Ihr wisst, Wortspielereien üben auf mich immer einen besonderen Reiz aus. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an meinen Anti-SEO Award für die Arbeitsagentur bzw den Artikel über den Besuchereinbruch bei der Argentur für Arbeit. Der Anti-Seo Award liegt jetzt schon fast 5 Jahre zurück, war aber für mich der Auslöser für erste Arbeitsargentur Wortspielereien. Leider musste ich jetzt feststellen, dass meine kleine Arbeitsargentur Seite so ziemlich am Ende ist.

Nachdem Google Suggest schon Ende April 2009 für eine deutliche Reduktion der Arbeitsargentur Besucherzahlen gesorgt hatte und sich die Besucherzahlen im laufenden Jahr dann noch mal halbiert haben, kam jetzt Anfang Juli das endgültige und traurige Aus für meine Arbeitsargentur Seite. Google hat wieder einmal drastisch in die Suchresultate eingegriffen und listet jetzt bei Falscheingabe des Wortes Arbeitsagentur einfach die Ergebnisse der korrekten Schreibweise. Für meine Seite bedeutete das den Abflug aus den Top 100, wie das abruppte Ende der blauen Kurve beweist. Für meine SOS Seo Seite war das hingegen von Vorteil, weil diese Dank des Anti-Seo Awards Artikels jetzt für Arbeitsagentur irgendwo in den Dreissigern gelistet wird, siehe rote Kurve.

Das traurige Ende der Arbeitsargentur zeigt, wie schnell Google einem ein Keyword unter dem Hintern wegschiessen kann. Selbst eine jahrelange Top 1 Platzierung kann auf diese Art und Weise ganz schnell vernichtet werden. Da gibt es sicher noch viele weitere traurige Beispiele da draußen. Und es wird sicherlich auch nicht das letzte Keyword sein, dem es so an den Kragen geht.

Vor gut zwei Wochen brachte Robert Basic einen Artikel über den bevorstehenden Start des Sofa-Kuriers heraus, durch den ich überhaupt erst auf das neue Projekt aufmerksam gemacht wurde. Eine Woche später ist der Sofa-Kurier dann offiziell gestartet und Robert hat kurz darauf mit einem zweiten Interview nachgehakt. Dem Interview konnte man entnehmen, dass die beiden Initiatoren ihre alten Blogs derecki.de bzw grimminalbullizei.de zu Gunsten des neuen Projekts geopfert haben – beide leiten jetzt auf den Sofa-Kurier weiter.

Interessante Idee, so hat man gleich zu Beginn der Aktion schon Hunderte von Besuchern auf seinen Seiten. Da macht das Bloggen gleich viel mehr Spaß. Nichts ist frustrierender als wochen- oder gar monatelang vor einer leeren Kulisse bloggen zu müssen. Auch liegen die alten Projekte nicht einsam in der Blogosphäre herum und rotten langsam vor sich hin. Gelungenes Content-Recycling würde ich das nennen. Sowohl aus Besuchersicht als auch aus Sicht der Suchmaschinen. Ein Blick auf die zugehörigen Sistrix-Charts sieht vielversprechend aus.

Verlauf des Sistrix Sichtbarkeitsindex für sofa-kurier.de, derecki.de und grimminalbullizei.de

Verlauf des Sistrix Sichtbarkeitsindex für sofa-kurier.de, derecki.de und grimminalbullizei.de

Wird spannend zu beobachten sein, wie gut sich diese Bündelung von Inhalten und Verlinkungen im Google Index schlagen wird. Ich denke in 2-3 Wochen wird man Genaueres erkennen können. Und dann kommt’s drauf an, wie gut die weitere Vernetzung mit der Blogosphäre voranschreiten wird. Denn einfach nur Bloggen kann viel zu wenig sein, auch die Backlinks müssen stimmen. Wenn’s damit klappt, dann klappt’s auch mit dem Nachbarn Google.

Update: Zur leichteren Kontrolle hier noch der Sistrix-Link für die derecki.de/sofa-kurier.de/grimminalbullizei.de Charts.

Tag täglich schau ich auf das Title Tag und bewundere Googles Technik der Keywort-Visualisierung. Natürlich ist mir dabei aufgefallen, dass Google nicht nur Keywörter sondern auch mal gerne Synonyme fett hervorhebt. Auch sieht man das Keywort des öfteren mehrmals hervorgehoben. Sowohl im Title, als auch im darunterliegenden Snippet. Die genaue Logik dahinter habe ich aber bislang noch nicht hinterfragt. Im Gegensatz zur Anzahl der angezeigten Keywords, dieser hatte ich vor geraumer Zeit mal eine kleine Title Story gewidmet. Resultat dieser Geschichte, Google zeigt maximal 70 Zeichen des Titles in seinen Suchergebnissen an.

Vor ein paar Tagen habe ich meine alte Tischtennis Domain wieder ausgegraben und einer Renovierung unterzogen. Wie sich das gehört, habe ich anschließend auch einen Blick auf die Google Listungen der Domain geworfen. Und mich gewundert ob der etwas eigenwilligen dahinterliegenden Darstellungstechnik.

Obwohl ich nach Tischtennis Harsewinkel gesucht habe, wird nur TT Harsewinkel fett dargestellt, das Wort Tischtennis selber aber bleibt unberührt. Ok, da wird wohl Googles Synonym Wörterbuch zugeschlagen haben. Und anscheinend auch eine Art Phrasen-Match, ansonsten hätte auch das Wort Tischtennis gefettet werden müssen. Ok, dann jetzt mal nach “TT Harsewinkel” gesucht, da sollten doch wohl genau die erwarteten Begriffe hervorgehoben werden. Bingo!

Im Prinzip so wie erwartet, das Gesuchte wird in Fettdruck gezeigt. Und anscheinend wieder so ein Phrasenmatch, denn das Wörtchen Tischtennis im Title bleibt wieder unangetastet. Im Snippet sieht man das Wort hingegen hervorgehoben, ein klares Zeichen dass Google den Begriff TT als Synonym für Tischtennis führt. Jetzt war’s dann an der Zeit, auch mal die Reihenfolge der Wörter umzudrehen.

Ok, nicht schlecht. Wieder nur die Phrase hervorgehoben, diesmal dümpelt das Wörtchen TT vorne unberührt herum. Insofern war dann die vierte Kombination auch keine Überraschung mehr. Obwohl nach TT gesucht wurde, wird der Begriff nicht hervorgehoben.

Nach dieser langen Vorgeschichte ist das also keine Überraschung mehr. Aber wer hätte das so vorhergesagt? Ich nicht. Und weil’s so viel Spass gemacht hat, habe ich dann auch noch eine weitere Kombination ausprobiert. Noch mal ein TT an die letzte Suchkombination drangehängt, um jetzt das zusätzliche Highlighten von TT zu erzwingen. Das klappte dann auch irgendwie. Zumindest wenn man davon absieht, dass jetzt der Begriff Tischtennis wieder zum Mitläufer degradiert wurde.

Man könnte glatt einen Rate-Wettbewerb zu Googles Title-Spielereien aufmachen. Gesucht wird der König der Title Tags 😉

Am Dienstag, dem 29.06.2010, früh morgens um 10 Minuten nach Fünf, machte ich mich auf die Socken in Richtung Hamburg, ABC Straße 19. Eingeweihte dürften jetzt das Ziel schon erahnen – genau, Googles Hamburger Firmensitz. Dort hin hatte Google zum AdSense Publisher Event geladen und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Um 9:00 Uhr sollte es in den Räumlichkeiten von Google Hamburg mit einem Frühstück losgehen. Und so begab ich mich, wie üblich mit Fotoapparat und Kameratasche bewaffnet, auf die abenteuerliche Fahrt über Dissen-Bad Rothenfelde, Osnabrück bis hin zum Hamburger Hauptbahnhof.

Dort angelangt hüpfte ich in ein Taxi und lies mich zur ABC Strasse chauffieren. Rund 10 Minuten vor Eventstart bin ich am Ziel angekommen. Schnell noch ein Foto von der Außenfassade gemacht, dann gings rein ins Gebäude und rauf in die dritte Etage, wo zwei nette junge Damen die Gäste in Empfang nahmen und mit Agenda und Namenschild ausstatteten. Ganz nebenbei durften wir Gäste dann auch noch ein einfaches NDA unterschreiben, somit kann ich jetzt und hier keine Google AdSense Geheimnisse mehr ausplaudern 😉

Dann noch um zwei Ecken gewandelt und ich stand mittendrin im Frühstücksraum. Links die Essenausgabe, rechts Leinwand und Stühle, ringsherum Deutschland Fahnen, Wimpel und Girlanden. Die Fussball WM war auch an Google nicht spurlos vorbei gegangen. Interessantes Ambiente und angenehme Überraschung, wir waren im Herzen von Googles Firmenzentrale angekommen. Mit der ersten Tasse Kaffee gesellte ich mich dann zu vier angeregt diskutierenden Gästen, um zu erkennen, dass ich den einen schon kannte, zwei mit komischen Autogas Keyword Domains auf ihrem Namenschild rumliefen und der Vierte mit einer nicht merkbaren SMS-Kombi-URL auf dem Namensschild unterwegs war. Es handelte sich um Dr. Harald Hildebrandt & Maik Ludewig von Eventim, Henning Hock von Firststars und Marco Lange von der Autogas-Börse. In dieser Reihenfolge auch auf dem folgenden Foto zu sehen.

Gleich zu Beginn traf ich auf Ulrike, eine nette Googlerin aus Dublin, die sich um die Gäste kümmerte und mit der ich einige Worte wechselte. Ihr stellte ich dann auch die Blogger Gretchenfrage: “Darf ich hier ein paar Fotos machen?” Sie verschwand kurz, klärte die Frage ab und kam mit einer positiven Antwort zurück. Das war dann schon die zweite positive Überraschung an diesem Morgen. Ich konnte mich nämlich noch recht gut an meinen letzten Besuch bei Google Hamburg erinnern, der war zwar schon Jahre her, da war ich aber mit meinem bescheidenen Wunsch nach Fotos vom “Eingangsbereich mit Google Logo” klassisch abgeblitzt. Also alle Achtung, Google öffnet sich den Publishern. Ich habe vor 2 Jahren am Google Publisher Event in Köln teilgenommen, da war zwar das Umfeld weiträumiger und eventkompatibler, alleine schon aufgrund der größeren Menge an Publishern, aber es fehlte die persönliche Note und der gewisse Google Flair. Das war hier in Hamburg ganz anders.

In Hamburg waren schätzungsweise 40 Gäste (korrigiert mich wenn ich falsch liege) aufgelaufen, die passten locker in die Kantine, konnten sich vorab ein Frühstück genehmigen und danach der Ansprache von AdSense Europe Chef Johann Butting lauschen, der alle Anwesenden herzlich willkommen hieß, Infos zu Google & AdSense präsentierte und danach das Wort an Rahul Bafna (AdSense Produktmanager) übergab, der die neue AdSense Benutzeroberfläche vorstellen durfte. Dieser Part wurde zwar in Englisch vorgetragen, aber von deutschen Folien begleitet, so dass fast jeder dem Vortrag folgen konnte Zwar standen auch ein paar deutsche Googler für Dolmetscheraufgaben bereit, das wurde aber hier als auch im weiteren Verlauf der Vorträge und Sessions kaum benötigt. An dieser Stelle hat sich Google also Mühe gegeben, es dem deutschen Publikum leicht zu machen. Der Großteil der Präsentationen wurde in Deutsch abgehalten und auch die Gespräche und Sessions verliefen im Wesentlichen in germanischer Sprache.

Nächster Punkt auf der Agenda waren “Grundlagen der AdSense Optimierung” mit Ben Fawcett, der Hinweise zum richtigen Umgang mit Google AdSense gab, dabei auch noch mal die Vorteile der neuen AdSense Oberfläche unterstrich und einige Fragen aus dem Publikum beantwortete. Hängen geblieben ist bei mir der Tipp, dass man 2-3 Monate Laufzeit veranschlagen sollte beim Austesten von Image-Anzeigen und dass es generell nicht schlecht wäre beim Austesten von Anzeigen mindestens 500 Klicks auflaufen zu lassen. Im Anschluss daran betrat dann Marcel Klitzsch vom Vorzeigeprojekt Hausgarten das Podium und berichtete über dessen Geschichte und seine persönlichen Erfahrungen mit AdSense. Eine informative und unterhaltsame Präsentation, an deren Ende sich dann die versammelte Gemeinde der Publisher erhob und den Googlern eine Etage tiefer in neue Räumlichkeiten folgte. Hier waren dann persönliche Optimierungsgespräche und der Erfahrungsaustausch mit anderen Publishern angesagt.

Auf dem Foto seht ihr Eckbert Heinenberg von Brave Hunde im Optimierungsgespräch mit Ulrike, die sich flugs einen Laptop geschnappt hatte, als sie merkte dass noch weiterer Betreuungsbedarf bestand. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, war das nicht ihre eigentliche Aufgabe. Genau diese Dinge waren es, die mir so gut gefallen haben bei dieser Veranstaltung. Hier haben alle mitgeholfen, um die Gäste zu versorgen. Ich muss sowieso sagen, dass mir der Part mit den Optimierungsgesprächen sehr gut gefallen hat. Nicht nur wegen meiner netten Ansprechpartnerin Annika, die sich ausgiebig um mich und meine Seite gekümmert hat, sondern auch und wegen der vielen anderen Google Mitarbeiter, die sich um die weiteren anwesenden Publisher gekümmert haben. Jeder kam hier dran. Das war schon etwas Besonderes. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die Publisher und AdSense BeraterInnen über die Schulter schauen ließen. So hat man andere Publisher, deren Projekte und weitere Optimierungstipps kennenlernen können. Ganz anders als damals auf der Veranstaltung in Köln, wo alles auf eher elitäre Einzelgespräche bei den Optimierungen hinauslief.

Diese Gesprächsrunde nahm gut eine Stunde in Anspruch, anschließend ging es weiter mit den Arbeitsgruppen “DFP Small Business” und “AdSense und der PageRank: Mythen und Fakten”, wo einmal das DoubleClick for Publishers (DFP) Small Business vorgestellt wurde und zum anderen John Müller von Google Zürich mit einigen Suchmaschinen Mythen aufräumte. Den Namen des DFP Vortragenden habe ich mir leider nicht notiert, war auf jeden Fall ein alter Doubleclicker, aber nach dem Genuss des Vortrages erscheint mit die Small Business Edition eine echt spannende Lösung für das Schalten von Anzeigen zu sein. Da diese Lösung kostenlos und ziemlich leistungsstark und nutzerfreundlich rüber kommt, sage ich dem Tool eine große Zukunft voraus.

Um 13:00 Uhr gab’s dann eine Breakout Session, ich habe mir “Adsense für Suchergebnisseiten” angehört. Diese Komponente von AdSense wird von vielen Publishern übersehen bzw vernachlässigt, dabei könnte man bei geschickter Einbindung sicherlich noch die eine oder andere schöne Mark verdienen. Alleien schon weil gute Webseiten aus Usabilitygründen eine siteinterne Suche vorweisen sollten. Nach einer halben Stunde und einer kleinen Fragerunde gings dann dem Ende zu. Die ersten Gäste machten sich auf den Heimweg, der Großteil aber wanderte wieder eine Etage nach oben, um sich dort auf das Mittagessen zu stürzen.

Jetzt fehlte nur noch die Verabschiedung. Johann Butting bedankte sich bei den Publishern, weniger für die bloße Anwesenheit sondern vielmehr für die aktive Mitarbeit und das gelungene Feedback, welches ihm und den Google Mitarbeitern wertvolle Anregungen für weitere Verbesserungen und Entwicklungen mit auf dem Weg gegeben hätte. Auf jeden Fall hatte ich hier das Gefühl, dass er als auch die übrigen Google Mitarbeiter ganz zufrieden mit dem Verlauf dieser etwas anderen Google Veranstaltung waren. Und so gings mir auch. Dieser Event unter Googlern, in den Räumlichkeiten von Google, mit lockerer Athmosphäre und angenehmen Gesprächen hat mich positiv überrascht. Wenn das die neue Ausrichtung von Google in Europa sein sollte, dann möchte ich mehr davon.

Das obige Foto zeigt Holzwurm Michael Finger im Gespräch mit Dr. Johann Butting, dem die gute Laune ins Gesicht geschrieben steht. Der AdSense Europe Chef liess sich die Chance nicht entgehen, mit dem einen oder anderen Publisher noch ein wenig zu plaudern. Und während die einen fröhlich vor sich hin plauderten, brachten die anderen noch schnell ihr Mittagessen zu Ende. Das folgende Foto zeigt von links nach rechts ??? von ????.de (bitte melden), dann den vorhin schon erwähnten Hausgärtner Marcel Klitzsch und last but not least Nico Krüger, Head of SEO & SMM von Jaron.
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Leider habe ich nicht alle Namen mitbekommen, falls ihr also jemanden erkennt, den ich hier als Vortragenden oder auf den Fotos zu erwähnen vergessen (oder falsch benannt) habe, dann reicht mir die Info doch bitte via Kommentar herein. Nobody is perfect. Übrigens auch Google nicht, wie sonst sind die Umlautprobleme auf Nico Krügers Namensschild zu erklären?

Das ist aber auch wirklich die einzige Sache, die Google an diesem Tag falsch gemacht hat 😉