Am 25.11.2011 fand in Salzburg die zweite SEOKomm Konferenz statt. Nachdem ich es im letzten Jahr versäumt hatte, Österreichs Stern am Konferenz-Himmel einen Besuch abzustatten, wollte ich mir in diesem Jahr die Gelegenheit nicht entgehen lassen, dem Seo-Spektakel beizuwohnen.

Zum Auftakt sprachen die Veranstalter Christoph C. Cemper und Oliver Hauser vor großer Kulisse ihre Begrüßungsworte, über 500 Besucher hatten den Weg in die Salzburger brandboxx auf sich genommen, und läuteten damit einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Konferenz-Tag ein.

Anschließend folgte eine Liebeserklärung ans SEO, die von Seo-Showstar Marcus “Mediadons” Tandler in seiner unnachahmlichen Art vorgetragen und mit 5 Bonus-Tipps abgeschlossen wurde.

Um 10 Uhr gings dann mit Uwe Tippmann, Mario Fischer und Klaus Hofbauer ans Eingemachte. In drei parallelen Tracks stellten die Experten dem wissbegierigen Publikum das Suchverhalten der Nutzer, die Knackpunkte im SEO und das Portal Karriere.at vor. Eine halbe Stunde später ging’s dann in die Kaffee-Pause, wo man neben einer Stärkung auch erste Gelegenheiten zum Networken fand.

Frisch gestärkt machte ich mich auf den Weg zu Marcus Tobers exklusiven “SEO-Ranking für AT” Vortrag, wo Marcus auf die landesspezifischen Faktoren der Optimierung einging.

Währenddessen zeigten nebenan Astrid Staats und Sören Bendig dem Publikum, wie man strategisches SEO für große Unternehmen betreiben sollte und einen Raum weiter demonstrierte Ortwin Oberhauser, wie Seo & SEM im Tourismus effizient umgesetzt werden kann. Abgelöst wurde Ortwins Vortrag von Frank Hohenleithners Beitrag zur Video Optimierung für Universal Search & Youtube.

Auf Markus Hoeveners und Christoph Cempers Link-Datenbank Vergleich war ich besonders gespannt. Ganz besonders, nachdem jetzt erst vor wenigen Tagen der Yahoo Siteexplorer endgültig eingemottet wurde und das große Rätselraten ausgebrochen ist. Wer hat den größten, besten, längsten Link-Index der Welt? Etwas überraschend war dann doch das Ergebnis. Eigentlich hatte ich erwartet, dass die gängigsten Backlink-Tools miteinander verglichen würden und Christophs LRTs als Sieger aus dem Link-Rennen hervorgehen würde. Doch der Vergleich lief erst einmal anders. Es wurden die Google Webmastertools mit den Backlink-Tools verglichen und gezeigt, dass selbst Google nur rund 2/3 aller existierenden Backlinks in seinem Tool auflistet. D.h. im Umkehrschluss, dass uns 1/3 der Links vorenthalten werden. Erschreckend? Mitnichten, denn weitere Untersuchungen haben ergeben, dass dabei viel Überflüssiges auf der Strecke geblieben ist. Auch war der Anteil der nofollow Links in den GWT erstaunlich hoch, was Raum für Spekulationen lässt.

Ein Highlight für mich war der Auftritt von Ex-Google Mitarbeiter Jonas Weber, der Lösungen zu Panda-Absturz, Google Penalties und Filter zum Besten gab. Spannend vor allem deshalb, weil Jonas als ehemaliges Mitglied des Search Quality Teams wie kein anderer wissen dürfte, wie Google tickt und sich entwickeln wird. Wo andere spekulieren müssen, “weiss” Jonas Bescheid. So erklärte er z.B. dass Panda kein Filter oder eine Penalty, sondern “nur” ein Update sei. Und auch nichts mit Links zu tun habe. Gut zu wissen, als Panda Opfer sollte man sich also tunlichst um die Aufwertung seines Contents kümmern, einen Reinclusion Request kann man sich hingegen schenken. Der macht nur bei einer echten Penalty Sinn. Apropos Penalty, wer einen Reinclusion Request einreichen möchte, der sollte vorher möglichst alle fragwürdigen Elemente auf seiner Website entsorgen, ansonsten werden es die Search Quality Experten für sie/ihn tun 😉

SEO Band – Smoke on ther water

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In knapp 1,5 Wochen öffnet die SeoKomm in Salzburg die Tore und auch ich werde in diesem Jahr Österreichs Seo-Konferenz Hauptstadt einen Besuch abstatten. Dabei werden sicher eine Menge Erfahrungen und Eindrücke von mir eingesammelt werden und in Form von Fotos, Videos und Interviews hier im Blog ihren Niederschlag finden. Zur Einstimmung starte ich mit einem klassischen Interview, dabei stand mir Christoph C. Cemper, Veranstalter der SEOkomm und Eigentümer von CEMPER.COM und den Link Research Tools, Rede und Antwort. Christoph spricht mit uns exklusive über seine Meinung zur neulich kritisch diskutierten Konferenzszene, die SEOkomm und auch über die österreichische Agenturwelt und findet, dass die “Suderer” ein “bisserl Amerikanischer feiern” sollten.

Und hier geht’s los mit dem Interview

Christoph, für das nächste Jahr haben sich angeblich schon neue SEO Konferenzen angekündigt. Wie beurteilst du die aktuelle SEO Konferenzsituation?

Ich finde es schön wie sich die SEO Szene gerade im deutschsprachigen Raum emanzipiert und auf eigene, kultigere Beine stellt. Als mir Oliver Hauser Anfang 2010 vorgeschlagen hat eine SEO Konferenz auf die Beine zu stellen gab’s die Campixx als Kultevent, das SEOktoberfest und dann die kommerziellen Eventfirmen wie SMX oder SES als “größere” Events…. Ja und dann halt ein paar “kleine”, regionale Events. Dass sich vom Einheitsbrei der SES mit miserabler Programmierung, letzterer von einer verrückten holländischen Agentur, die voriges Jahr nicht mal den Homepage-Relaunch grammatik- und tippfehlerfrei schaffte, keiner begeistern lässt, war auch klar.

Wir konnten mit der SEOkomm mit Top-Programm und Top-Orga punkten – frei nach dem Motto “auf ner Internetkonferenz kein FREE-WIFI für alle?” WTF PubCon, WTF SMX, WTF SES. Wer weiß, dass das WIFI zur Abdeckung der 500 Leute, die wir erwarten, mal eben 15.000 EUR Miete (32 WLAN-Clouds glaub ich) kostet, der weiß warum die sogenannten “Großen” so was gerne einsparen und auf “Hotel-WLAN” verweisen – und dann sehr kleinlaut sind. *hüstel*

Auch 60.000 EUR für Catering sind nicht ohne, aber notwendig wenn man mehr als die typischen “Sandwiches” oder gar “Krankenhaus-Buffets” anbieten will. Na, jedenfalls hat voriges Jahr die Ära der großen Qualitätskonferenzen so richtig begonnen und ich kann nur sagen, wenn das Match über Qualität und perfektionistischen Anspruch von Insidern gewonnen wird und nicht über “gebuchte Sponsorenplätze” und tonnenweise über Sponsoren verschenkte Ticketkontingents, dann sind wir auf dem richtigen Weg!

Ich freue mich, dass wir mit der SEOkomm die Trendwende eingeläutet haben und so manche Selbstverständlichkeit (aus meiner Sicht) etablieren konnten, die SEOday und OMcap übernommen haben, aber die “Großen” arm aussehen lassen.

Ist der Markt mittlerweile nicht schon überstrapaziert? Oder zeigen Newcomer wie die OMCap in Berlin und der Seo-Day in Köln, dass Lokalisierung/Regionalisierung zu einem neuen Trend werden?

Auf die erste Frage lautet die Antwort: Nein auf keinen Fall – beide, SEOday und OMcap waren trotz dichter Terminlage gut besucht und hatten echt gutes Feedback. Auch wir sind am 25.11. mit 500 (zahlenden!) Gästen bei einem absoluten Spitzenwert angelangt.

Lokalisierung ist ein Thema, genau unseres – denn die SEOkomm ist die “Konferenz für Suchmaschinenoptimierung in Österreich” – auch wenn wir mit exklusivem und supergeilem Content über das eigentliche Einzugsgebiet Österreich hinaus reichen.

Der Markt ist auch viel größer als ihn manche deuten. Ich wittere da aber auch einiges an Reiseunlust, aber es muss ja auch nicht jeder auf jede Konferenz fahren.

Man kann es nicht allen recht machen. Die Besucher rekrutieren sich aus allen Klassen, vom Anfänger bis zum Profi, vom Inhouse-Seo bis zum selbständigen Berater. Wie sollte sich eine SEO Konferenz aufstellen, damit am Ende alle Beteiligten zufrieden nach Hause reisen können?

Ich hab mir dafür schon Kritik geholt, dass wir im größten Saal die Hardcore-SEO Themen hatten, wo manch Einsteiger aussteigt. Ehrlich gesagt, für Ausbildung haben wir ein anderes Angebot – die SEOkomm Academy oder auch z.B. meine neuen Link Building Online Seminare. Auf der Fachkonferenz gibt’s Fachvorträge jeweils mit Anspruch. Wer geht schon freiwilig in einen „Anfänger“-Vortrag?

Es stimmt schon, dass man in einem 45 Minuten Vortrag, der auf bis zu 4 Leute aufgeteilt ist, auch was aufschnappen kann. Aber wer erwartet, dass sich ein Anfänger dort “ausbildet, bei dem ist die Schule oder Uni auch schon lang vorbei. Richtig lernen braucht zwei wesentliche Dinge – Zeit und Praxis, also Hands-On, rumspielen und experimentieren – wie bei einem Kleinkind halt, auch wenn’s schon 2 Uniabschlüsse hat, das Kleine 😉

Für beides ist im Rahmen eines Vortrags jedenfalls kein Platz. So gesehen ist die Diskussion etwas müßig und Vorträge auf einer Fachkonferenz sollten immer besonders interessante Aspekte einer besonders interessanten Thematik behandeln. Auf einer IT-Konferenz erwartet ja auch keiner, dass man Schulabgänger hinschickt und sie dann als Javaprogrammierer zurückkommen und gleich produktiv loswerkeln – oder?

Ich habe aber heuer im Konferenz-Programm trotzdem weitere unterschiedliche Betrachtungsweisen reingebracht. Voriges Jahr gab’s den „SEO Expert“-Track (wo eben o.g. Hardcore-SEO vorgetragen wurde) und den Business-Track für Seriöses. Heuer gibt’s dann noch den Case-Study Track dazu, wo mit echten Beispielen aus echten Unternehmen die Akteure selbst berichten, nicht die SEOs, nicht die Agenturen.

Ich glaube, gerade diese “Innensicht” fehlt auf jeder anderen Konferenz und wird bei uns viel Spannung und ganz neue Diskussionen bringen. Die “Inhouse-Leute” werden des Öfteren fälschlicherweise als “Anfänger” bezeichnet, weil sie “nur” 1 Unternehmen kennen und eben nicht jeden Blackhat-Kram mitmachen (können). Dafür haben sie eine wesentlich langfristigere Sicht auf die Dinge und scheuen sich auch nicht, über Ihre Fehler zu sprechen. Darauf freu ich mich!

Zufrieden sind Beteiligte, wenn Sie was gelernt haben und Spass hatten – beides bieten wir, denn die SEOkomm ist eine Konferenz die “so geil sein muss, dass wir selbst in jedem Vortrag sitzen wollen”.

So eine Konferenz auf die Beine zu stellen, bedeutet viel Engagement und auch ein finanzielles Risiko. Das sehen viele Seos da draußen nur nicht. Wirst du öfter darauf angesprochen, dass es dir als Veranstalter nur ums Geld geht? Wenn ja, was erwiderst du?

Hehe ja klar! Wenn der Tag lang ist….

Als hätten wir nichts Besseres zu tun und als wenn das Veranstalten einer genialen Konferenz das perfekte, skalierbare Businessmodell wäre… LOL – die SEOs die das glauben, haben selbst die wesentlichen Vorteile von SEO und Affiliatemarketing noch nicht verstanden. Wir investieren viel Herzblut, hunderte Stunden und viele Nerven in die SEOkomm, aber sicher nicht aus Profitgier. Wer mich und CEMPER.COM kennt, weiß dass ich mit Linkaufbau rund um die Welt und den Link Research Tools, unseren Linkbuilding Tools, eigentlich mehr als genug zu tun habe. Auch Oliver und sein Team bei levelseven sind als Agentur super ausgelastet.

Wir sind also Idealisten und wollen das Thema SEO in Österreich pushen. Ein Großteil der österreichischen Agenturwelt glaubt, Online-Marketing über TKP und Impressions definieren zu können – die fortschrittlichen Buchen dann noch ein bissl Adwords dazu und allesentscheidend sind Referenzlogolisten wo jede Würstelbude aufgezählt wird, die schon mal ein Logo bekommen hat. Naja. Die Lage bessert sich aber schnell – vor allem seit der SEOkomm 2010 🙂

Finanzielles Ziel war immer, keinen Verlust zu machen.

Noch ein paar Zahlen zur SEOkomm 2011?

  • ca. 60K Catering
  • ca. 15K WLAN für einen Tag (!)
  • ca. 12K Hotel für Speaker
  • etc…

Woran sollte man den Erfolg einer Konferenz messen?

Allgemein – an den Buchungen, woran sonst? Wenn keiner mehr kommt, sperrt jeder Wirt zu.

Die Menge der Recaps und Tweets sind hier ein schwaches Indiz, obwohl wir da mit der SEOkomm bestimmt auch führen. Das liegt daran, dass es sehr viele “Trittbrettfahrer” gibt, die weder an der Konferenz teilnehmen, noch gesteigerte Identifikation damit haben. Z.B. Bei einer Umfrage zur Zusatzbesetzung am Mega-Link-Panel oder des SEOkomm Taschenslogans (“Linkshändler”) hatten wir doch sehr viele halblustige Spaßvögel und Spammer dabei, denen einfach nur fad war. Aber wir waren effektiv im Blocken & Löschen 😉

Wir haben unsere Buchungslage von 2010 fast verdoppelt, was ich als sehr großen Erfolg werte. Viele große Firmen schicken mehrere Mitarbeiter zur Konferenz und zu den Schulungen, die übrigens auch unterjährig in München und Wien ein voller Erfolg waren.

Würdest du noch einmal eine ganz neue SEO Konferenz ins Leben rufen?

Wenn es noch keine SEOkomm gäbe, dann ja. Österreich als Bananenstaat auch in Sachen Online-Marketing und SEO war einfach ein Unding. Das Bauchgefühl müsste aber stimmen und die Aufgabenverteilung die richtige sein.

Warum sollte man die SEOkomm besuchen? Wie hebt sich die SEOkomm von den anderen SEO Konferenzen ab? Die ultimativen SEO Geheimtipps hört man ja bekanntlich auf keiner Konferenz.

Ha, nicht? Also ich hab noch von jeder Konferenz echte Learnings mitgenommen, auch wenn ich nur als Speaker hingefahren bin und es dann ne Schrottkonferenz mit mehr Speakern als Teilnehmern war, so wie’s im Casino bzw. Adultbereich mal der Fall war 😉

Die Suderer, die sowas behaupten sollen einfach mal Konferenzpause machen, oder im Gegensatz zum Regenwettergesicht mal freundlich auf “sogenannte Newbies” zugehen – für frischen Wind braucht’s mehr als die Inzucht einer immer gleichen Clique.

Was ich damit sagen will ist – w.o. erwähnt, die Vorträge sind das Rahmenprogramm, der Zündstoff – aber die echten Mehrwerte sind die Kontakte und das Netzwerk, das man sich aufbaut.

Ich war 2005 auf meiner ersten US-Konferenz (der SES in San Jose mit echten Google Dance, Yahoo Freeride und Ask.com Party) vom typischen “Mingeling around” der Amis auch sehr überrascht, um nicht zu sagen peinlich berührt, und hab viel gelernt. Es ist kein Ding der Deutschen oder Ösis, offen rumzuspazieren und zu plaudern, schon gar nicht unter Geeks. “Da könnt ich ja wen kennenlernen der mir nicht passt… pfu. Lieber nicht.” Aber DAS ist wohl als aller erstes zu lernen. Bisserl zu gschamig sind halt viele.

Und welche Konferenzen wirst du selber nächstes Jahr besuchen?

Bis jetzt sind nur die Campixx und die SEOkomm 2012 am 23.11.2012 in Salzburg am Plan!

Ich lehn regelmäßig weitere Anfragen zum Speaken bzw. für Schulungen ab, aber das hat nur familiäre Gründe – wer sich meinen SEO Event Reisekalender der letzten Jahre ansieht, versteht warum ich den Markt nicht als gesättigt ansehe, nur weil jetzt mal 4 Konferenzen im Jahr sind 🙂

Ich denke bei der einen oder anderen genialen Sache werde ich schon dabei sein!

Zugabe

Für alle die noch bis Donnerstag 17.11. online buchen wollen, gibt’s hier noch einen Gutschein SEODE11 der 50 EUR Rabatt gibt.

Bei der Analyse von Webauftritten durch unseren Struktur-Analysedienstes strucr (https://strucr.com/) fallen immer wieder ähnliche Probleme im Aufbau von Webseiten auf. Zwei der häufigsten Strukturfehler wollen wir hier vorstellen und dabei erklären, wie man diese beheben kann. Es handelt sich dabei um das Problem der schleichenden Indizierung bei zu hoher Seitentiefe und das Problem der unkontrollierten Vermehrung durch Filter und Sortierung.

Kennst du deine Seite?

Unser Service crawlt komplette Webangebote und macht die anschließend eingehenden Analysen zugänglich. Wir haben nun einige Seitenbetreiber gebeten, vor den Crawls Schätzungen bezüglich Seitenanzahl und Tiefe ihrer Seite abzugeben. Diese lagen jedoch in den meisten Fällen um mehrere hundert Prozent unter den tatsächlichen Werten. Auch und insbesondere wenn die Schätzungen aufgrund einer Site-Abfrage bei Google getätigt wurden.

Nach bald einem Monat Betrieb von strucr.com kann man daher feststellen: Die meisten Seitenbetreiber kennen ihre Seiten kaum und haben keine realistische Vorstellung von Größe, Struktur und auch den Problemen ihrer Webseiten.

Hohe Seitentiefe – schleichende Indizierung

Viele der gecrawlten Webseiten hatten Probleme mit einer sehr hohen Seitentiefe. Vom Startpunkt des Crawls (Level 0) lagen Seiten oft mehr als zehn Ebenen weit entfernt. Große Teile des Angebots sind damit für Besucher und Suchmaschinen sehr schwer oder gar nicht zu erreichen. Die Verteilung der Seiten innerhalb der ersten Ebenen sieht oft wie in folgendem Beispiel aus:

Prozentuale Anzahl der Seiten pro Level in Prozent.

Prozentuale Anzahl der Seiten die innerhalb der angezeigten Level erreicht werden in Prozent.

Die häufigsten Ursachen für eine sehr hohe Seitentiefe sind eine undurchdachte Paginierung sowie unzureichend differenzierte und oft zu tiefe Kategoriestrukturen. Dies führt oft zu einer schleichenden oder nur teilweisen Indizierung in den Suchmaschinen.

Schlechte Paginierung ist bei kleinen und großen Angeboten gleichermaßen häufig zu finden. Die im Beispiel verwendete Webseite etwa umfasst ca. 975.000 Unterseiten welche sich auf mehr als 300 Ebenen verteilen. An einigen Stellen ist die Paginierung so gestaltet, dass immer nur eine Seite weiter geblättert werden kann. Das Resultat ist die extrem hohen Levelanzahl.

Eine gute Paginierung sollte folgende Bedingungen erfüllen:

  • Es sollten sowohl benachbarte als auch entfernte Seiten verlinkt werden
  • Benachbarte Seiten sollten vollständig abgedeckt sein
  • Entfernte Seiten sollten punktuell verlinkt werden
  • Auf jeder Seite sollten andere entfernte Seiten verlinkt werden

Eine hohe Zahl an Seiten bei einer Paginierung ist darüber hinaus ein Indiz für eine unzureichend differenzierte Kategorisierung der Inhalte. Die Zahl der Seiten kann bei Listen auch begrenzt werden, sofern die Daten dies erlauben.

Unsere Crawls haben auch gezeigt, dass die letzen Seiten in sehr langen, paginierten Listen fast durchgängig schwerwiegende Performance-Probleme haben. Dies liegt vor allem an den Kosten die auf Datenbankseite beim Prozess der Sortierung und Filterung und anschließendem Limit entstehen. Mehr als 15 Sekunden Laufzeit sind hier nicht unüblich.

Hohe Seitenzahlen – unkontrollierte Vermehrung

Einige der gecrawlten Webseiten wiesen eine hohe Zahl an im Endeffekt unnötigen Seiten auf. Gerade Shops und Vergleichsseiten kommen sehr schnell zu einer extrem hohen Zahl an erreichbaren Seiten. In einem Fall etwa waren dies in Ebene 3 bereits mehr als eine Million, insgesamt wären unter der Domain mehrere Milliarden Seiten abrufbar gewesen.

Wir nennen dies das Problem der unkontrollierten Vermehrung.

Die häufigste Ursache für eine solche Vermehrung sind schlecht umgesetzte Listen, Filter und Sortierungen. Die als Beispiel genannte Seite umfasst lediglich etwa 20.000 Produkte, die sich aber innerhalb der Produktlisten nach Preis, Farbe, Hersteller und diversen Produktkriterien filtern und sortieren ließen. Alle diese Filter waren kombinierbar und alle Kombinationen ließen sich über eigenständige Urls abrufen.

Das Gegenrezept sind Filter, die mittels eines POST-Requests gesendet werden. POST-Requests haben aber zwei Nachteile:

  • Bei Betätigen des Back-Buttons im Browser kommt es zu einem Resubmit, vor den die Browserhersteller abschreckende Dialoge gestellt haben
  • POST-Request haben keine URL, können also weder gebookmarkt noch in den sozialen Medien geteilt werden

Die Lösung dieser Probleme bietet das PRG-Pattern (Post/Redirect/Get, http://en.wikipedia.org/wiki/Post/Redirect/Get): Die Filtereinstellungen werden per POST über das Formular übermittelt und in einer Session gespeichert. Dann erfolgt ein Redirect auf die Startseite der Liste. Die Startseite der Liste sowie mögliche Paginierungsseiten lesen die Filter- und Sortierungseinstellungen aus der Session aus und stellen die Ergebnisse dar.

Direkte Links auf die gefilterten oder sortierten Listen können über die alten GET-Requests realisiert werden welche die Settings in eine Session schreiben und auf die Liste weiterleiten.

Derartige Listen bringen eine Reihe von Vorteilen mit sich:

  • Die Zahl der Seiten reduziert sich stark
  • Es kann auf NoFollow-Links sowie auf das Canonical-Element verzichtet werden
  • Eingehende Links werden auf wenige wichtige Strukturseiten konzentriert
  • Die Ansicht für Benutzer die über eingehende Links kommen kann nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimiert werden

Nachdem ich mich vor Kurzem auf der OMCap Konferenz in ein Webschorle Interview geschlichen hatte, um einmal zu sehen, wie Interview Shootingstar Andreas Graap seine Drehs durchzieht, konnte ich mich auf dem Seo-Day an Tobias Fox und Marco Janck heranpirschen und ihnen bei der Aufnahme zusehen. Auffällig sind die unterschiedlichen Herangehensweisen. Andreas managt den Dreh alleine, nutzt eine klassische Videokamera, einen Fernauslöser, verkabelt unauffällig die Gesprächspartner und monitort die Aufnahme dank drehbarem Kameradisplay von seiner Interviewposition aus. Bei Tobias kommt eine digitale Spiegelreflex-Kamera mit Videofunktion zum Einsatz, ein Kollege bedient und monitort die Kamera, er selber kontrolliert mit einem verkabelten Handmikrofon die Akustik und eine zusätzliche Videolampe sorgt für eine gut ausgeleuchtete Szenerie. Lange Rede, kurzer Sinn. Hier ein paar Bilder vom “Making of …” und dann der Mitschnitt vom Interview.

Das komplette Video wird sicher auch noch erscheinen, sobald ich herausgefunden habe wo, wird es von hier verlinkt. Damit habe ich jetzt schon zwei Interviews mitgeschnitten und einen kleinen Einblick in die Technik gewonnen. Mal schauen inwiefern mir das hilft, demnächst selber mal ein eigenes vernünftiges Video-Interview durchzuführen. Ein Richtmikrofon ist schon unterwegs, also seid gewarnt. Aber Technik ist nicht alles, noch wichtiger als die Technik ist die Interview-Technik der Interviewer. Und die haben Andreas Graap und Tobias Fox schon voll gut drauf 😉

Freitag in einer Woche – am 11.11.11 (was für ein Datum) – läuten Dutzende närrischer Seos die Karnevalssaison in Köln ein. Eingeladen haben zum Event die beiden Seo-Jecken Yannick Spang und Nicolas Sacotte, die den SEOkarneval ins Leben gerufen haben, um den vielen hart arbeitenden Seos und Online-Marketing Experten die Geglegenheit zu bieten, einmal dem Arbeitsalltag zu entfliehen, gute Unterhaltung, Speisen und Getränke zu genießen und dem Networking zu fröhnen.

Der Seo-Day Cologne hat uns allen gezeigt, dass im Kölner Raum unglaubliche Massen an Seo-Interessierten unterwegs sind, der eine oder andere davon wird sicher auch am 11.11 unterwegs sein wollen. Wer also gerne mit Gleichgesinnten durch Kölle ziehen möchte, der sollte sich noch schnell für den SEOKarneval 2011 anmelden.

  • Treffpunkt ist um 9:45 Uhr am Kölner Hauptbahnhof – vor dem Starbucks (Ausgang Dom)
  • Um 11:30 Uhr gehts ins Brauhaus “Früh”; Am Hof 12-18; 50667 Köln
  • Um 12:00 Uhr startet das gemeinsame Essen; ohne Zeitbeschränkung
  • Danach wird im Brauhaus gefeiert und evtl. später durch die Kneipen/Clubs gezogen

Kölle Alaaf!