Domainwechsel – doppelte Rankings

Februar 22, 2010 by Robert Hartl  
Filed under Analyse, SEO

Es mag viele Gründe geben einen Domainwechsel vorzunehmen. Wenn man dabei sowohl Besucher wie Suchmaschinen optimal bedienen will, sollte man einige Punkte beachten, die über 301-Redirects hinausgehen.

Wir haben uns – tut mit Leid Gerald – von suchmaschinen-optimierungen.info verabschiedet, obwohl ich es nach all den Jahren mittlerweile ausreichend schnell tippen konnte. Daher bot sich die ideale Gelegenheit, dies langfristig anzugehen und genau zu beobachten. Es folgen die Schritte in Form einer knappen Checkliste sowie die beobachteten Folgen, welche mich dann doch vereinzelt überrascht haben.

1. Ausgangssituation
Alle Inhalte sind auf der so genannten alten Domain online.

2. Neue Domain per 301 auf alte Domain
Als erstes haben wir die neue Domain registriert (in unserem Fall gekauft) und pauschal per 301 auf die alte Domain weitergeleitet.

3. Links auch auf die neue Domain
Die Monate danach folgten vereinzelt einige wenige Links auch auf die neue Domain, die per 301 natürlich noch auf die alte Domain weitergeleitet wurden. Kann ja nicht schaden.

4. Neue Domain befüllen
Im Hintergrund erarbeiteten wir Struktur, Inhalte etc. der neuen Domain. Alle anderen „Besucher“ wurden nach wie vor auf die alte Domain per 301 geleitet. Das geht beispielsweise per .htaccess auf IP-Basis ganz einfach. Dazu als Bedingung für die 301-Weiterleitung einfach die aktuelle eigene IP ausschließen. Das kann allenfalls ganz wenige Besucher versehentlich auf die neue, noch nicht öffentliche Webseite führen. Die könnte man dann per Overlay darauf hinweisen und/ oder anders erfassen und weiterleiten.

5. Vorbereitung des Domainwechsels
Nun haben wir alle URLs der alten Domain erfasst und den neuen URLs zugeordnet. Daraus wurden dann 301-Weiterleitungen erstellt. Zusätzlich haben wir auf der alten Domain das durchaus nicht ungefährliche rel=canonical auf die jeweilige URLs der neuen Domain gesetzt. Wer sich jetzt fragt, wieso ungefährlich, der braucht nicht lange zu suchen, bis er dieses Tag findet, indem auf allen Seiten nur die Domain eingetragen ist. Dadurch wollten wir sicherstellen, dass keinerlei Anschein doppelter Inhalte aufkommt und der Wechsel möglichst schnell und reibungslos verläuft.

Weiter sind beide Domains in den Google Webmaster Tools registriert. Unter Website-Konfiguration kann man hier Google direkt eine Adressänderung (nur der Second-Level-Domain) mitteilen. Dies geht aber nur vor der 301-Weiterleitung. Zusätzlich wurde auch eine neue XML-Sitemap angemeldet.

6. Domainwechsel
Dann haben wir die 301-Weiterleitungen sowie das rel=canonical veröffentlicht. Zudem fangen wir alle Referrer der 404-Fehlerseite der neuen Domain ab, um Lücken oder Tippfehler zu finden. Denn hier unterlaufen einem schnell auch mal kleine Fehler. Soweit möglich und zeitlich vertretbar haben wir dann auch ein paar Links von alte auf neue Domain angepasst.

7. Warten
Erstmal passierte rein gar nichts. Nicht mal die Blog-Subdomain auf WordPress-Basis wollte Google via Blog-Suche kennen. Für die PageRank-Fetischisten:
Domain-alt hatte PR5, die Blog-Subdomain PR4.
Domain-neu hatte PR5, die Blog-Subdomain PR4. Die auf die neue Domain gesetzten Links rechtfertigten diese Einstufung nicht, so dass ich von einer Spiegelung der Werte in den Google-Datacentern ausgehe.

8. Tag 4 nach dem Wechsel
Am vierten Tag nach dem Domainwechsel kam dann die erste kleine Überraschung. Beide Domains waren im Index: Domain-alt wie bisher und Domain-neu stieg ordentlich ein, meist nur ca. 8 bis 14 Plätze hinter Domain-alt. Im Index der neuen Domain waren nur 14 Seiten, die neue Blog-Subdomain war noch gar nicht indiziert.

9. Tag 5 nach dem Wechsel
Ich kann es vorweg nehmen: jetzt wurde es kurios. Denn am Tag 5 rankten beide Domains praktisch untereinander als eigenständige, verschiedene Treffer. Domain-alt dabei immer noch vor Domain-neu. Die Masse der Besucher kam nach wie vor über die alte Domain. Aufgrund der vielen „doppelten“ Rankings kamen sogar ca. 15% mehr Besucher. Nun waren schon 75 Seiten der neuen Domain im Index, wobei im Wesentlichen die Blog-Subdomain dafür verantwortlich war.

10. Tage 6 bis 10 nach dem Wechsel
Am Tag 6 nach dem Domainwechsel haben wir sicherheitshalber nochmals die ganzen Weiterleitungen der alten Domain gecheckt: keine Fehler. Besucher auf der Domain-alt gleich 0. Dennoch waren noch alle Seiten der alten Domain im Index und der Index der neuen Domain wuchs und wuchs. Die doppelten Rankings ebenso! Das ging ganze 4 Tage so. Dabei kann eigentlich keiner meckern, denn Missbrauch liegt hier fern. Ganz im Gegenteil wollten wir das sogar möglichst sauber machen. Wer also beispielsweise am Valentinstag oder einem ähnlich kurzen Zeitraum mit organischen Rankings seinen Umsatz macht, könnte das bei Gelegenheit mal im „Labor“ testen und prüfen.

11. Tag 11 nach dem Wechsel
Am 11. Tag wechselte dann die Reihenfolge: nun war die neue Domain vor der alten Domain. Aber die doppelten Ergebnisse untereinander waren nach wie vor in den Ergebnisseiten – und das obwohl wir einen wohl überdurchschnittlichen Aufwand unternommen hatten, um es Google offensichtlich möglichst leicht zu machen. PR-Einschub: der PR der neuen Domain wurde nun jeweils auf -1 verringert, was eher dem Wert der bisherigen Links auf die neue Domain entsprechen dürfte. Genauer habe ich das aber nicht verfolgt.

12. Tag 12 nach dem Wechsel
Nun fielen die Rankings der alten Domain langsam einige wenige Plätze zurück aber nach wie vor waren noch fast alle Seiten der alten Domain im Index. Es folgte praktisch der Vollzug des Wechsels synonym zum Anfang.

13. Tag 20 nach dem Wechsel
Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass Google nun endgültig die Rankings der alten Domain komplett raus nimmt und den Index abbaut. Aber noch heute, am Tag 20 nach dem Wechsel, sind fast alle Seiten der alten Domain im Index und manche ranken noch „irgendwo“ in den Top 100. Sistrix’ Toolbox weist daher auch noch einen kleinen Wert von 0,03 zu.

Ansonsten hat die neue Domain komplett die Rankings der alten übernommen. Da sich viele Dinge wie Inhalte, Struktur auch geändert haben, kann ich nicht beurteilen, inwieweit es durch den Domainwechsel zu einem Verlust, einem Filter oder Puffer, gekommen ist. Jedenfalls war ich über die lange Präsenz der doppelten Treffer mehr als erstaunt. Dies hätte ich eher bei 302 ohne weitere Aktionen erwartet. Letztlich gab es daher keinen kurzen Einbruch, wie man hätte erwarten können und die folgende Grafik aus Sistrix’ Toolbox nahelegt – ganz im Gegenteil.

Eure Erfahrungen?
Was hättet Ihr anders gemacht? Wie geht Ihr vor? Habt Ihr vergleichbare Erfahrungen beobachtet?

Robert Hartl ist Inhaber von NETPROFIT, einer kleinen Agentur in Passau, die sich vorwiegend um CMS, SEO und SEM kümmert. Wie dem Artikel zu entnehmen, findet Ihr mehr über NETPROFIT nun unter www.netprofit.de.

Yiggs Rücksturz zur Erde

Februar 9, 2010 by Gerald Steffens  
Filed under Analyse, SEO

Vor 4 Wochen hat es im Google Index ordentlich gekracht, ein paar schwergewichtige Webseiten, mit Millionen von Unterseiten im Google Index, haben weiche Beine bekommen und den Rücksturz zur Erde angetreten. Den Auftakt machten Chip und Netzwelt mit ihren suchfreudigen Subdomains, ein paar Tage später folgte YiGG. Während man über den Abflug der Subdomains nicht großartig zu spekulieren braucht, Google konnte ausgekippte Suchseiten noch nie gut leiden, scheint die Sache bei YiGG (blaue Kurve) komplizierter.

Sichtbarkeitsindex der Sistrix Toolbox: suche.netzwelt.de, suche.chip.de und yigg.de

Einen eindeutigen Grund kann ich zur Zeit nicht sehen. Vielleicht hat sich Yigg ein paar Experimente erlaubt, die nicht so richtig gelungen sind. Nach dem missratenen Relaunch vor 1,5 Jahren ist das auf jeden Fall der zweite herbe Rückschlag für das Portal. Dass dieser Erdrutsch bei Yigg auch deutliche Einbußen bei den Besucherzahlen nach sich zieht, dürfte niemanden verwundern.

Ob es sich hier, wie vom Seonauten behauptet, um eine Google-Penalty handelt oder um eine unglückliche Verkettung technischer Missgeschicke, darüber kann man jetzt streiten. Der Begriff Penalty selber ist ja schon diskussionswürdig. Bei den oben erwähnten Pseudo-Suchseiten von Chip und Netzwelt würde ich von einer manuellen Penalty ausgehen und darauf wetten, dass da jemand von Googles Spamtruppe auf den roten Knopf gedrückt hat. Bei Yigg ist die Sache weniger offensichtlich.

Was könnten die Gründe für solch einen krassen Einbruch sein? An eine Strafe wegen Linkverkaufs mag ich nicht glauben, da wäre eher der PageRank mal schnell degradiert worden. Alles weitere ist jetzt aber Spekulation. Ich weiss nicht, was Yigg in den letzten Wochen schon an seinen Seiten geschraubt hat. Mir persönlich missfällt ja dieses Pseudo-Seitenhijacken mit der Yigg-Toolbar. Alleine dafür würde ich die rauskicken, sozusagen als erzieherische Maßnahme ;-) Doch eigentlich scheint die Toolbar sauber zu sein, sie wird via robots.txt aus dem Suchmaschinen-Index rausgehalten. (Frage, war das schon immer so?).

Meist sind es ja Probleme mit DC (Duplicate Content), die große Seiten ins Nirvana schicken. Was auffällt sind einige https-Seiten, die es in den Google Index geschafft haben. Auch die Inhalte. welche unter upcoming.yigg.de rumliegen könnten als DC-Kandidaten gelten. Dann kippen viele Experten ihre Pressemitteilung auch auf Yigg ab, und wenn ich mir dann noch anschaue, wieviele Schlagwörter Yigg bei solch einem an und für sich schon recht überflüssigen Pressebeitrag zulässt, so wird mir leicht schwindelig. 60+ Schlagwörter müssen nicht sein. Generell würde ich nicht mehr als 6-10 Schlagwörter erlauben um solchen Auswüchsen entgegen zu wirken.

Neben den inflationären Schlagwörtern frage ich mich auch schon seit langem, wer braucht eigentlich diese merkwürdigen Gruppen? Die Seiten selber bestehen aus ein paar Links, wenig Text und ihren Mitgliedern. Ziemlich dünn, wenn ihr mich fragt. Nicht wirklich eine Offenbarung was den Content angeht. Wie fast alles was die Yigg Inhalte betrifft. Ich würde schon beim Einstellen der Artikel eine gewisse Mindestmenge an Text erzwingen. Yigg ist ja nicht Twitter :) Hoppla, gerade kippt jemand seinen halben Online Shop bei Yigg aus. Das ist natürlich ein Problem, die lieben Spammer. Da müsste auch mehr getan werden, damit solchen Experten das Handwerk gelegt wird.

Wie auch immer, es gibt halt einige Macken und Mängel bei Yigg, die der Plattform seotechnisch nicht zum Vorteil gereichen. Neben der Technik ist dann da noch der menschliche Aspekt. Man muss schon geben können, damit andere auch etwas geben. Den Seos die Follow Links, den Webmastern den Direkteinsprung ohne Toolbar, der Blogosphäre ein Yigg-Blog, das nicht nur yiggzentrisch spricht, sondern auch mit der Außenwelt kommuniziert, den Usern mehr Komfort und weniger Spam und Werbung – und den Suchmaschinen mehr unique und weniger doppelten Content. Dann klappt es am Ende auch wieder mit dem Nachbarn im Web, mit Google.

Update: Gretus via Twitter: “Zu viele Toolbars, Popups, Werbung usw. Die Seite hat momentan so einfach 0 Mehrwert #yigg

Da ist viel Wahres dran. Das Popup nervt, auf die Video-Werbung bin ich schon mehr als einmal reingefallen, weil ich annahm es gehöre zum Top-Artikel. Und die Toolbar brauche ich auch nicht, die behindert mehr als dass sie hilft. Und wo wir hier schon die ganze Zeit über Yigg reden, eigentlich müßte ich den Artikel jetzt noch bei Yigg einstellen. Aber das ist mir zu blöd. Seos sind dort ja eh nicht willkommen.

SEOlytics – neues SEO-Tool

April 14, 2009 by Gerald Steffens  
Filed under Analyse, SEO, Statistik, Tools

Lange durften wir auf Suchmaschinenoptimierung.de nur auf einen Platzhalter schauen, jetzt ist die Zeit abgelaufen und das Geheimnis gelüftet. Jochen Maaß und seine Mannen haben wochenlang schwer an ihrer Software geschuftet und die SEO Analyse Software heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Anbei ein erster Eindruck vom SEOlytics Dashboard:

SEOlytcis Analyse Tool

Weitere Infos folgen im Kürze. Bin erst mal auf Achse.

Update: Mittlerweile gibt es eine detailierte Besprechung von SeoLytics.

Nutzen der Google Webmasterzentrale bei Domainumzügen.

Januar 20, 2009 by Peter Lehmann  
Filed under Analyse, SEO

Domainumzüge sind bekanntlich ein heikles Thema, was SEO angeht. Ich selbst habe diesbezüglich bisher recht wenig Erfahrung sammeln können. Dies auch aus dem einfachen Grund, dass man solche Maßnahmen bei privaten Projekten tunlichst vermeidet. In einschlägigen Foren liest man zum Thema Domainumzug meist Sätze wie „..ich war drei Monate weg vom Fenster, dann kam ich mit der „neuen Domain“ wieder. Gesicherte Informationen gibt es nicht! Der vorherrschende Ratschlag beim Thema Domainumzug lautet „lass es!“.

Aus diesem Grund lasse ich den Leser an dieser Stelle an einem Fallbeispiel teilhaben. Auf den Marketingaspekt möchte ich hierbei nicht näher eingehen. Wichtig sind suchmaschinenrelevante Erkenntnisse. Schlussfolgerungen überlasse ich dem Leser.

Im November des letzten Jahres wurde seitens meines Teilzeitarbeitgebers darüber nachgedacht die Domain traveltrex.de aus Gründen des Marketings auf eine „neue Domain“ umzuziehen. Da zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, ob und wann umgezogen wird, sondern lediglich ein Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung im Raum stand, habe ich traveltrex.de bis zu dem Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung erstmal „ruhen lassen“, was man anhand der Sistrix Toolbox schön nachvollziehen kann.

Travel-Dom Sistrix Rank

Ende Dezember 2008 wurde von traveltrex.de auf de.summertrex.com geswitcht. Über einen permanenten Umzug (301) wurden die Urls von traveltrex.de umgeleitet. Ausser dieser Maßnahme wurden keine weiteren getroffen. Es wurden weder eingehende Links geändert, noch entfernt. Der Umzug ging relativ komplikationslos von statten. Eine Woche später war de.summertrex.com mit dem Großteil der relevanten Suchphrasen im Schnitt circa fünf bis zehn Plätze hinter den alten Positionen von traveltrex.de.

Sommer-Dom Sistrix Rank

Das Keyword „Urlaub“ war von der Top10 in die Top 500 abgerutscht. Am 09.01 diesen Jahres habe ich die vorhandenen Einträge der Webmasterzentrale geändert (im bestehenden Account traveltrex.de entfernt und durch de.summertrex.com ersetzt).

Am 11.11 war de.summertrex.com mit dem Keyword „Urlaub“ von der Top 500 auf Platz 31 gestiegen, was sich seitdem auch so hält. An den restlichen Positionen hat sich nach dem Eintrag in der Webmasterzentrale nichts geändert.

Ich stehe den Tools von Google selbst kritisch gegenüber. Auf eigenen Projekten setze ich nur zu einem Bruchteil Analytics oder die Webmasterzentrale ein. Ich selbst möchte für Google möglichst intransparent bleiben. Der geschilderte Fall bietet viel Raum für Spekulationen.

Ein gelungenes Beispiel eines Domainumzuges

Erfolgreicher Domain-Wechsel
(ich hoffe, dass die Kurven traveltrex.de vs. de.summertrex.com bald ähnlich aussehen werden) ist sicher auch ohne die Nutzung der Webmasterzentrale möglich. Nichtsdestotrotz würde ich sie nach dem geschilderten Fall auch bei privaten Domainumzügen nutzen.

Amazon Bücher Optimierung – Griff nach den Sternen

Dezember 2, 2008 by Gerald Steffens  
Filed under Analyse, Bücher

Wie ihr sicherlich schon alle bemerkt habt, ist vor einigen Tagen die Neuauflage von Website Boosting an den Start gegangen. Hier auf SEO.de haben wir auch schon eine erste Rezension zu Website Boosting 2.0 veröffentlicht und ich selber bin ganz angetan von dem Buch. Ein echter Volltreffer. Das spiegelt sich natürlich auch in den Kundenbewertungen bei Amazon wider.

Website Boosting Amazon Ranking

Bei Amazon wird das Buch zur Zeit mit 4,5 Sternen angezeigt. Das war mir schon vor langer Zeit aufgefallen, auf der einen Seite positiv, weil damit schon so ziemlich top, auf der anderen Seite negativ, einfach deshalb, weil ich mir den fehlenden halben Stern nicht so recht erklären konnte. Doch beim Blick auf die Rezensions-Statistik ging mir ein Licht auf. Das Buch wurde Opfer einer Amazon De-Optimierung. Sozusagen die umgekehrte Form einer Amazon Bücher Optimierung bei der dafür gesorgt wird, dass das Buch nicht ganz oben gerankt wird bei den Leser-Bewertungen.

Es ist doch schon ziemlich seltsam, dass zwei derartige Ausreisser in der Statistik zu finden sind. Hinzu kommt, dass ich glaube ganz gut beurteilen zu können was ein Buch zum Thema SEO taugt oder nicht. Und 1 Stern für dieses Buch zu vergeben bedeutet m. E. nur eines, man möchte das Amazon-Ranking des Buches drücken. Sicher wäre es unauffälliger gewesen, man hätte es mit 3er oder 2er Wertungen versucht, das wäre aber mathematisch nicht so effektiv gewesen. Es wurde zudem kein Realname angegeben bei den beiden 1-Stern Rezensionen, was die Manipulation zumindest nicht unwahrscheinlicher macht. Auch dass der Rezensent kein weiteres Buch bewertet hat ist nicht gerade vertrauensfördernd. Und beide Rezensionen erscheinen mir von Stil und Art her recht ähnlich aufgebaut und schließen mit noch ähnlicherem Text die Rezension ab:

Fazit: Fehlkauf, höchstens für Anfänger interessant

Das Buch ist höchstens für absolute Neulinge im Bereich SEO kaufenswert.
Fazit: Fehlkauf

Von den 45 Rezension enden sonst nur noch 4 oder 5 in der letzen Zeile mit dem Wort “Fazit:”! Zufall? Ich glaube nicht. Für mich sieht das so aus, als seien die beiden negativen Rezensionen mit der Absicht eingestellt worden, dem Buch den 5. Stern zu rauben. Schauen wir mal auf den mathematischen Durchschnittswert:

((39 * 5) + (3 * 4) + (1 * 3) + (2 * 1)) / 45 = 4.71111111

Ich habe vorhin selber eine Rezension abgegeben, dadurch hat sich das ganze jetzt wie folgt verändert:
((40 * 5) + (3 * 4) + (1 * 3) + (2 * 1)) / 46 = 4.7173913

Ihr seht, das geht ganz schön langsam voran mit den Durschnittswerten. Wenn jetzt noch 5 weitere 5-Sterne Rezensionen in Folge kämen, dann wären wir erst bei
((46 * 5) + (3 * 4) + (1 * 3) + (2 * 1)) / 52 = 4.75
angelangt. Ich weiss leider nicht den genauen Durchschnittswert, ab dem Amazon von 4,5 auf 5 Sterne umschaltet, könnte mir aber gut vorstellen, dass 4.75 der Grenzwert dafür ist. Wie dem auch sei, in Summe spricht so einiges dafür, dass hier jemand bei Amazon nach den Sternen gegriffen hat. Stellt sich mir zum Schluß nur noch die Frage: Wer hat Website Boosting den (halben) Stern geklaut?