Es weihnachtet sehr.

Dezember 15, 2009 by Gerald Steffens  
Filed under Allgemein

Während einige brav Türchen im Kalender aufklappen und fleißig Weihnachtsgeschenke in Form von Mikrokrediten verschenken oder andere noch kurz vor Heilig Abend ihren Keyword Trans-Rapid auf die Reise schicken, habe ich fleißig Päckchen gepackt, um sie den fünf willigen Rezensenten noch passend zu Weihnachten zukommen zu lassen. Über die Weihnachtsfeiertage dürfte sicherlich ein wenig freie Zeit zum Bücherlesen zur Verfügung stehen :)

Überhaupt ist fast alles klar fürs Weihnachtsfest. Andre Maßmann hat vor ein paar Tagen seine Seo Jones Weihnachtsgeschichte eingereicht, Martin Mißfeldt war nicht minder fleißig und hat mir heute das dazugehörige Cover gema(i)lt. Ich habe die Geschichte Korrektur gelesen und in Worte gepresst (in WordPress erstellt). Jetzt müsst ihr euch leider noch ein wenig gedulden bis die Geschichte tatsächlich online geht. Ich wünsche euch schon mal prophylaktisch schöne und erholsame Tage bis dahin. Entspannt euch, fahrt den Stress runter, seid nett zu anderen und denkt dran. Es weihnachtet sehr. Ihr müsst nur wollen ;-)

Das SEO Geheimnis

September 17, 2009 by Gero Wenderholm  
Filed under Allgemein, Grundlagen, SEO

Nicht selten werde ich gefragt, was ein Suchmaschinenoptimierer können muss, wie man eigentlich SEO wird oder was das Geheimnis erfolgreicher Suchmaschinenoptimierung ist. Je nach Fragendem und eigenem Mitteilungsbedürfnis variieren die Antworten irgendwo zwischen „SEO ist eigentlich ganz einfach, wenn man den Dreh raus hat“ und „SEO ist viel zu kompliziert, um es auf die Schnelle zu erklären“.

Damit ich diese Frage in Zukunft nicht mehr beantworten muss, möchte ich nun das „Geheimnis“ verraten, was einen guten SEO ausmacht:

Geduld – Eine, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete, Suchmaschinenoptimierung kann nervig und mühsam sein, und der gewünschte Optimierungserfolg wird manchmal erst nach einigen Wochen oder Monaten sichtbar. Wer zu oft seine Pläne ändert, jede Abkürzung mitnimmt und meint, auf jede Rankingschwankung reagieren zu müssen, ist oft schlecht beraten.

Eigeninitiative – Es mag für den ein oder anderen desillusionierend sein, aber die besten Linkpartner für euer Projekt melden sich nicht per Linktausch E-Mail, und eine erfolgreiche Optimierung erreicht man nicht durch Abakus-Diskussionen oder RSS-Feed Abonnements. Wer recherchiert, analysiert, testet und auch mal Dinge falsch macht – aber agiert – wird weiter kommen als ein SEO der nur reagiert.

Hintergrundwissen – Auch wieder ein Oberlehrer-Ratschlag: Ohne ein Mindestmaß an technische Basics in Sachen HTML, Scripting, Servertechnik, HTTP-Protokolle etc. wird man es als SEO schwer haben. Die Grundlagen für On- und Offpage Optimierung zu erlernen ist da vergleichsweise simpel.

Erfahrung – Es mag arrogant klingen, aber langjährige Erfahrung mit verschiedensten Anforderungen und Entwicklungen, ist beim SEO durch nichts zu ersetzen. Die Auswahl der effektivsten Maßnahmen für ein bestimmtes Szenario und die korrekte Bewertung auch unvorhergesehener Ereignisse, kann man nur mit der Zeit lernen.

Interpretationsfähigkeit – Nicht jeder Ratschlag in Sachen SEO ist ein guter Ratschlag und nicht jedem Trend muss man folgen. Aussagen aus Richtung Google verfolgen z.B. auch nicht selten Marketingziele oder sollen auf die Szene wirken. Foren-Posts werden auch von denselben Leuten beantwortet, die anderer Stelle blöde Fragen stellen. Beobachtungen und Analysen aus Blogs müssen nicht immer fundiert sein; selbst die besten SEO Blogger verrennen sich bisweilen. Selbst denken hilft!

Mut – Wer keine Fehler macht, keine Grenzen mit eigenen Projekten austestet, einem Kunden nicht auch mal Halbwissen mit voller Überzeugung verkauft und trotzdem erfolgreich ist, hat entweder ein Google-Gen mit in die Wiege bekommen oder ist nicht so erfolgreich, wie er es sein könnte. (Vernunft und Verantwortungsbewusstsein dem Kunden gegenüber sind übrigens genauso wichtig, haben aber den falschen Anfangsbuchstaben.)

Networking – In diesem Punkt sind sich wohl alle SEOs einig: die besten Tipps bekommt man im direkten Gespräch mit den richtigen Leuten. Die Möglichkeit, bei Bedarf einen Experten aus dem eigenen Bekanntenkreis zu befragen, ist oft auch wesentlich hilfreicher, als sich an ein Forum zu wenden oder eine Antwort für ein ganz bestimmtes Problem im Web zu suchen. (btw: Meet Me @ DMEXCO, Halle 8, TRG Stand C-025/D-024)

Idealismus – SEO ist nicht sexy, SEO ist Nerd-Stuff. Man sollte nicht erwarten, auf einer Party damit prahlen zu können, dass man Suchmaschinenoptimierer ist, oder die Nummer 1 bei Google für „Private Krankenversicherung“. Man kennt und kann zwar Dinge, von denen Otto Normal keinen blassen Schimmer hat, aber die will niemand wissen. Sieh’ zu, dass Du einen guten Job machst, verdiene dein Geld und hole Dir deine Selbstbestätigung über Erfolge.

Selbstreflexion – Oft aus Bequemlichkeit vergessen, aus Zeitnot verschoben oder für nicht so wichtig erachtet; dennoch ist der Schritt, seine eigene Methodik und Empfehlungen regelmäßig zu hinterfragen, sehr zu empfehlen.

Btw: Habe ich gerade einen sinnvollen Blogpost verfasst? Ist es nur Blabla und eine Spielerei mit Anfangsbuchstaben? Sind die einzelnen Punkte wirklich wichtig und die Tipps hilfreich? Hätte ich Die Zeit nicht lieber in meine Projekte gesteckt? ;-)

SEO.de Aufkleber eingetroffen

Mai 15, 2009 by Gerald Steffens  
Filed under Allgemein

Noch passend vor der Abakus Pubkonferenz sind die SEO.de Aufkleber bei mir eingetroffen. Die Aufkleber liegen in zwei Varianten vor, passend abgestimmt auf das derzeitige Design der Seite. Sind schick geworden wie ich finde. Hier ein Foto mit den beiden Varianten.

seo-de aufkleber

Produziert wurden die Logos von Wandaufkleber.com, die neben diesen doch eher kleineren Aufklebern vor allem auch größere bis ganz große Aufkleber herstellen. Vielleicht gönne ich mir ja demnächst mal so nen metergroßes Logo für die Arbeitszimmer-Tür. Wie dem auch sei, heute werde ich eine Hand voll von diesen SEO.de Aufklebern mit nach Hannover zur Pubkonferenz schleppen und dort an die SEO.de Autoren verteilen. Und vielleicht findet sich ja auch noch die eine oder andere Gelegenheit, einem der anwesenden Seos einen zu kleben ;-)

Nur Twitter ist Web 2.0!

Die meisten Online-Marketeers können den Begriff “Web 2.0″ wahrscheinlich schon nicht mehr hören; ich behaupte jedoch, dass eigentlich nur Twitter diese Bezeichnung wirklich verdient hat!

Um dieses Statement zu untermalen, möchte ich kurz in Erinnerung rufen, wie Internet und Online-Marketing vor Google und SEO tickte:

Wer Besucher auf seine Webseite bekommen wollte, konnte durch die Wahl eines guten Domainnamens (Vgl. Sex.com Story) beachtlichen Type-In-Traffic bekommen. Des Weiteren waren neben Offline-Marketing, Einträge in Web-Verzeichnissen, Newsgroups und sonstige Links von externen Seiten die wichtigsten Besucherquellen. Werbeplätze gab es kaum und Suchmaschinen kämpften indes noch mit Problemen bei der Indizierung, der sinnvollen Sortierung der Ergebnisse, sowie inflationären Auswüchsen von Spam. Den (Modem-)Nutzern dienten sie nur leidlich gut zum Auffinden der überschaubaren Anzahl von sinnvollen Web-Inhalten.

Und was hat das nun mit Twitter zu tun?

Der Microblogging-Dienst ist die am schnellsten wachsende Applikation im Internet und das Szenario ist dem frühen “Web 1.0″ gar nicht so unähnlich:

Es gibt zwar Suchmaschinen für Twitter, aber auch die fristen noch eher ein Nischendasein. Reichweite für die eigenen Meldungen bekommt man beispielsweise, indem man Nutzer „von außen“ zuführt (~Offline-Marketing), über Re-Tweets (~Links) oder Twitter-Gruppen (~Newsgroups); selbst die früher oft genutzten Top-Listen und Verzeichnisse existieren im Twitterreich.

Twitter Accounts = Domains?

Immer bekannter wird inzwischen auch die Tatsache, dass es bei Twitter im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen wegen der einfachen URLs durchaus beachtlichen Type-In-Traffic gibt – erkennbar u.a. daran, dass selbst ungenutzte Profile fleißig Follower sammeln (z.B. IKEA).

Das „Domain-Grabbing“ hat daher auch das Zwitscherland längst erreicht und der Handel mit guten Profilnamen kann – obwohl Twitter lt. AGB Besitzer aller Accounts ist – sehr lukrativ sein. (Siehe auch.)

TWO – TWitter Optimization

Spannend ist auch zu beobachten, wie die SEO-Szene ihre Taktiken auf Twitter adaptiert, um an mehr Follower (~einen höheren PageRank!?) und Reichweite zu kommen:

Während Spammer mittels Followertausch o.ä. wohl eher größtenteils unnütze Kontakte generieren, schafft es der Marcus beispielsweise durch informative und amüsante Tweets über die Content-is-King bzw. Linkbaiting-Masche. Thomas platziert regelmäßig Gewinnspiele und SEO-United pflanzt Bäume, um an Links Follower zu kommen. Kreativität ist also auch beim „TWO“ gefragt.

Und wie geht es jetzt weiter im „echten Web 2.0“?

Auch wenn ich der Überzeugung bin, signifikante Parallelen zwischen der Geschichte des frühen Internets und der Entwicklung bei Twitter zu erkennen, und ich mich daher zum Titel dieses Beitrages habe verleiten lassen, so sind die Rahmenbedingungen jedoch völlig andere. Dazu werde ich mich ein anderes Mal äußern – wer das nicht verpassen will, darf mir folgen :-)

Reputation Management SEO

März 11, 2009 by Gero Wenderholm  
Filed under Allgemein, Google, SEO, Social Media

Das Internet ist bekanntermaßen eine der wichtigsten Informationsquellen für Kaufentscheidungen und die Meinungsbildung über Dienstleister, Bewerber, Kooperationspartner etc. Und gerade für Unternehmen können daher einzelne, im Internet veröffentlichte, Negativ-Meinungen zum existenziellen Problem werden – vor allem dann, wenn die Kritiker für die Suche nach dem Anbieter oder dessen Produkte prominent platziert sind.

Da Google keine jedoch Einträge löscht, sofern diese nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, und die klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit keinen adäquaten Schutz gegen ein gutes Suchmaschinen-Ranking von Neidern, Konkurrenten oder Wichtigtuern bietet, versuchen viele Unternehmen ihr Recht einzuklagen. (Wer wissen will, wie wenig sinnvoll das ist, möge mal “Seoline” googeln.)

Die Frage lautet daher: „Was kann man tun, wenn sich der Publisher beharrlich weigert, seine Meinung zu revidieren und ich das Problem nicht durch rechtliche Schritte verschlimmern möchte?“
Eine Antwort ist: Reputation Management SEO!

Rand Fishkin beschrieb dazu kürzlich in einem Blogpost die Methode des “Outrankings” zugunsten der eigenen Reputation, d.h. man verdrängt den ungeliebten Eintrag in den SERPs durch:

  1. Erstellung optimierter Inhalte zu dem entsprechenden Begriff + klassisches SEO.
  2. Das gezielte Publishing auf sehr starken und somit potenziell gut rankenden Plattformen.
  3. Die Verbesserung des Rankings bereits existierender Positiv-Meinungen durch Linkbuilding.

Auch wenn Randfish diese Methodik als sehr aufwändig und teuer bezeichnet, und Dan Larkin einst vom “SEO-Olymp” sprach, möchte ich anhand ein paar kleiner Beispiele zeigen, wie Reputation Management per SEO weder zutiefst manipulativ, noch unglaublich teuer sein muss:

  • SEAT listet auf der Übersicht für das Modell “Leon” aktuelle Pressestimmen. Würde man das etwas geschickter machen, wären die Testsiege sicher Top platziert für Suchkombinationen mit “Test” oder “Vergleich”.
  • Das “Seeding” von positiven Darstellungen der eigenen Produkte muss gar nicht selbst durchgeführt werden. Bittet oder belohnt man “Fans” seiner Marke für Berichte auf Meinungsplattformen – insbesondere dort, wo schon Negativ-Berichte vorhanden sind – füllen sich die SERPs mit wohlwollenden und gleichzeitig sehr glaubhaften Einträgen.
  • Befinden sich die Negativ-Meinungen in Foren, kann man durch weitere Einträge absichtlich Keyword Cannibalization hervorrufen und durch Backlinks deren Reihenfolge steuern.
  • Man kann auch Social Bookmarking oder Social News nutzen. Erstellt man hier einen optimiert getexteten Eintrag und nutzt die eigene Seite oder den eigenen Newsletter zur Unterstützung, kann man dank Aktualitätsbonus meist relativ schnell etwas bewegen.
  • Firmen, die ohnehin Gewinnspiele, Umfragen oder Pressearbeit machen, können durch eine geschickte Titulierung ihrer Veröffentlichungen die SERPs für bestimmte Suchkombinationen dominieren.
  • uvm.

Dass man negative Meinungen durch Reputation Management SEO nicht vollständig unsichtbar für alle Begriffe machen kann, sollte klar sein. Außerdem sollte nicht erst gehandelt werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und die Gefahr besteht, dass einzelne Meinungen durch Dritte aufgegriffen, bestärkt und verbreitet werden. Daher empfiehlt sich in der Praxis, die proaktive Beeinflussung des Meinungsbildes in Suchmaschinen als festen Bestandteil einer Online-Kommunikationsstrategie zu integrieren.

Die heimliche Geburt des wahren Google Killers

März 10, 2009 by Julius Dreyer  
Filed under Allgemein, Google, PageRank, SEO, Social Media

Seitdem Google die Vorherrschaft des Internets übernommen hat, wünschen sich nicht wenige Marktteilnehmer etwas mehr Konkurrenz auf dem Markt der Suchmaschinen. Zu groß jedoch ist der technologische Vorsprung, zu ausgereift der Algorithmus von Google. Wo tausende Entwickler, Quality Rater und Millionen von Nutzern tagtäglich den Index verbessern haben es selbst Giganten wie Microsoft nicht einfach bemerkenswerte Reichweiten zu erlangen. Mittlerweile ist man sich wohl darüber einig, dass ein Emporkömmling Google nicht in der eigenen Disziplin schlagen kann, sondern etwas grundlegend Neues vorweisen müsste. Und dennoch, trotz vieler Versuche gibt es bis heute leider noch immer keine nennenswerte Konkurrenz, zu gleich sind die Angebote der Großen, zu klein die der Kreativen.

Mögest du in interessanten Zeiten leben

Eine chinesische Verwünschung lautet: “Mögest du in interessanten Zeiten leben”. Denn interessante Zeiten birgen in der Regel viel Potential für grundlegende Veränderungen der Wirtschafts- und Machtverhätlnissen. Und in der Tat, wenn man zu verstehen sucht, was es bedarf Google aufzumischen, muss man sich vergegenwärtigen, wie sehr die Welt einem ständigen Wandel unterliegt. Der Telefon löst die Telegramme ab, der Computer den Fernseher und Web 2.0 die statischen Riesen der ersten Internetgeneration. Wenn immer es zu drastischen Veränderungen kommt, werden die Karten neu gemischt und Machtverhältnisse neu verteilt. Genau aus diesem Grund haben viele Unternehmen in schnelllebigen Sektoren Probleme dauerhaft erfolgreich zu sein. Einmal groß geworden sind viele von ihnen zu unflexibel um rechtzeitig auf die Änderungen der Zeit reagieren zu können. Derartige Trägheit bedeutet wiederum Chancen für Startups welche die Probleme der Zeit lösen können. Bisher hat Google einen großartigen Job gemacht, ihre Fühler in die richtigen Richtungen auszustrecken und sich mit Produkten wie analytics, maps, gmail, youtube, feedburner und anderen strategisch ständig auf neue Gegebenheiten eingestellt oder sich zumindest bemüht die Optionen weitestgehend offen zu halten. Lässt man den Blick mit diesem ständigen Wandel im Hinterkopf aber mal in Richtung 1999 zurückschweifen, stellt man fest, dass Google in der damaligen Internetlandschaft mit seinem PageRank zwar ein Problem der Zeit gelöst hat, seitdem aber weitestgehend mit der strategischen Erweiterung seiner Marktstellung beschäftigt war. Mit Erfolg muss man sagen, denn selbst ähnlich gute oder gar etwas bessere Suchdienste würden Google wahrscheinlich nicht mehr den Rang ablaufen können. “Googlen” ist zu tief in den Köpfen der Menschheit verankert. Die stärkste Marke der Welt ist für zuverlässig funktionierende Einfachheit bekannt, der Mensch als Gewohnheitstier macht da keine unnötigen Experimente mit anderen Anbietern.

Was hat sich verändert?

In den Jahren seit 1999 ist natürlich unheimlich viel passiert, Google hat durch die Gewichtung von Links einem unstrukturierten Internet eine Rangordnung eingehaucht und das Internet hat sich von einem etwas einseitigen Konsummedium zu einer in sich kommunizierenden Cloud gewandelt. Daten werden immer spezifischer und ihre Formate immer konzentrierter, wo früher eine Fachzeitschrift gekauft wurde, werden heute nur einzelne Blogbeitrage gelesen. Menschen schließen sich in sozialen Netwerken oder Interessengruppen zusammen und tauschen im Instant Messanger, auf Facebook und natürlich Twitter ihre Erkenntnisse, Fundstücke, Errungenschaften und sonstigen geistigen Ergüsse aus. Was speziell bei geistigen Ergüssen oder fliegenden Schafen etwas aberwitzig klingen mag sind in der Regel auf mich zugeschnittene und somit hochrelevante Informationen. Ähnlich wie bei meinem Google Reader erreichen mich nur Information von Leuten die ich als relevant eingestuft habe. Es hat also eine grundlegende Richtungsänderung stattgefunden – wo früher Informationen gesucht werden mussten, kommen heutzutage die Informationen auf mich zu.

Sag mir mit wem du gehst, und ich sage dir was du suchst

Was Google schon vor Jahren richtig erkannt hat, ist das auch Ihre Informationsbeschaffung immer umfangreicher werden muss, wo früher der Link von Webseite A zu Webseite B als Qualitätskrierium ausgereicht hat, mussten bald weitere Hintergrundinformationen mit einfließen. Als auch dies nicht mehr ausreichte, wurden der in die Jahre gekommene PageRank von einem Trustrank abgelöst und mittels der gigantischen Reichweite von Google Nutzungsdaten gesammelt. Und dennoch, trotz allem Sammeln, Speichern und Verwerten bleibt Google doch immer nur der stille Beobachter, maximal fähig mathematische Schlüsse aus mehr oder weniger anonymen Benutzerdaten zu ziehen. Die Versuche unter Einbeziehung von Digg und anderen Social Media Diensten eine virale Komponente mit in den Algorithmus einfließen zu lassen kann man zwar erfolgreich nennen, aber auch sie kratzen eigentlich nur an der Oberfläche dieses neuen Internets. Um wirklich tiefgreifend verstehen zu können wie soziale Gruppen oder Interessengemeinschaften mit einander interagieren, braucht man nicht statistische sondern echte, personenbezogene Daten…

Wie Facebook Twitter Konkurrenz machen wird

Als ich das neue Layout von Facebook letzte Woche in der Vorschau zum ersten Mal sah, ist mir nicht direkt aufgefallen was diese Design Änderung eigentlich für Auswirkungen haben könnte. Erst als ich später über den Spiegel Artikel Facebook baut sich zur Webschwatzbude um gestolpert bin und mir das Techcrunch Interview mit Ex Googlerin Sheryl Sandberg sowie die gescheiterte $500 Mio Übernahme von Twitter ins Gedächtnis rief, setzten sich die Stücke bei mir langsam zusammen. Was Facebook da eigentlich baut ist nicht nur ein Live Stream, sondern könnte vielmehr zu einem gigantischen Internet Aggregator werden. Denn dank der neuen Pages kann ich nicht nur mich mit Millionen von Fans, Supportern oder Kunden verknüpfen, sondern diese auch mittels meiner Statusmeldungen und anderen Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten – sämtliche Änderungen kommen direkt in die Livefeed meiner Entourage. Im Gegensatz zu Twitter ist Facebook dabei kein aufstrebendes Startup sondern vermutlich bereits an die 200 Millionen User schwer und auf dem besten Wege die meistbesuchteste Website der Welt zu werden. David gegen Goliath also und darüber hinaus auch ungleich mehr Möglichkeiten sich auf Facebook zu präsentieren. Bei gays.com z.B. haben wir neben unserem Twitter Account sehr viel Energie in den Aufbau der Facebook Page gesteckt, über welche wir jetzt unsere Blogbeiträgen verbreiten, Events planen, oder Newsletter an unsere 18.000 Fans schicken können. Twitter kann da nicht mithalten.

Wenn man sich zu Gemüte führt wie Dell nach eigenen Angaben $1 Mio. Umsatz durch Twitter generiert hat und Obama seinen Wahlsieg unter anderem der ausgezeichneten Kommunikation mit fast 6 Millionen Facebook Supportern und annähernd 400.000 Twitter Folgern zu verdanken hat, wird klar was für ein gigantisches Potential in der Verknüpfung von Nutzermassen mit Unternehmen liegt. Mit bereits einem Fünftel der Internet Bevölkerung und noch immer 2stelligen Wachsumsraten in den bevölkerungsstarken asiatischen Ländern wird Facebook bald das zentrale Bindeglied zwischen Produkten, Firmen, Persönlichkeiten und den Menschen dieser Welt darstellen. Als Betreiber der Datingseite Poppen.de habe ich mich immer gefragt, warum Facebook nicht einfach einen Premiumaccount anbietet, um so sicherlich 1% der Nutzer zu regelmäßigen Zahlern zu machen. Nun habe ich verstanden, dass sie ihr Geld wahrscheinlich ganz wo anders machen werden…

Facebook Connect als sozialer Aggregator

Doch mehr noch, mittels Facebook Connect und den Social Applications können nun auch noch meine Aktivitäten von anderen Seiten in meinen Livefeed gestreamt werden. Eine Art Beacon 2.0 also, nur dass Webseiten dieses Mal nicht freiwillig bei Facebook einbuchen werden um Werbung zu machen, sondern früher oder später nicht umhinkönnen auch mit Facebook verküpft zu sein wenn sie ein Stück vom Traffic Kuchen abbekommen wollen. Das Endresultat wird je nach Privatsphäre-Einstellungen also ein universeller Feed für die Internet-Aktivitäten meiner Freunde, Produkte und Businesspartner. Über die Möglichkeit meine Facebook Freunde in Gruppen einzuteilen, kann ich dann leicht zwischen dem gebündelten Livefeed von Familienmitgliedern, Freunden und Geschäftspartnern unterscheiden, ich würde könnte mir sogar vorstellen, dass mein geliebter Google Reader bald überflüssig werden könnte, da immer mehr Blogger ihre RSS Feeds mit ihren Facebook Accounts verbinden werden.

Die Informationen kommen auf mich zu

Wenn ich mir nun noch mal die neue Facebook Startseite anschaue, fällt mir darüber hinaus auf wie “Share” das zentrale Element der Homepage geworden ist. Facebook hat erkannt, dass die relevantesten Informationen heute nicht mehr gegoogelt werden müssen, sondern mir über die “Shares” meines digitalen sozialen Netwerkes ganz natürlich zugetragen werden. Ich stelle mir vor, wie zum Beispiel ein Forscher in Zukunft neben der Unterteilung in Familie und Freunde (links im Screenshot) auch noch Gruppierungen “Forscher”, “Gesundheitsministerien”, “Firmen” etc. in seinem Facebook Stream hätte. Mit einem Klick kann er dann schnell sehen, was es alles Neues in der Welt von BASF, Ulla Schmidt oder den Forscherkollegen gibt.

Vielleicht muss man Google gar nicht besser machen, vielleicht muss man einfach nur die Zeichen der Zeiterkennen und entsprechende Produkte liefern?

Facebook als Google Killer

Es ist natürlich gewagt eine solche reißerische Aussage zu machen, doch wenn überhaupt eine Firma Google Konkurrenz machen könnte, dann ist es Facebook. Vielleicht nicht wegen, aber auf jeden Fall zu einem großen Teil dank Microsofts großzügiger Bewertung von 15 Milliarden für Facebook, wurden so auch Türen geöffnet und dem heimlichen Ziehsohn ein bisschen Ruhe beim Entwickeln und vor anderen Angeboten durch Microsoftkonkurrenten gewährt.

Ob Microsoft irgendwann mal ihre Live.com Suche in Facebook integrieren wird bleibt reine Spekulation. Fakt ist auf jeden Fall, dass ein Haufen guter Google Mitarbeiter sich entschieden haben zu Facebook zu wechseln. Fest steht auch, dass Facebook vorallem Dank des intelligenten Adservers mittlerweile die Möglichkeit haben dürfte, seine User in thematische Gruppen einzuteilen, und auch deren Gewohnheiten tracken könnte.

Mit Wissen, was bestimme Usergruppen auf Facebook an Informationen und Links teilen und wie andere Usergruppen das zu schätzen wissen (I like this/ I dont like this), hätte man durchaus eine echte Alternative  zu Googles TrustRank entwickelt. Würde man dann noch das Klickverhalten dieser Usergruppen in den SERPS tracken und meine Suchergebnisse anhand dieser Daten und meinem direkten sozialen Umfeld optimieren müsste Google sich wahrscheinlich warm anziehen.

Wie auch immer es kommen wird, es wird spannend bleiben und ich freu mich drauf.

Bitte nicht zögern, Eure Kommentare sind willkommen und sogar gewünscht ;-)

P.S. Dieser Beitrag ist auch in englischer Sprache unter julius-dreyer.com zu finden.

SEO.de beendet Schleichfahrt

Dezember 10, 2008 by Gerald Steffens  
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Manch einer wird sich vielleicht noch an das SEO.de Tippspiel erinnern, bei dem es um die Frage: “Wann wird SEO.de in Googles TopTen fuer “seo” gelistet sein?” geht und bei dem es ein Asus EeePC oder ein Ipod Touch zu gewinnen gibt. Monatelang war nichts zu sehen von der Domain unter ihrem Hauptkeywort, das Projekt war auf Schleichfahrt in den Google SERPs. Doch langsam aber sicher kommt Seo.de in Fahrt. Seit kurzem rankt die Domain in den Top 200 für die Google Suche nach SEO. Auch ein Blick auf den Sistrix-Chart gibt Anlass zur Hoffnung:

SEO.de Sistrix Rank

Die Domain scheint einen Teil ihrer Fesseln abgelegt zu haben. Seit Mitte November klettert der Sistrix-Rank nach oben und seit Anfang Dezember lächelt ein PR3 dem Besucher von der Google Toolbar entgegen. Alles Anzeichen für einen seologischen Aufwärtstrend. Nichts desto trotz ist es wohl noch ein weiter Weg bis in die Google Top 10. Wäre ja zu schön, wenn der Gewinner noch passend vor Weihnachten mit einem Präsent beglückt werden könnte. Wer weiss, auch ein SEO glaubt manchmal noch an ein Weihnachtswunder ;-)

Was auf dem deutschen Affiliate Markt wirklich fehlt…

November 16, 2008 by Yi Shi  
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Manchmal hat man das Gefühl, dass jeden Monat irgendein 08/15 Affiliate Netzwerk aus dem Boden stampft und versucht, Affiliates zu akquirieren. Wieso sollte aber ein Affiliate sein Netzwerk wechseln, ohne jeglichen USPs zu sehen? Eigentlich geht alles doch so einfach:

1. Bereit sein, Marge zu cutten!
Was ist denn besser? Lieber 20% vom Kuchen abhaben und dafür 200.000€ im Monat zu verdienen oder beim 30% zu bleiben und 50.000€ zu machen? Wenn ein Netzwerk bereit ist, ein Teil seiner Marge an seine Affiliates weiterzuleiten, wird es sicherlich viele Affiliates anziehen…

Ansonsten lautet die Devise für uns Affiliates: Cutting out the middleman! Unzwar soviele Middlemen wie möglich, am besten gleich Inhouse laufen lassen, denn auch über ein Netzwerk oder eine Agentur trägt der Affiliate sämtliche Risiken in Deutschland (womit wir beim nächsten Punkt wären)…

2. Haftung übernehmen
Wenn ein Merchant seine Affiliates veräppelt und valide Leads oder Sales storniert, trägt immer der Affiliates das Risiko und das Netzwerk macht in 99% der Fälle nichts großes dagegen (mehrmals erlebt!). Dumm nur, dass die größten Affiliates zuerst ihr eigenes Geld ausgeben müssen, um Leads und Sales zu generieren und zum Schluss ist der Affiliate der Blöde… Als Middle man sollten aber eigentlich gerade die Netzwerke die Haftung übernehmen!

Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass dadurch gegen “schmutzigen” Sachen und Fraud deutlich härter gekämpft wird als jetzt, was auch zur Qualitätssteigerung der generierten Leads und Sales auf der Advertiserseite führt. Zusätzlich kann dadurch auch die Dauer der Lead- und Sales-Freischaltung bei den Affiliates verkürzt werden, was zur Verbesserung der Liquidität führt…

3. Wöchentliche Auszahlungen anbieten
Je besser die Liquidität, desto schneller kann ein Affiliate sein Kapital umschichten und desto mehr verdient schluss endlich auch ein Affiliate Netzwerk. Auf die Idee kommen aber wohl nur die wenigsten Player auf dem deutschen Markt…

Ich selbst benutze heute ausschließlich die Netzwerke Webgains, CJ, Tradedoubler und Zanox, wer aber ein Netzwerk launcht, das die obigen Punkte erfüllt, kann sich gerne bei mir melden ;-)

Queap

November 3, 2008 by Gerald Steffens  
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Manche muss man zu ihrem Glück zwingen. Zumindest war das einer der ersten Gedanken, als ich den Artikel “Queap darf sich nicht mehr Queap nennen” las. Wobei die Sache mit der Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung nicht wirklich lustig ist. Auf der anderen Seite war das erste was ich mich gefragt habe, als ich den Namen QUEAP hörte, wieso man sich so einen seltsamen Namen ausgesucht hatte, mit dem ich alles, nur keine neuronale Suchmaschine assoziiert hätte.

Ob Quick oder Quieck, Leap oder Sleep, schräge Klänge für den neusten NeuroSeek. Auf jeden Fall wird jetzt ein neuer Name gesucht, vielleicht habt ihr ja gute Ideen was die Namensfindung angeht für den möglichen neuen Suchmaschinen Shooting-Star. Habe gerade mal nachgesehen, der Begriff Contender bedeutet übersetzt Herausforderer und erinnert mich an Content, was gut zu einer Suchmaschine passen würde, also gar nicht mal so abwegig für den neuen Google Herausforderer ;-)

Helloween an Halloween

November 1, 2008 by Gerald Steffens  
Filed under Allgemein

Passend zu Halloween hat Google ein schickes Google Doodle auf die Homepage gepflanzt und eine spektakuläre Halloween Party im Index veranstaltet. Ganz großes Kino was da gerade abgeht. Selbst Markennamen werden nicht verschont, scheinbar festzementierte Plätze fangen an zu schwächeln oder fliegen gleich ganz weg. Echt zum Gruseln. Einen besseren Tag für so ein Spektakel hätte man sich nicht aussuchen können. Das Fest am Vorabend von Allerheiligen wird so manchem SEO im Gedächtnis bleiben.

Was dagegen nicht so gut im Gedächtnis der Webgemeinde zu haften scheint, dass ist die korrekte Schreibweise von Halloween. Gerne wird auch mal von Helloween gesprochen, gut 15% der Suchenden bevorzugen die falsche Schreibweise. Noch abenteuerlicher sind aber Kombinationen wie Hallowien und Hellowien, aber auch sehr viel seltener. Dank Google Insights lassen sich solche Dinge bequem darstellen, hier der Verlauf der Suchvolumina von Halloween versus Helloween bezogen auf deutsche Suchen. Man sieht, die Kurven laufen im Gleichtakt und das Verhältnis Halloween zu Helloween beläuft sich auf 10:2.