Google hat gestern offiziell sein neues Produkt Google AdPlanner vorgestellt. Offensichtlich scheint Google Trends für Websites nur der Probelauf für den AdPlanner gewesen zu sein. Der Google AdPlanner soll Werbetreibende und Webmaster dabei helfen, Seiten mit dem gewünschten demographischen Daten zu identifizieren. Danny Sullivan von Searchengineland durfte den AdPlanner schonmal genauer unter die Lupe nehmen.

Googles neuer AdPlanner

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • zeigt demographische Daten für Domains auch außerhalb des Google Content Networks ( AdSense, AdWords, etc.)
  • Übersicht über besuchte Domains und gesuchten Keywords
  • Medienplaner können mit dem Research Tool Seiten mit dem gewünschen Traffic suchen
  • man kann die Ergebnisse nach Seiten mit AdSense filtern
  • demographische Daten liegen nur für die USA vor

Größter Kritikpunkt im Moment ist die fehlende Integration mit AdWords. Hat man geeignete Seiten mit AdSense identifiziert, muss man diese erst exportieren und separat bei AdWords oder einer anderen Werbeplatform einpflegen.

Wie auch bei der Einführung der Webtrends, bleibt immer noch die Frage offen, wie sich die von Google gelieferten Daten genau zusammensetzen. Laut Google, wird eine Kombination der Daten aus der Google Suche, anonymen Analytics-Daten und externen Panel Daten verwendet. Google gibt keine direkte Antwort auf die Frage, ob Google Toolbar Traffic in die Panel Daten mit einfliessen , um “evtl. Manipulation zu vermeiden”.
Es bleibt abzuwarten, ob der AdPlanner den Datenmarkt genauso aufmischen kann, wie AdWords den Werbemarkt.
Das Produkt wird vorerst kostenlos sein und sollte eine grosse Hilfe fuer AdWords Kunden darstellen.

Wer sich fuer den Google AdPlanner anmelden will kann das hier tun.

Google hat in der letzten Woche seine Trends in den Google Labs um den Punkt Websites erweitert.
Damit rückt Google neben Alexa, Compete, Comscore, Quantcast und Co nun auch in den Markt der unabhängigen Reichweitenmessung vor.
Nach ersten Tests scheint mir der Dienst bisher noch ein wenig unausgereift. Ein Blick auf unser Portfolio zeigt, dass
sowohl die Unique Visits (nur eingeloggt sichtbar) deutlich unter unsere Daten liegen, aber auch auch der generelle Trend häufig in die falsche Richtung geht. Wie bei Alexa auch schon darf man vorallem die Daten von kleineren Websites nichts zu ernst nehmen und sollte bei der Konkurrenz-Analyse besser bei einer thematischen Ausrichtung bleiben und nicht etwa Newsportale mit Communities vergleichen.

Ansonsten noch sehr interessant –  und zumindest für mich neu – ist die Einsicht in alternative Suchabfragen und ebenfalls besuchte Webseiten. So könnte man z.B. sehr schön herausfinden, ob und welche Kooperationen sich lohnen könnten.

Nachdem die meisten der oben genannten Anbieter für deutsche Reichweitenmessung eher unbrauchbar sind, ist die neue Funktionalität für hiesige Webmaster auf jeden Fall eine Bereicherung – und so wie man Google kennt, auch noch lange nicht fertig entwickelt.

Das dies ein langer und schwieriger Weg ist, weiß Fred Wilson als Boardmember von Comscore aus eigener Erfahrung. Mit seinem *hust* etwas representativeren *hust* Portfolio hat er international ähnliche Erfahrungen wie wir gemacht. Auch bei ihm gingen die Daten im Vergleich zu den Platzhirschen häufig in die falsche Richtung. Wobei man verteidigend auch sagen muss, dass gerade die Genauigkeit von Compete und Quantcast im US amerikanischen Raum aufgrund der lokalen ISP Daten international auch ihre große Schwäche darstellt. So sind diese Dienste für eropäische Erhebungen nahezu nutzlos.

Für mich war eine Mischung der verschiedenen Dienste immer ein interessanter Ansatz, Quantcast und Compete liefern für nordamerikanische Haushalte erstaunlich genaue Daten, Alexa und Google haben die weltweite Masse um diese in Relativität zu setzen. So kann man z.B. die 58 bzw. 65 Millionen (Compete/ Quantcast) US User von youtube mit der geografischen Verteilung von Alexa multiplizieren. Laut Alexa kommen 25,8% der User von Youtube aus den USA, 4,6% aus Deutschland. Bei groben 60 Millionen eindeutigen Besuchern im Mai aus den USA , hat Youtube weltweit also geschätzte 232,5 Millionen Uniques und ca. 10,7 Millionen davon in Deutschland.

Von Google selbst bekommt man übrigens keine Angaben zu Youtube oder anderen Projekten des Unternehmens, so sind neben Youtube oder Blogger.com auch Daten zu Google selbst nicht abrufbar. Gemäß Google Operating System handelt es sich um eine interne Richtlinie:

“We have policy of not providing interim financial guidance, and have decided not to release Google numbers in accordance with that policy.”

Ob dies nun der ausschlaggebende Grund ist, oder die eigenen Daten schlicht und einfach die ganze Reichweitenmessung verzerren würden bleibt vorerst ein Geheimnis. Bisher ist anzunehmen, dass bei der Erhebung vorallem die Google Toolbars zum Einsatz kommen, und der Dienst somit Alexa am ähnlichsten ist.

Unterm Strich gilt jedoch weiterhin: “Traue keine Statistik, die du nicht selber gefälscht hast” oder wie Tom Melcher richtig hervorhebt, sind gerade die primitiveren Dienste wie Alexa leicht fakebar und somit mit Vorsicht zu genießen:

As it turns out, there are many firms you can hire to increase your rankings.  Their algorithms are quite sophisticated – you can say things like “I’m currently number 35,000 globally and 6,000 in China.  Within China I want to get to the top 1,000, and within the top 10,000 globally, but do it over 3 months so it doesn’t look fake.”

In China wird so gerne auch mal die due dilligence oder das Mediakit etwas auf- oder besser gesagt interpoliert.

Wie gut, dass wir im schönen Deutschland sind 😉

Joost de Valk hat auf seiner neuen Domain yoast.com einen neue Anleitung für die Suchmaschinen-optimierung von WordPress Blogs veröffentlicht.

Neben den generellen Tipps für die Optimierung des WordPress Template und der Kommentare, gibt es noch ein paar interessante Tipps wie man den Aufbau der Seitenstruktur für eine höhere Platzierung optimieren kann.

Besonders Punkt 4.2 hat mir gefallen:

Hat man einen Blogpost der besonders gut für ein bestimmtes Keyword rankt, kann man das Ranking noch ein wenig verstärken, indem man aus dem Post eine WordPress Seite mit aktualisiertem/verbesserten Inhalt macht. Eine Möglichkeit wäre die Post-URL via 301 einfach auf die neue Seite umzuleiten, wodurch aber aber die Kommentare verloren gingen. Viel besser ist es die URL umzubenennen, die alte URL auf die neue WordPress Seite zu leiten und allen Leuten die Trackbacks oder Kommentare hinterlassen haben eine Email mit den Abänderungen zu schreiben.
Das hat den Vorteil, dass man:

  • mehr Kontrolle über die Keyword Density hat ( die Kommentare würden diese ändern).
  • mehr/neue Links die das Ranking verbessern bekommt
  • den Inhalt jederzeit aktualisieren oder verändern kann

Kanns kaum erwarten, das mal selber auszuprobieren 🙂

Vom 04.06.2008-06.06.2008 war ich in Shanghai, um an der Baidu World 2008 teilzunehmen. Dort konnte ich einige interessante Sachen über den chinesischen Markt erfahren, wovon ich nun hier berichten möchte. Auf der Konferenz hatte ich die Möglichkeit, mit einigen Advertisern, Baidu Mitarbeitern und Speakern zu reden, allerdings kam ich unglücklicherweise ein paar Stunden zu spät, so dass ich einige interessante Leute leider verpasst habe. Nichtsdestotrotz konnte ich mir einen groben Überblick über den chinesischen SEM Markt verschaffen:

Baidu = Trafficlieferant & SEM Agentur

Die SEM Welt in China sieht im Vergleich mit dem europäischen und dem amerikanischen Markt komplett anders aus. Während die meisten Advertiser in den Staaten oder Europa meistens über Agenturen SEM betreiben, machen die chinesischen Firmen SEM direkt. Baidu scheint dabei den Markt verstanden zu haben und bieten deren Kunden individuelle Kampagnenplanungen an, was sicherlich zu Zielkonflikten führen kann, im Shanghai Office von Baidu arbeiten bereits über 1000 Mitarbeiter in der Marketingabteilung…

SEM in China = USA vor 5 Jahren?
Verglichen mit Google und Yahoo entscheidet das System von Baidu das Anzeigenranking nur anhand der Gebote. Eine Art Quality Score gibt es nicht. Das User Interface ist recht primitiv und es ist sehr mühsam, bereits dreistellige Anzahl an Keywords upzuloaden, da man einzelne Keywords nur vereinzelt manuell hochladen kann. Auch Keyword-Match-Optionen, was man von anderen Suchmaschinen kennt, gibt es bei Baidu nicht. Seit kurzem gibt es allerdings Geo Targeting, immerhin etwas, was man von den drei globalen Top Players kennt.

Eine Stunde lang redete ich mit einigen Baidu Mitarbeitern über SEM und die Leute verstand nicht einmal davon, was Conversion Tracking ist. Mir wurde gesagt, dass ich keine Sorge über die Qualität der Klicks machen solle (worin besteht die Aufgabe eines SEMlers dann??)… Die meisten Werbende bei Baidu sind Old Economy Unternehmen, die Aufträge übers Telefon annehmen, wodurch ein genaueres Tracking sowieso nur mit einem hohen Aufwand zu bewältigen ist, deshalb wohl das fehlende Interesse an Conversion Tracking. Vielleicht liegt der Erfolg von Baidu in China gerade in der Einfachheit ihrer Produkte…

Affiliate Marketing = ein Fremdwort in China
Was mich noch mehr verwundert hat, war, dass die meisten SEMler dort nicht richtig wussten, was Performance und Affiliate Marketing überhaupt ist (Baidu hat seine Top300 Advertisers eingeladen!!!). Kein Wunder, wenn man die Partnerprogramme von chinesischen Netzwerken ansieht, findet man eben nur Unternehmen, die international tätig sind. Chinesische Firmen findet man stattdessen recht selten, denen fehlt wohl das Know-How, um ein Partnerprogramm richtig zu betreuen.

Resümee
Ich fands ziemlich schade, dass nur die Marketingleute von Baidu anwesend waren, mit einigen Technikern hätte ich gerne gesprochen… Die Speaker waren aber gut gewählt (Leute von ComScore, Nielson & Netratings, Omniture und iCrossing waren dabei), wodurch man außer mit chinesischen Online Marketern auch mit internationalen Leuten austauschen konnte. Alles in allem fand ich die Konferenz ganz gelungen…