Die Sonnensegel-Affäre könnte in die SEO Geschichte eingehen. Genervt von Dutzenden von Blog-Kommentaren der Herren Bernd Sonnensegel, Mark Isen und Tom Rollos hat Sixtrix einen Sonnensegel Artikel geschrieben, der es in sich hat. Mit einer SEO Analyse der Aktion macht Johannes deutlich, wie gut Kommentarspam auch heute noch wirkt. Große Unterhaltung >:)

Am Beispiel der beworbenen Sonnenschutz-Domain kann der Leser für die Suchbegriffe Sonnenschutz, Plissee und Markise bequem die Google SERPS-Entwicklung der letzten Wochen mitverfolgen. Nach schwachem Start haben sich alle drei Keywörter prächtig nach oben entwickelt und residieren momentan auf vorderen Google Plätzen. Zwar ist das kein eindeutiger Beweis für die Effektivität von Kommentarspam, auch andere Links dürften ihren Anteil zum Erfolg beigetragen haben, aber insgesamt erscheint die Wirkung solcher Kommentarlinks recht plausibel.

Frischer Wind ist auch in die Kommentare gefahren. Hier werden weitere Perlen der Optimierung ausgraben, klagen Opfer ihr Leid und fallen ab und zu auch mal ein paar Einwände. Und wenn man sich jetzt fragt, aus welcher Richtung der Wind ins Sonnensegel bläst, dann dürfte die Antwort “aus dem Osten” lauten. So zumindest sieht es Thomas Knüwer vom Handelsblatt. Und hat damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Statt Rückenwind gibt’s Gegenwind. Schaun mer mal wie’s weiter geht.

Nach den Bildern von Googles experimenteller Suche mit Voting , gibts jetzt auch noch ein Video davon auf Techcrunch zu bewundern.

Der User kann genauso wie bei Digg und andere Social-News Seiten für die jeweiligen Suchergebnisse bewerten, blockieren oder einen Kommentar abgeben.

Ich weiß im Moment nicht, was ich davon halten soll, für den normalen User ist es auf jeden Fall eine Bereicherung.  Für die Suchmaschinen Optimierung wird es jedoch wohl in ein weiteren Schlachtfeld ausarten. Bis jetzt ist mir kein Social Voting System bekannt, welches man nicht manipulieren könnte. Dementsprechend ist anzunehmen, dass sich sogleich auch alle auf Googles System stürzen werden um  Ihre eigenen Seiten für die jeweiligen Keywords zu beeinflussen.

Bleibt offen, ob das Feedback aus den SERPS tatsächlich auch Einfluss auf globales oder nur das individuelle Ranking eines Accounts haben wird. Das solche Bewertungen z.B. in die Berechnung des TrustRanks Sinn machen würden, steht außer Frage – ob Google die gesammelten Daten jedoch in diesem frühen Stadium schon für das Ranking benutzen wird ist eher unwahrscheinlich. Aber auch wenn positive Bewertungen das Ranking nicht verbessern sollten, werden ausreichend negative Bewertungen mit Sicherheit ein paar rote Lampen bei Google blinken lassen und das Spam Team zu einer manuellen Prüfung veranlassen.  Eine neue Möglichkeit also der Konkurrenz  evtl. zu schaden, oder Google zumindest seine Bedenken auszudrücken.

Diese Suche wird wird nun schon seit knapp einem Jahr bei Google getestet und wird hoffentlich bald auch in Googles Experimental Lab zu finden sein.

Ich bin wirklich gespannt wie sich das Ganze entwickeln wird.  Mich interessiert auf jeden Fall auch eure Meinung zu dem Thema.

Eine erfreuliche Nachricht durchstreift die SEO-Sphäre, seit gestern gibt es auch in deutschen Landen das Google Adwords Keyword Tool mit konkreten Suchvolumina. Die Freude über die Zahlen ist groß, hilft es doch den Wegfall des kostenlosen Recherche Tools von Overture leichter zu verkraften.

Auch ich bin ganz angetan von dieser neuen Möglichkeit Keywords zu durchstöbern, doch so ganz traue ich dem Braten nicht. Handelt es sich hier um harte Zahlen oder nur um weiche Fakten? Der WhiteSide-SEO hat da so seine Zweifel. Ich sehe das ähnlich, frei nach dem Motto: “Traue keiner Keyword-Statistik, die du nicht selber mit einem Botnet oder Rank-Checker verfälscht hast”.

Google Keyword Statistik

Der obige Screenshot listet einige Keywörter aus dem Kontaktanzeigen Umfeld auf, ein Blick auf die grünen Trendbalken auf der rechten Seite der jeweiligen Keywörter offenbart einen eher unwahrscheinlichen und auf jeden Fall unerwarteten Trendverlauf. Da stimmt doch hinten und vorne etwas nicht. Kombinationen wie “Kontaktanzeigen Flirt”, “Kontaktanzeigen sie sucht ihn” oder “sie sucht ihn Abenteuer” listen Suchvolumina in Millionenhöhe, zeigen krasse Einbrüche im Trendverlauf und passen von Verlauf und Umfang so gar nicht zu den erwarteten Werten.

Nimmt man Google Trends zu Hilfe, so zeigt der Vergleich sie sucht ihn – kontaktanzeigen flirt, dass nur eine Variante erklecklichen Traffic produziert, die andere aber im Gegensatz zu den Keyword-Tool Versprechungen nicht mal irgendwo auftaucht. Damit widerlegt sich Google selber. Aber es kommt noch besser, ein Abstecher zur Keywort-Datenbank von Stefan Fischerländer bringt die folgenden Keywörter ans Tageslicht. Achtung, die absoluten Zahlen sind nicht mit denen von Google vergleichbar, hier interessiert uns nur die Relation:

  1. kontaktanzeigen 93948
  2. flirt 44644
  3. kontaktanzeige 35650
  4. flirt chat 15385
  5. sie sucht ihn 10790
  6. kontaktanzeigenmarkt 5810
  7. kostenlose kontaktanzeigen 4444
  8. private kontaktanzeigen 2091
  9. kontaktanzeigen kostenlos 1479
  10. kontaktanzeigen sie sucht ihn 186
  11. kontaktanzeigen flirt 35

Auf Platz 10 und 11 sehen wir unsere heißen Keywort-Kandidaten wieder, ziemlich weit abgeschlagen vom übrigen Feld, wie mir scheinen will. Und was soll ich sagen, ich traue in diesem Fall den Zahlen von Stefan Fischerländer mehr als denen von Google AdWords. Und das stimmt bedenklich. Über die Ursachen solcher Verfälschungen darf jetzt gerne spekuliert werden.

Und am Rande erwähnt. Google ist auch etwas prüde, bei Keywords wie Poppen ziert sich die Suchmaschine ganz gewaltig. Ach ja, fehlt noch “die Moral von der Geschicht – traue keinen Zahlen nicht”. Im Falle von Keyword-Recherchen immer schön mehrere Quellen zu Rate ziehen und auf Plausibilität vergleichen.