WordPress – Das Praxisbuch von Vladimir Simovic und Thordis Bonfranchi-Simovic


Es ist eigentlich von Haus aus kurios, wenn jemand ein Buch über ein absolutes Online-Phänomen schreibt. Kann das gut gehen? Ist „das Internet“ nicht sowieso viel zu schnell, als dass man irgendwas davon zwischen zwei Buchdeckeln einfangen könnte?

Ja, es kann gut gehen – und jein zur Schnelligkeit. Tatsächlich ist das schnelle Entwicklungstempo von WordPress ein kleines Problem für das Buch, aber trotzdem kann ich jedem Blogger mit ein bisschen Erfahrung „WordPress – Das Praxisbuch“ nur ans Herz legen.

Für ganz blutige WordPress-Anfänger ist das Buch nicht ganz geeignet, aber zweifellos ist es für sie auch nicht gedacht. Wer sich aber schon ein bisschen eingearbeitet hat und noch mehr Kontrolle über sein WordPress-Blog haben will, der könnte aktuell kein besseres Buch finde.

Besonders gut gefällt mir die absolut makellose, sinnvolle Gliederung des Buches. Vom Einstieg bis hin zu meinem Lieblingskapitel „Pimp my WordPress“ (nicht nur wegen des Titels toll!) bleibt kaum eine Frage offen. Alle Punkte werden anhand von Beispielen verständlich erklärt, wo nötig und möglich sind auch URLs gegeben, damit man sich Beispiele in ihrem echten Lebensraum ansehen kann.

Sehr viel Raum nehmen die Themes und ihre Anpassungsmöglichkeiten ein, was auch für die allermeisten Blogger wichtig ist – schließlich will man sein Blog ja so persönlich wie nur möglich gestalten.

Für die erfahrenen WordPress-User dürften die Kapitel „WordPress als CMS“ und „Pimp my WordPress“ noch interessanter sein. WordPress kann nämlich beileibe nicht nur als Blog-Software genutzt werden, Simovic empfiehlt es auch als pflegeleichtes, vielseitiges CMS.

„Pimp my WordPress“ bezieht sich nicht, wie man meinen könnte, auf buntere, tiefer gelegte und aufgebohrte Themes mit Spoiler und Rennstreifen. Es geht vielmehr darum, das Blog mit allen Möglichkeiten der Social Media zu verknüpfen, über Twitterfeed, YouTube, Mister Wong … kurz: die geballte Wucht der sozialen Medien für das eigene Blog einzuspannen. Sogar auf die Möglichkeiten, Geld mit dem Blog zu verdienen, geht Simovic kurz ein.

Von der dem Buch beigelegten CD bin ich nicht ganz begeistert, weil man die ganze darauf enthaltene Software auch problemlos aus dem Internet herunterladen kann. Allerdings hat man sie auf der CD sehr handlich an einem Ort und muss sich nicht noch alles zusammensuchen. Neben Firefox und FileZilla gibt es auf der CD auch gleich eine Auswahl sinnvoller Plugins, die im Buch natürlich auch behandelt werden.

Die CD bringt auch gleich WordPress mit – allerdings die Version 2.6. Natürlich ist es bei der Geschwindigkeit der Entwickler praktisch unmöglich, ein Buch auf den Markt zu bringen, bei dem die Beispiele, oder genauer gesagt die Abbildungen dazu, dem entsprechen, was der Blogger dann aktuell vor sich sieht.

Nach dem ersten Schock über das veränderte Aussehen kann man aber auch mit den „veralteten“ Illustrationen gut leben; die tun dem praktischen Nutzen des Buches meiner Meinung nach keinen Abbruch – mit überholten Abbildungen und Screenshots muss man bei dieser Materie rechnen.

Das einzige, was mich wirklich an dem Buch stört, und zwar extrem, ist das meiner Meinung nach komplett unbrauchbare Stichwortverzeichnis. Ich bin mehrmals schlichtweg daran gescheitert, dass ich den gesuchten Begriff einfach nicht finden konnte. Das liegt daran, dass nicht jeder Begriff als eigener Eintrag aufgeführt ist, sondern oft unter einem Oberbegriff.

Wer beispielsweise sein Blog mit seinem Flickr-Account verknüpfen will, findet dazu eine gute Anleitung. Ob man auf diese Anleitung stößt, ist allerdings Glückssache, weil die erste Suche nach „Flickr“ erfolglos bleibt. Dafür findet sich FRoSTA im Stichwortverzeichnis, damit man die fünf Zeilen über das vorbildliche Unternehmensblog auch wirklich schnell findet. „Flickr“ dagegen findet man eher zufällig unter dem Oberbegriff „Dienste“ – nicht wirklich verkehrt, aber eben nicht der Ort, an dem zumindest ich nicht zuerst suchen würde. Hier könnte man für die nächste Auflage noch einiges verbessern.

Abgesehen davon: unbedingte Kaufempfehlung. Sogar alte Hasen können vom Ehepaar Simovic noch etwas lernen.

WordPress – Das Praxisbuch ist bei mitp erschienen und kostet €29,90 (ISBN: 978-826-5502-9)

Die Rezensentin Alexandra Preis arbeitet als Online-Redakteurin für alle Projekte der trendmile GmbH und schreibt dort auch Beiträge für das SEO-Blog. Privat wie beruflich beschäftigt sie sich aktuell viel mit WordPress und Social Media, vor allem mit Twitter.

Über 

Der Autor wohnt im kleinen Städtchen Harsewinkel, irgendwo im Münsterland und interessiert sich für Suchmaschinen und ihre Optimierung. Gerald auf Google+

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