Der Seonaut hat am Sonntag in seinem Radio4Seo Podcast eine halbe Stunde lang über den perfekten Link philosophiert. Als Grundlage diente ihm dabei der Beitrag Die Sache mit den Links von Uwe Tippmann. Uwe erklärt in seinem Beitrag, was einen perfekten Link ausmacht:

  1. qualitativ hochwertiger und vertrauenswürdiger Host
  2. Positionierung im Content-Bereich
  3. dauerhafte Platzierung, wandert nicht gleich in ein Archiv
  4. Umfeld/Inhalt sind thematisch passend
  5. keine Muster

Kurz und knapp, so sollten Links aussehen, wenn sie auch in Zukunft Wirkung zeigen sollen. Und weil auch Google diese Kriterien kennt, wird es in Zukunft vom Suchmaschinenriesen weitere Bestrebungen geben, den perfekten Link vom pseudoperfekten Link zu unterscheiden. Dabei liegt der entscheidende Unterschied diesmal in einer ganz anderen Dimension als bislang gewohnt. Die vierte Dimension kommt hier ins Spiel.

Die Suchmaschinen müssen im Prinzip nur zwei Snapshots einer Seite schießen, die Inhalte vergleichen und sich Gedanken zur Differenz machen. Wenn die Differenz nur ein Link oder ein Stück Inhalt + Link sein sollte, dann liegt der Verdacht einer entsprechenden linken Manipulation nahe. Weitere Überlegungen zu diesem Thema könnt ihr, wie anfangs erwähnt, bei Uwe nachlesen oder beim Seonauten nachhören.

Letztendlich ist der perfekte Link nicht angreifbar. Wie leicht oder wie schwer er künstlich zu erzeugen sein wird und wie gut Google & Co bei der Link-Forensic sein werden, davon hängt auch die Zukunft des Links als Ranking-Kriterium ab. Ich sehe das ähnlich wie Uwe, über kurz oder lang wird der gemeine “Link” an Gewicht verlieren und werden andere Kriterien bei Relevanz und Ranking hinzugezogen werden müssen.

Zur Zeit geht es Schlag auf Schlag bei Google. Immer großzügiger werden uns statistische Daten zugänglich gemacht, für die man vor Jahren noch bereitwillig Geld bezahlt hätte. Heute gibt es das alles umsonst. Gerade einmal 4 Wochen nachdem Google in seinem Adword Keyword Tool erstmals konkrete Zahlen fürs Suchvolumen verriet und gut 6 Wochen nach Einführung der Website Trends, bietet uns der Suchmaschinen-Gigant aus Mountain View mit Google Insights noch tiefere Einblicke in die Welt der Suchbegriffe. Wenn man jetzt noch den Google AdPlanner bedenkt, der ebenfalls neuartige Einblicke in Suchen und Besucher-Trends erlaubt, dann ist in den letzten Wochen ein unglaubliches Arsenal an Statistik Tools zusammen gekommen. Seos und Marketing Experten wird’s freuen.

Google Insights for Search ist eine Weiterentwicklung von Google Trends, die typischen Filter-Möglichkeiten für Land, Regionen, Städte und Zeiträume sind geblieben, neu hinzu gekommen ist eine Liste von Kategorien, die helfen kann Branchen-Einblicke zu gewinnen. Daneben visualisiert Google die geografische Veteilung der Suchinteressen durch Färbung einer Landkarte und listet am Seitenende Top Searches und Rising Searches auf. Letzteres erinnert ein wenig an Googles Hot Trends, nur dass sich bei Google Insights die Tendenzen auf Veränderungen gegenüber dem Vormonat oder Vorjahr beziehen. Lediglich die Informationen zur Sprache sind unter den Tisch gefallen.

Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied – der Schwellwert, ab dem überhaupt Kurven gezeichnet werden, ist mindestens eine Zehnerpotenz niedriger als bei Google Trends. Das können wir sehr schön an den Google Trends zum “Pagerank Update” erkennen, die Kurve kommt im Vergleich zu den Pagerank Update Insights nur bruchstückhaft herüber. Alles in allem also ein nettes Werkzeug für den Keyword-Interessierten, das für so manche Überraschung gut sein dürfte. Ist euch in der obigen Grafik eigentlich etwas aufgefallen? Der kleine blaue Fleck in Europa? Demnach ist das Interesse am “PageRank Update” in Deutschland 4-5 mal so stark wie in den USA oder Großbritannien. Wenn das nicht mal eine tolle Erkenntnis ist >:)

Noch zwei Hinweise. Bei den Landkartenfärbungen bitte darauf achten, ob Werte mit 0 dabei sind, die heben sich optisch nicht deutlich genug hervor und bedeuten kein mangelndes Suchinteresse, sondern zu wenige Daten und sind damit als außerhalb der Wertung anzusehen. Desweiteren sind die Angaben zum Suchvolumen relative Werte (normalisiert) und beziehen sich nicht auf die exakte Suchphrase, sondern auf die Obermenge aller Suchen, welche die Phrase enthalten.

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