenn ich einen dicken Stein ins Wasser werfe, dann schmeisst der halt am Anfang eine große Welle, danach ebbt die Sache langsam ab 😉 Es greift die Gewöhnung.

Ich bin aber fest davon überzeugt, dass Google Plus kein Strohfeuer ist. Twitter dürfte es so langsam heiß werden, da brennt das Feuer immer heller. Denn Google Plus greift von seinen Funktionalitäten erst einmal Twitter an, Facebook kommt erst eine Stufe später. Wenn Google dann aber auch noch Firmen & Fan-Pages integriert, wirds langsam auch für Facebook wärmer. Es ist auch durchaus Platz für zwei, Google als auch Facebook könnten gut und gerne nebeneinander existieren, aber beim dritten Platz in der Mitte, da wo heute noch Twitter zwitschert, da wirds immer enger.

Update: Aus aktuellem Anlass noch ein Nachtrag. Der fehlende Edit Button bei Twitter und Facebook nervt. Hier sehe ich einen entscheidenden Vorteil von Google gegenüber seinen beiden Konkurrenten. Twitter und Facebook kommen mir vor wie eine Patchwork-Sammlung. Hier mal was drangebaut, da mal was gefrickelt. Twitter hat zudem viel zu wenig an Entwicklungen nachgereicht. Google kann einige Dinge wahrscheinlich viel leichter umsetzen als die beiden Konkurrenten, weil die Architektur und Struktur von Hard- und Software fortschrittlicher angelegt zu seien scheint. Vorsprung durch Innovation sozusagen 🙂

Über 

Der Autor wohnt im kleinen Städtchen Harsewinkel, irgendwo im Münsterland und interessiert sich für Suchmaschinen und ihre Optimierung. Gerald auf Google+

Comments

5 Responses to “Google Plus oder das Strohfeuer der Gewöhnung”
  1. Steve sagt:

    Ein interessanter Artikel. Auch die Begründung für Deine Sichtweise klingen plausibel. Ich sehe das hinsichtlich Twitter etwas anders:
    http://steve-r.de/2011/07/twitter-ist-tot-es-lebe-twitter-warum-google-twitter-nicht-schadet/

    In einem stimme ich Dir aber zu – diese Unkenrufe zum jetzigen Zeitpunkt sind absolut zu früh. Egal von welcher Seite… 😉
    http://steve-r.de/2011/07/vergesst-xing-linkedin-facebook-und-twitter-jetzt-gibt-es-google/

  2. Schönes Foto. Danke, wird die Tage zum Einsatz kommen. (Quelle: Gerald Steffens ok?)

    Viele Grüße aus Essen,

    Gerd

  3. Ich denke auch, dass die Unkenrufe definitiv zu früh kommen. Ich hab das mal aus meinem eigenen Google+ Nutzerverhalten gesehen und für mich wars anfangs spannend das Neue auszutesten. Längerfristig attraktiv wird es für mich dann, wenn es komplett für Jedermann geöffnet ist und ich meine Kreise erweitern kann.

    Das soziale Netzwerk lebt halt vom eigenen sozialen Netzwerk. Und wenn das vorerst „Draussen“ warten muss, ist es klar, dass das Interesse temporär zurückgeht, bzw. auf Eis liegt.

    Richtig aussagekräftig wird es erst, wenn Google+ die Testphase hinter sich lässt.

  4. Christian Ohning sagt:

    Langsam kommt ja der Punkt an dem G+ sich immer weiter öffnet.

    Seit neuem kann man über einen Link einladen. Hier dürfte also eine deutlich breitere Nutzergemeinde angesprochen werden.

    Zur Zeit sind meine Kreise fast ausschließlich „Professionell“ besetzt. Ich bin gespannt wie sich dieses Verhältnis entwickelt. Ob es für mich also eher ein Xing Ersatz wird, oder ob meine Privaten Kontakte auch vermehrt zu finden sein werden.

  5. @gerhard, geht ok mit dem foto 🙂

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