WordPress – Das Praxisbuch (Rezension)


Eine Buch-Rezension von Frank Doerr (Seo-Scene)

WordPress – Das Praxisbuch von Vladimir Simovic / Thordis Bonfranchi-Simovic
2., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2008, 448 Seiten, 29,95 Euro

WordPress ist sexy, wie jeder SEO weiß. Als einer der anerkannten Spezialisten im deutschsprachigen Raum gilt Vladimir Simovic, besser bekannt unter seinem Nick Perun, der seit vielen Jahren eine der informativsten Ressourcen zum Thema im Netz betreibt [1]. 2007 erschien erstmals sein WordPress Praxisbuch, das mittlerweile in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage vorliegt und das Perun gemeinsam mit seiner Frau verfasst hat.

Das aktuelle Werk ist übersichtlich in fünf Teile gegliedert: Teil 1 gibt einen Einstieg in die Materie der Weblogs, in WordPress, das Admin-Menü, die ersten Schritte als Blogger und grundlegende Anpassungen. Glücklicherweise hat Perun auf die gesamten Basics in Bezug auf HTML/CSS verzichtet – ambitionierte Einsteiger sollten also in diesem Bereich bereits fit sein bzw. werden auf selfHTML verwiesen. Teil 2 beschreibt teils sehr ausführlich das Template-System anhand Classic- und Default-Theme sowie Peruns eigenem Weblog. Im dritten Teil geht es um den Einsatz von WordPress als Content Management System, einen Ansatz, den die Entwickler immer mehr forcieren. Richtig spannend wird es für ambitionierte Leser in Teil 4: Dienste wie Feedburner oder Twitter, Monetarisierung mittels Blogs und ausgewählte Plugins werden vorgestellt. Der fünfte und letzte Teil enthält die Referenz zu den Template-Tags als Offline-Ressource.

Als sinnvolle Ergänzung enthält das Buch eine CD. Hierauf finden sich alle Template-Beispiele, Dokumentationen, fünf freie Templates, die unter der GPL stehen und auch für kommerzielle Projekte eingesetzt und modifiziert werden dürfen, eine feine Plugin-Sammlung, Programme und natürlich die bei der Drucklegung aktuellste WordPress-Version.

Letzteres deutet bereits auf das größte Manko des Buches hin, denn die vorgestellte Version ist 2.6. Aufgrund des hohen Entwicklungstempos der WordPress-Entwickler wurde aber zur Version 2.7 hin der gesamte Adminbereich nochmals stark überarbeitet, so dass die Realität das Buch in einigen Bereichen bereits überholt hat. Glücklicherweise ist dennoch weiterhin vieles gültig und Neueinsteiger in die Materie lassen sich hoffentlich nicht irritieren.

Gleichzeitig ist das Werk auch alten WordPress-Hasen zu empfehlen. Ich selbst arbeite bereits seit einigen Jahren mit WordPress, doch zeigte sich, dass ein solch sauber strukturiertes und profundes Werk gut geeignet ist, Lücken zu schließen. Diese ergeben sich leicht beim selektiven Herangehen an Projekte und reinen Internet-Recherchen, so spannend „Learning by doing“ auch ist. So habe ich endlich bemerkt, das es einen Unterschied gibt zwischen Pingback und Trackback (kein Witz), und konnte gerade im Bereich der Plugins gute Anregungen mitnehmen, die bereits in einige Projekte eingeflossen sind.

Gleichzeitig habe ich – u.a. aufgrund meines Schwerpunktes im Bereich SEO – zu einige Dingen auch unterschiedliche Ansichten. So fehlt mir ein Hinweis darauf, dass es besser sein kann, die Registrierung abzuschalten, da es ansonsten zu massiven Spam-Anmeldungen kommen kann und es in der Vergangenheit eine Sicherheitslücke gab, durch die Hacker mittels Registrierung in WP eindringen und sämtliche Inhalte löschen konnten [2]. Auch bei Peruns Tipp, den Lesern Feeds in vollständiger Länge zur Verfügung zu stellen (S. 85), bin ich angesichts der verbreiteten Praxis, Blogcontent mittels Feeds zu klauen bzw. aufgrund der Gefahr von Duplicate Content auf den Seiten von Aggregatoren [Stichwort authorities, siehe 3], anderer Ansicht.

Wer erwartet, mit diesem Buch tief in die Materie WordPress aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung einzutauchen, dürfte enttäuscht werden. Blogartikel wie „Pimp my WordPress“ [4] von Mediadonis sind da ergiebiger. Auch die Vorstellung von wpSEO [5] als hervorragendes Plugin und viele andere Dinge, die bei mir zum Standard einer optimierten WordPress-Installation gehören, fehlen leider. Allerdings sollte man – bevor man WordPress tuned – die Basics verstanden haben, und genau dort leistet das vorliegende Buch beste Dienste. Insofern handelt es sich aus meiner Sicht um eine Pflichtlektüre für jeden, der WordPress professionell einsetzt.

[1] http://www.perun.net/
[2] siehe http://www.frankdoerr.de/internet/hackversuch-bei-wordpress-blogs-durch-xdfsd45oi-31.html
[3] siehe http://www.seo-scene.de/google/duplicate-content-und-seine-vermeidung-34.html
[4] siehe http://www.mediadonis.net/?p=169
[5] Download unter http://www.wpseo.de/ – allerdings nur mit Lizenz dauerhaft einsetzbar.

Über 

Der Autor wohnt im kleinen Städtchen Harsewinkel, irgendwo im Münsterland und interessiert sich für Suchmaschinen und ihre Optimierung. Gerald auf Google+

css.php