Endlich schaffe ich es, über meinen jüngsten Abstecher nach Berlin zu berichten. Anfang Juli hatte Marcus Tober eine illustre Gruppe von Online Marketern auf eine SEO Entdeckungsreise in die Platoon Kunsthalle eingeladen. Ich war mit an Bord und konnte Marcus bei der Vorstellung seiner Research Cloud belauschen.

15 Uhr Ankunft. Freundliche Begrüßung von & mit Malte. Schönes kühles Getränk zur Erfrischung. Plauderei mit Olaf, Martin, Marco, Mario, Niels und vielen anderen bekannten Gesichtern. 16 Uhr Vortrag.

Es war ein schöner Tag. Tolles, sonniges Wetter, gut gelaunte Besucher und ein umtriebiges Searchmetrics Team, das seine Gäste umsorgte. Mitten drin Marcus Tober und seine Präsentation von der Research Cloud. Einmal im Allgemeinen über das Tool und einmal im Speziellen über die sogenannte Content Performance.

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Immer gut für eine Diskussion: Evert Veldhuijzen, Martin Mißfeldt, Marco Janck und Olaf Kopp.

Es war Showtime. Auf zur Searchmetrics Discovery.

Content versus Keywort – Die Evolution schreitet voran

Nach einigen einleitenden Worten und einer kurzen Einführung in die Research Cloud kommt Marcus ziemlich schnell auf den Punkt: Content Performance heißt das neue Zauberwort. Genau dieser Punkt stellt die wesentliche Veränderung in der neuen Searchmetrics Suite dar. Nicht mehr das Keywort steht im Zentrum der Analyse, sondern der Content in Form einer URL.

fahrrad.de-contentperformance

Anhand von Beispielen wie fahrrad.de, Zalando oder Ladenzeile zeigte Marcus die neuen Möglichkeiten der Content Analyse auf. Anstatt auf einzelnen Keywörtern rumzureiten lassen sich mit dem Blick durch die URL/Content Brille jetzt deutlich leichter Zusammenhänge und Themen identifizieren. Die Keywörter werden geclustert und erlauben so ein leichteres Erfassen der einzelnen Topics. Auch ist es mit dem Tool nun deutlich einfacher die Wettbewerber im Auge zu behalten, die Konkurrenz URLs liegen nur einen Mausklick entfernt.

Interessant waren die Reaktionen des Publikums. Es herrschte eine gewisse Sprachlosigkeit. Einmal sicherlich aufgrund der krassen Zahlen die Marcus Tober dem Publikum um die Ohren gehauen hatte und einmal wegen der Schwierigkeit, das Ges(ch)ehene einzusortieren und zu verarbeiten. Rund 1.5 Milliarden URLs in Kombination mit 600 Millionen Keywörtern muss man erst einmal (geistig) verkraften. Auch physikalisch sind diese Mengen schwer zu stemmen. 15 Peta Byte an Daten, das sind umgerechnet 15.000 Terra Byte an Plattenplatz, braucht man zum Beherbergen der Content Matrix. Die Verwirrung war deutlich spürbar. Ich bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe 😉

mario-fischer-sprechblase Mario Fischer – Website Boosting

Sind wir jetzt in eine neue Dimension der Keyword Recherche vorgedrungen? Ist das überhaupt noch Keyword Recherche? Können wir jetzt Topics? Oder gar Content? Wie verhält sich das Ganze jetzt zu WDF*IDF? Ist das vielleicht (WDF*IDF)2? Fragen über Fragen. Die Antwort wird uns die Zeit bringen. Wobei ich glaube, dass der neu eingeschlagene Weg genau der richtige ist. Da geht auch kein Weg dran vorbei. Auch Sistrix hat schon Sichtbarkeiten und Keywords auf URL Basis im Angebot. Die Evolution schreitet voran. Ihr Name lautet Content. Und Topics. Und Semantik. Schnallt euch schon mal an. Die Zukunft beginnt jetzt!

Übrigens stellte Marcus noch eine weitere Neuerung vor, eine Art Webseiten bzw. Content Monitoring. Das klang überaus nützlich und dürfte in nicht allzuferner Zukunft ebenfalls Einzug in die Searchmetrics Suite halten.

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Malte verteilte an die Gäste kleidsame Sweat-Jacken.

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Und nebenbei gab es noch Gelegenheiten zum Essen, ein Eis und eine Beer Academy mit Getränkeproben von 5-11 Prozent 🙂

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Zum Ausklang des Abends nahm uns Marcus mit ins “Scotch und Soda”, wo in lockerer Runde diskutiert und mit kühlen Getränken der Durst gelöscht und die Hitze bekämpft werden konnte. Irgendwann früh um Eins machte ich mich dann auf den Weg zurück ins Hotel. Wo ich mich übrigens am nächsten Morgen beim Frühstück ausgezeichnet unterhalten habe. Niels Dahnke sei Dank. Spannende Dinge kamen dabei herum. Vielleicht stellen wir mal was gemeinsam auf die Beine.

Buchtipp: SEO - Strategie, Taktik und Technik

Foto vom Buch: SEO – Strategie, Taktik und Technik

Rezension zum Buch SEO – Strategie, Taktik und Technik von den Autoren Andre Alpar, Markus Koczy und Maik. Aktuell lese ich dieses SEO-Buch. Es wurde von den Gründern der Agentur AKM3 verfasst. Das Buch ist vom Springer-Gabler Verlag veröffentlicht worden und wird für ca. 50 € im Buchhandel als gebundene Ausgabe angeboten.

Dieses Buch soll ein Beitrag zur Nachwuchsgewinnung aus dem akademischen Umfeld sein. Das Thema Suchmaschinenoptimierung wird auf 538 Seiten umfassend erklärt und aus allen Richtungen betrachtet. Es möchte zudem auch alle angrenzenden Bereiche in der BWL abholen. Marketingverantwortliche, Unternehmer sowie Studenten der BWL werden in dem Buch auf ihrem Niveau abgeholt.

Ein Schwäche des Buches ist jedoch sein Mangel an bibliopgraphischen Standards für wissenschaftliche Bücher. So fehlen zum Beispiel Quellenangaben, ein Glossar und ein Index. Das finde ich sehr schade, vor allem wenn man ein Werk schaffen möchte, dass auch in den Lehrbetrieb an Universitäten aufgenommen werden soll. Denn schon im  Vorwort heißt es: “Das vorliegende Buch soll ein Beitrag zur Professionalisierung eines Berufsfelds sein, welches in in der Transition von ‘Szene’ zu ‘Branche’ befindet.”

Wer also ein gutes Buch sucht, dass sämtlichen akademischen Standards entspricht sollte besser das Buch “Website Boosting 2.0: Suchmaschinen-Optimierung, Usability, Online-Marketing” von Prof. Mario Fischer kaufen.

Nichtsdestotrotz vertraue ich den Autoren soweit, dass mir die Quellangaben egal sind. Eine wirkliche stärke des Buches ist, dass es eben auch für alle Personen, die in angrenzenden Bereichen tätig sind, das Thema Suchmaschinenoptimierung verständlich aufbereitet wird.  Sehr gut hat mir die Typisierung der SEO-Branche gefallen.

Das Panoptikum der SEO Branche

Die Autoren sortieren uns SEOs in sechs Schubladen:

  1. Einsamer Wolf – Webmaster arbeitet nur für seine eigenen Seiten
  2. Rudel – Eigene Webseiten werden in einem Team von selbständigen SEOs umgesetzt
  3. Multi-Instrumentalist – Ein Inhouse-SEO betreut als angestellter die Seite des Arbeitgebers
  4. Big Band –  SEO in einem großen Unternehmen mit eigener SEO-Abteilung
  5. Zehnkämpfer – Ein SEO betreut als externer Dienstleistr die Webseiten von Kunden
  6. Mannschaft – Ein SEO-Agentur mit vielen Mitarbeitern betreut die Webseiten von Kunden

Laut der Kategorisierung der Autoren wäre ich ein Zwitter zwischen “Einsamer Wolf und “Zehnkämpfer”, da ich sowohl eigene Projekte betreibe und als SEO-Berater für Kunden tätig bin.

Und weil ich in meinem Tätigkeitsfeld nur diese beschränkte Sichtweise auf meinen Beruf habe, bin ich den Autoren dankbar für den Einblick in den anderen Arbeitsweisen des SEO. Spannend finde ich auch das Kapitel, wo es um die Zusammenarbeit zwischen Inhouse-SEOs und SEO-Agentur ging. Bisher habe ich nur kleinere Kunden betreut, die sich keine eigene SEO-Abteilung leisten können. So ist es doch für mich recht erfrischend, wie “einfach” ich eigentlich meinen Job ausführen kann.