Vor zwei Tagen hat das Google Webmaster Central Blog einen Artikel zu Dynamic URLs vs. static URLs veröffentlicht, der kurz darauf in übersetzer Form auch im deutschen Google Webmaster-Zentrale Blog unter dem Titel Alles über dynamische URLs erschienen ist. Interessant sind die Ableitungen bzw Interpretationen, die jetzt auf SearchEngineLand daraus enstanden sind: Google Says, Don’t Rewrite Dynamic URLs To Static URLs.

Es wird dort allen Ernstes aus Googles Aussagen geschlossen, dass man besser auf Umschreibungen dynamischer URLs verzichten sollte. Frei nach dem Motto: Rewriting von dynamischen URLs ist nicht mehr notwendig? Noch schlimmer, es wird im SearchEngineLand Artikel und den Folgekommentaren sogar darüber nachgedacht, ob es nicht besser wäre, ehemals auf statisch umgeschriebene URLs wieder auf dynamisch zurück zu setzen. Welch ein ausgemachter Schwachsinn. Kaum zu glauben, dass so ein Unsinn auf so einer renommierten Seite verbreitet werden konnte.

Ein Glück, dass Matt Cutts die Sache später in einem Kommentar gerade gerückt hat:

… in my opinion what this post says is “We do a solid job on sites with dynamic parameters, and lots of people make mistakes when they try to rewrite their urls to look static, so you might want to try the dynamic parameter route because that can work quite well.”

Frei übersetzt heisst das:

Google hat dynamische URLs halbwegs im Griff, im Gegensatz zu vielen Webmastern, die Fehler beim Versuch des URL-Umschreibens machen und deshalb besser mit der dynamischen Variante vorlieb nehmen sollten.

Alles klar? Zwar sind die Zeiten vorbei, als 3 Parameter in der URL gleichbedeutend waren mit dem Tod im Google-Index, aber unabsichtlich generierte doppelte Inhalte oder Session-Ids machen auch heute Google und den Seitenbetreibern keinen richtigen Spaß. Ganz zu schweigen von kleinen Ranking-Vorteilen und besseren Durchklick-Raten bei passend gestalteten statischen URLs.

Nach dem Verkauf der Domain suchmaschinenoptimierung.de für immerhin beachtliche 84.000 Euro ist jetzt auch klar, wer der Käufer ist. Entdeckt haben das gestern die SEOfm Jungs in ihrer hundersten Sendung bei einem Blick in die Denic-Datenbank:

Domain: suchmaschinenoptimierung.de
Domaininhaber: artaxo AG

Herzlichen Glückwunsch! Jochen Maaß von Artaxo hat zugeschlagen. Witzigerweise hat Artaxo sogar ein eigenes Weblog, aber bis jetzt die Chance ausgelassen, selbst darüber zu berichten. Ich bin gespannt, wie lange es dauert bis die Domain suchmaschinenoptimierung.de wieder vernünftig in Google gerankt wird, denn zur Zeit schwächelt die im Index. Aber bestimmt finden Jochen und seine Mannen auch dafür das richtige Ranking-Konzept.

Um etwas Abwechslung in den lauen Blog-Alltag zu bringen, habe ich einen Bekannten angesprochen und um ein Interview gebeten. Meist sind Interviews ja nicht wirklich spannend und fördern selten neues zutage. Ich hoffe, das ist hier anders. Den Namen des Interview-Partners darf ich aus verständlichen Gründen nicht nennen, ich bin schon froh, dass er überhaupt mitmacht. Für den Lauf des Interviews nenne ich ihn der Einfachheit halber Bad Max, von Beruf ehemals Suchmaschinen-Spammer.

SEO.de: Hallo Max, ich freue mich, dass du dich zu einem kurzen Interview bereit erklärt hast. Kannst du den Lesern zu Beginn mal erklären, wie du überhaupt zu diesem Business gekommen bist?

Bad Max: Hallo Gerald, das fing an, als mir ein Bekannter mal gezeigt hat, wie einfach es möglich ist (war), mit halbwegs starken Domains und “ausgeliehenen” Textstücken über Adsense Geld zu verdienen. Da gibt es ja einige „promnynennte“ Beispiele Da habe ich dann angefangen, mich speziell mit Google und Adsense zu beschäftigen.

Seo.de: Kanntest du dich zu diesem Zeitpunkt schon mit Suchmaschinenoptimierung aus?

Bad Max: Nein, zu dem Zeitpunkt war das alles neu für mich. Ich bin also quasi über die Black-Hat Schiene in das Business SEO gekommen.

Seo.de: Wie lange hat es gedauert, bis sich die ersten Erfolge einstellten?

Bad Max: Das war ja das Interessante damals, das ging meist innerhalb von 2-3 Tagen, nachdem man den „Content“ online gestellt hat.

Seo.de: Erstaunlich, besonders wenn man bedenkt wie lange neue Projekte ansonsten im Web brauchen. Was die Leser jetzt sicherlich am meisten interessiert, was kann man mit dieser Art Suchmaschinen-Spam verdienen?

Bad Max: Es muss hier eher heißen, „Was konnte man verdienen ?“, denn so einfach wie damals ist es nun nicht mehr und ich würde es eher MfA nennen, da einige beim Parasite Hosting auch recht guten Content verwendet haben. Ich spreche hier auch über die Jahre 2006 und 2007, da ging es mit dem primitiven Massenspam schon langsam zu Ende. Aber um auf Deine Frage zurückzukommen, es war kein Problem im niedrigen 4-stelligen Dollarbereich am Tag zu liegen.

Seo.de: Und wieviel Seiten Inhalt musstest du dafür ins Web kippen? Sprechen wir hier von Tausend, Zehntausend oder Hundertausenden und mehr Seiten im Google Index?

Bad Max: Das lief eine Zeitlang so gut, daß es nicht nötig war, zehntausende Seiten ins Web zu kippen. Mit 2.000-3.000 Seiten konnte man da schon seine 1.000 $ am Tag machen. Es gab aber sicher „Kollegen“, die da in etwas größeren Dimensionen gearbeitet haben und dementsprechend auch mehr verdient haben.

Seo.de: Du erwähntest gerade den Begriff MFA (Made for AdSense), der geisterte eine Zeit lang durch die Szene. Hast du deine Projekte ausschließlich über AdSense monetarisiert?

Bad Max: Anfangs habe ich auch Alternativen getestet, es hat sich aber zumindest bei mir sehr schnell herausgestellt, daß AdSense den bei Weitem höchsten Ertrag gebracht hat.

Seo.de: Gehe ich recht in der Annahme, dass du mehr als einen AdSense Account für deine Aktivitäten verwendet hast?

Bad Max: Ja.

Seo.de: Hattest du irgendwann mal Ärger mit Google? Wurde dir z.B. einer deiner spammigen AdSense Accounts gesperrt?

Bad Max: Das war anfangs auch eine Sorge von mir, die sich allerdings als unbegründet herausgestellt hat. Ich habe mit der Zeit auch nach einigen Tests den Eindruck gewonnen, dass die AdSense-Abteilung da sehr belastbar war.

Es wurden zwar oft Domains aus dem Index gekickt, aber das wohl von der Seite der Qualitätsprüfung. Bei AdSense selbst habe ich das nie geschafft, einen Account zu verlieren, zumindest nicht durch MFA Seiten. Einige Zeit danach habe ich mal erfahren, wie einfach man jemand den AdSense Account weghauen kann und Google das maximal als Kollateralschaden betrachtet. Das war sogar ein Account, der nie etwas mit MfA zu tun hatte.

Seo.de: Na, das klingt ja jetzt echt evil. Vielleicht sollte ich auf das Thema später einmal explizit eingehen. Doch zurück zum Vorgehen. Kannst du kurz mal das Prinzip erklären, nach dem du vorgegangen bist? Ich glaube, der Begriff “Parasite-Hosting” spielte bei deinen Aktionen eine große Rolle.

Bad Max: “Parasite-Hosting” bedeutet, dass man seinen Content auf fremden Domains, die gut ranken und Webspace zur Verfügung stellen, veröffentlicht. Da gab es damals einige Anbieter, die teilweise kostenlos Webspace zur Verfügung gestellt haben bzw. andere bei denen Webspace günstig zu erhalten war.

Ich denke viele können sich noch an Beepworld oder Funpic erinnern, die damals eine Zeitlang massig im Google Index zu finden waren. Der Trick war eigentlich nur, immer den nächsten Anbieter zu finden, der gut gerankt hat, wenn Google wieder mal einen mit einer Penalty belegt hat, weil das Ganze überhand genommen hat.

Seo.de: Ja, die Anbieternamen sagen mir was. Die haben sicher schwer gelitten unter dem Spam. Zum Glück ist das Geschichte. Es ist deutlich schwerer geworden, Google auf diese Weise zu manipulieren. Viele Suchmaschinen-Spammer haben mittlerweile die Seite gewechselt und stecken das unsauber verdiente Geld jetzt in saubere Projekte. Sozusagen eine moderne Form der Geldwäsche. Wie sieht das bei dir aus?

Bad Max: Google hat zumindest diese große Lücke im Algo letztes Jahr quasi über Nacht geschlossen. Mich hat damals aber auch gewundert, dass es überhaupt solange funktioniert hat. Da es in dieser Größenordnung nicht mehr so einfach ist, haben tatsächlich einige die Seiten gewechselt und ihre Black Hat Einnahmen in White Hat Projekte investiert. Da gehören sogar bekannte alte Domains dazu, die in diesem Rahmen erworben wurden.

Aus Black wird White, da gewinnt der Begriff Geldwäsche tatsächlich eine völlig neue Bedeutung. Ich selbst habe schon von Anfang an parallel mit sauberen Projekten gearbeitet, in die ich natürlich auch einen guten Teil der so erwirtschafteten Einnahmen investiert habe.

Seo.de: Danke für dieses Interview Max. Vielleicht legen wir mal in 2 Jahren eine Fortsetzung auf. Aber dann mit dem Thema “Erfolg im Internet – auf die saubere Tour” 😉

In Anlehnung an das Sprichwort mit den vielen Köchen habe ich in der Überschrift “den Blog” geschrieben, obwohl ich ansonsten die Kombination “das Blog” bevorzuge. In diesem Fall reden wir über das SEO.de Blog. Das ist zwar nicht wirklich verdorben worden, eher das Gegenteil. Aber es darbt vor sich hin. Und verdirbt mir den Spaß. Zum Beispiel wenn ich lese: War’s das schon mit SEO.de?

Doe: Aber das soll ein Gemeinschaftsblog sein? Ich seh immer nur den Typ mit der Brille…

Recht hat er, der Doe. Für ein Gemeinschaftsblog ist es hier verdächtig ruhig geworden. Generell scheinen es Gemeinschaftsblogs schwer zu haben, insbesondere wenn die Autoren auch noch ihre eigenen Weblogs besitzen. Meist reicht die Zeit nicht mal für die eigenen Blogs, viele SEO Blogger der ersten Stunde sind mittlerweile ruhig und schweigsam geworden. Da ist es schwer, überhaupt noch jemanden zu finden der mehr oder weniger freiwillig als Gastautor mitmacht. Vor allem dann, wenn mehr als eine Eintagsfliege daraus werden soll. Habe da mit dem SEO-SMO Blog selber eine Leiche im Keller, ein schönes Gemeinschaftsblog, das ich unterstützen wollte und nie dazu gekommen bin.

Vor einigen Tagen habe ich Blogschrott.net übernommen. Dort versuche ich mit einigen zumeist jüngeren Bloggern Schwung ins Blog zu bringen. Ich weiss nicht, ob und wie gut mir das gelingen wird, ich weiss nur, dass es nicht einfach wird. Hier auf SEO.de möchte ich jetzt etwas ähnliches probieren. Habe mir dazu von Julius Dreyer freie Hand geben lassen, um diese Ideen auch durchsetzen zu können. Wobei ich hier im Gegensatz zu Blogschrott nicht auf jugendlichen Elan sondern auf seologische Erfahrungen setzen möchte. SEO.de soll für Qualität stehen. Und das nicht nur was das Bloggen angeht, auch andere Dienste und Inhalte könnten in Zukunft hier ihr Zuhause finden. Wenn sich jetzt jemand von euch berufen fühlt, hier mithelfen zu wollen, dann darf der sich gerne bei mir melden. Danke.

Gestern wurde die Domain Suchmaschinenoptimierung.de im Rahmen einer Sedo Live Auktion für 84000 € verkauft. Angeboten wurden 100 Domains, von denen dann 72 über den Ladentisch gingen. Klarer Tagessieger wurde die Domain Suchmaschinenoptimierung.de, die den Auktionshöchstpreis erzielte.

Vor 9 Monaten wurde diese Domain hier für 48000 Euro via Sedo verkauft. Auch damals gab es einige Diskussionen über den Preis. Ich persönlich glaube, dass seo.de fast schon ein Schnäppchen war, gemessen am Kaufpreis von Suchmaschinenoptimierung.de. Manch einer wird damals gedacht haben: “Hätte ich doch bloss mitgesteigert, für 50.000 € wäre vielleicht ich jetzt stolzer Besitzer der Domain”.

Aber Pustekuchen, so leicht hätten es euch die jetzigen Besitzer nicht gemacht. Julius hat mir damals in einem Gespräch verraten, dass sie auch noch das Doppelte für die Domain bezahlt hätten. Und in der Größenordnung wäre sicherlich vielen anderen potentiellen Mitbietern die Luft ausgegangen >:) Fragt sich jetzt nur, sind Domains das überhaupt wert? Sind Keyworddomain so viel mehr wert? Ich glaube schon, für mich hat der Kauf so einer Domain eine ganze Menge mit dem Erwerb einer Immobilie zu tun. Keyworddomains sind ein rares Gut, wenn man sie pflegt werden sie zudem in Google gut gefunden – das wiederum erhöht ihren Wert. Und wenn man möchte, kann man auch noch ein Geschäft darauf bauen. Gut gefunden werden in Google ist wie ein Grundstück in bester Einkaufslage.

Was heisst das z.B. für seo.de? Entweder passiert hier was und ein Geschäft wird aufgebaut, das könnte von SEO-Dienstleistungen bis hin zu einem SEO-Marktplatz gehen, oder hier werden weiter kleine Artikel ins Blog gepflanzt und ein paar Links als Ernte eingefahren. In dem Sinne bin ich hier wohl momentan einer der Gärtner und sorge dafür, dass das Grundstück nicht verwildert. Ich muss jetzt aber Schluss machen, muss noch den Rasen mähen 🙂